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Sport
Samstag, 4. Februar 2012
(Sächsische Zeitung)

Dynamos perfekter Start

Von Sven Geisler

Heiße Atmosphäre in der Kältekammer: Mit dem 3:1-Sieg gegen Greuther Fürth begeistern die Dresdner 23.555 Zuschauer. Torwart Wolfgang Hesl verhindert eine Zitterpartie.

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Warm eingemummelt und den Gegner kalt erwischt: Dynamos Torschütze Zlatko Dedic jubelt nach dem Sieg gegen Greuther Fürth. Foto: Robert Michael

Keine Angst vor großen Namen. „Wir sollten das Selbstbewusstsein haben zu sagen: Jetzt gehen wir auf den Platz und schlagen zu Hause auch Greuther Fürth“, meinte Robert Koch. Und der Vize-Kapitän des Fußball-Zweitligisten SGDynamo Dresden zeigte am Freitagabend, wie er das gemeint hatte.

Es lief gerade die fünfte Minute in der Kältekammer Glücksgas-Stadion, als Romain Bregerie den Ball tief aus der eigenen Hälfte lang nach vorn schlug. „Der Ball ist mir ganz gut gegen den Fuß gesprungen“, meinte Koch augenzwinkernd zu seinem Volltreffer, schilderte dann aber doch: „Er war lange in der Luft, und eigentlich wollte ich ihn annehmen. Dann sehe ich aber aus dem Augenwinkel, dass der Torwart rauskommt, also nehme ihn direkt und treffe ihn perfekt.“ Max Grün konnte nur verdattert hinterher schauen.

Dickes Lob vom Gäste-Trainer

Die frühe Führung gegen Fürth. Und die gab den Schwarz-Gelben Sicherheit gegen den Aufstiegskandidaten. Taktisch diszipliniert hielten sie die offensivstarken Gäste in Schach. Fürth glänzte zwar mit deutlich mehr Ballbesitz, entwickelte aber keine Torgefahr. „Wir waren immer zweiter Sieger, haben offensiv zu selten Lösungen gefunden“, kritisierte Gäste-Trainer Mike Büskens: „Die Dresdner haben vom ersten Augenblick sehr engagiert und aggressiv gegen uns gespielt. Wir haben uns zu wenig gewehrt, waren vom Kopf her zu langsam, die Handlungsschnelligkeit fehlte.“

Obwohl es weitgehend ein Spiel zwischen den Strafräumen war, sollte es noch dreimal klingeln. Mickael Pote sorgte nach super Vorarbeit von Filip Trojan und Koch für das 2:0, das jedoch kein beruhigender Vorsprung sein sollte. Denn nach gut einer Stunde überraschte der eingewechselte Sercan Sararer Wolfgang Hesl aus der Distanz. „Ich denke, er stand etwas zu weit vor seinem Tor, hat nicht damit gerechnet“, meinte Trainer Ralf Loose, der sich aber „lieber an unseren sehenswerten Toren freuen“ wollte.

Auch Hesl konnte den Gegentreffer letztlich locker nehmen: „Das war eine abgerutschte Flanke, die über mich segelt und hinter mir in den Winkel fällt. Wenn er das so will, schafft er es nicht“, sagte der 26-Jährige: „Anders waren wir heute nicht zu überwinden.“ Wofür auch der Schlussmann sorgte.

Denn als endgültig alles klar schien, bewahrte er die Dynamos und die 23.555 Zuschauer vor einer Zitterpartie. Zunächst aber setzte sich Pote auf links durch, sodass Zlatko Dedic dann allein aufs Fürther Tor zulaufen konnte. Der Stürmer scheiterte im ersten Versuch an Grün, machte es aber mit dem Nachschuss besser. Andernfalls hätte er auf Tauchstation gehen müssen. „Ich hätte ihn sonst im Entmüdungsbecken so lange unter Wasser gedrückt, wie ich es für richtig empfunden hätte“, meinte Koch im Scherz. Er stand nämlich völlig frei, aber Dedic legte nicht ab. „Egal, das Ding war drin, und nur das zählt.“

Schiedsrichter Tobias Welz sorgte dann mit einem Elfmeterpfiff für Aufregung, der „zumindest zweifelhaft“ war, wie Loose bemerkte. David Solga wurde aus Nahdistanz der Ball an die Hand geschossen. „Sie war angelegt am Körper. Abschneiden kann er sie ja wohl nicht“, schimpfte Hesl. Doch er bügelte den Fehler des Unparteiischen mit einer Glanzparade aus. Bernd Nehring schoss – von sich aus gesehen – in die linke Ecke. Und Hesl parierte. Torwart-Trainer Thomas Köhler hatte den Tipp gegeben. Er war dem Fürther Schützen bei Testspielen in der Türkei auf die Schliche gekommen. „Ich entscheide nach Gefühl, aber das stimmte in dem Fall mit der Information überein“, erzählte Hesl.

Für Dynamo ist der Heimsieg, „der nicht unbedingt zu erwarten war“, wie Loose erinnerte, ein perfekter Start in das Fußballjahr 2012. „Dieser Erfolg gibt der Mannschaft Mut. In der Hinrunde haben wir gegen oben stehende Teams teilweise unglücklich verloren.“ Diesmal gelang ein hochverdienter Sieg.



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