Politik
Mittwoch, 27. Januar 2010
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
Frankreich plant Sanktionen gegen die Burka
Von Birgit Holzer, Paris
Vollverschleierten Frauen soll künftig die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel verboten werden.
Unsichtbar wollte sie sein und nicht mehr den Blicken der anderen ausgesetzt. Am eigenen Leib erfahren, wie es sich anfühlt, sich verhüllt in einer Burka auf den Straßen von Paris zu bewegen. Einen Monat lang trug die französische Künstlerin Bérengère Lefranc einen Ganzkörper-Schleier, der nur einen Schlitz für die Augen lässt. Ihre Eindrücke hat die 40-Jährige in einem Buch festgehalten.
Gute Verkaufszahlen sind ihrem Erlebnisbericht gewiss, der Zeitpunkt für die Veröffentlichung könnte nicht geschickter gewählt sein. Gestern hat eine parteiübergreifende Parlamentskommission der französischen Nationalversammlung Empfehlungen für den Umgang mit der Vollverschleierung vorgelegt.
Entscheidung fällt im März
Die Burka soll zwar nicht verboten, aber Trägerinnen der Zugang zu öffentlichen Gebäuden wie Behörden, Schulen und Krankenhäuser untersagt werden. Busse und Bahnen sollten sie nicht mehr befördern. Ein Bußgeld von 750 Euro, wie es Jean-François Copé, Fraktionschef der konservativen Regierungspartei UMP, vorschlägt, gilt aber nicht als praktikabel, ebenso wenig wie die Überlegung, Einbürgerungsanträge vollverschleierter Frauen abzulehnen. Eine endgültige Entscheidung fällt wohl erst nach den Regionalwahlen im März.
So bleibt umstritten, wie man nun mit der Burka verfahren soll. Die einen, darunter auch Präsident Nicolas Sarkozy, lehnen sie als Zeichen der Unterdrückung der Frau ab; andere mahnen mehr Toleranz an. Zwar tragen sie laut Schätzungen der Polizei im ganzen Land höchstens 2000 Frauen. Der Geheimdienst zählte gar nur 367. Laut der Tageszeitung „Le Parisien“ wünschen zwei Drittel der Franzosen ein Anti-Burka-Gesetz.
Gute Verkaufszahlen sind ihrem Erlebnisbericht gewiss, der Zeitpunkt für die Veröffentlichung könnte nicht geschickter gewählt sein. Gestern hat eine parteiübergreifende Parlamentskommission der französischen Nationalversammlung Empfehlungen für den Umgang mit der Vollverschleierung vorgelegt.
Entscheidung fällt im März
Die Burka soll zwar nicht verboten, aber Trägerinnen der Zugang zu öffentlichen Gebäuden wie Behörden, Schulen und Krankenhäuser untersagt werden. Busse und Bahnen sollten sie nicht mehr befördern. Ein Bußgeld von 750 Euro, wie es Jean-François Copé, Fraktionschef der konservativen Regierungspartei UMP, vorschlägt, gilt aber nicht als praktikabel, ebenso wenig wie die Überlegung, Einbürgerungsanträge vollverschleierter Frauen abzulehnen. Eine endgültige Entscheidung fällt wohl erst nach den Regionalwahlen im März.
So bleibt umstritten, wie man nun mit der Burka verfahren soll. Die einen, darunter auch Präsident Nicolas Sarkozy, lehnen sie als Zeichen der Unterdrückung der Frau ab; andere mahnen mehr Toleranz an. Zwar tragen sie laut Schätzungen der Polizei im ganzen Land höchstens 2000 Frauen. Der Geheimdienst zählte gar nur 367. Laut der Tageszeitung „Le Parisien“ wünschen zwei Drittel der Franzosen ein Anti-Burka-Gesetz.







