Panorama
Montag, 22. März 2010
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
Die Handschellen klicken bei der Einreise am Flughafen
Von Jutta Schütz und
Sascha Meyer, Berlin
Zwei Wochen nach ihrem Überfall auf ein Berliner Poker-Turnier haben sich auch die letzten beiden Täter gestellt. Doch von der Beute fehlt weiter jede Spur.
Der ganz große Coup sollte es werden – doch zwei Wochen nach dem spektakulären Überfall auf ein Poker-Turnier in einem Berliner Luxushotel ist es vorbei: Alle vier mutmaßlichen Räuber sind gefasst und sitzen in Untersuchungshaft. Auch die letzten beiden Verdächtigen hatten zu hoch gepokert. Zwar konnten sie sich zunächst ins Ausland absetzen. Doch am Sonnabend waren sie mit den Nerven am Ende – sie stellten sich und flogen innerhalb weniger Stunden nach Berlin ein. Jetzt fehlen nur noch die 242000 Euro Beute.
Gegen elf Uhr klickten bei einem 20-Jährigen auf dem Flughafen Tegel nach seiner Landung aus Istanbul die Handschellen. Nur acht Stunden später kam der Flug mit der Nummer ST 6003 aus Beirut in der deutschen Hauptstadt an und mit ihm der letzte Verdächtige der Poker-Räuber. Der 19-Jährige wurde gegen 19 Uhr festgenommen und zur Vernehmung gebracht.
Ermittler „absolut zufrieden“
Die Ermittler bei Polizei und Justiz zeigten sich „absolut zufrieden“, dass die Verdächtigen nun allesamt hinter Schloss und Riegel im größten deutschen Männer-Untersuchungsgefängnis Berlin- Moabit sind. Doch bohrende Fragen bleiben. „Die Beute ist nach wie vor nicht da“, sagte Staatsanwaltschaftssprecher Martin Steltner gestern. Interessant dürfte auch sein, ob es möglicherweise Drahtzieher aus der organisierten Kriminalität gibt, wie am Sonntag in Medien spekuliert wurde. Es tauchten auch Gerüchte auf, dass das Geld schon längst bei Verwandten der jungen Männer sein könnte.
Die Anwälte der beiden in den Libanon und die Türkei geflüchteten Verdächtigen hatten der Polizei telefonisch angekündigt, dass ihre Mandanten aufgeben und sich stellen wollen, wie Polizeisprecher Frank Millert sagte. Die Ermittler hatten mit einer internationalen Fahndung auch riesigen Druck aufgebaut. Mit Haftbefehl, Fotos und Namen war nach den Männern gesucht worden.
Vier junge Männer aus Berlin mit türkischen und arabischen Wurzeln waren bei dem Überfall im Grand Hyatt Hotel am Potsdamer Platz am helllichten Tag stümperhaft zu Werke gegangen. Sie hinterließen jede Menge Spuren, wurden von Überwachungskameras gefilmt und flüchteten in einem Auto, dessen Nummernschild sich ein Zeuge merken konnte. Der Wagen war auf einen 21-jährigen Verdächtigen zugelassen.
Erfolgreiche zweite Woche
Dieser stellte sich am Montag vergangener Woche als erster bei der Polizei und verriet seine Komplizen. Als Kronzeuge könnte er einen Strafnachlass bekommen. Auch der zweite Verdächtige war noch in der Hauptstadt. Der 20-Jährige ließ sich am Mittwochabend widerstandslos festnehmen. Er war zufällig von einer Zivilstreife kontrolliert worden.
Nach dem Überfall war sich Berlins PolizeipräsidentDieter Glietsch sicher, dass die Bande schnell gefasst wird. Doch dann verging eine Woche, ohne dass ein Fahndungserfolg sichtbar wurde. In der zweiten Woche lief es besser für die Ermittler: Von Montag bis Sonnabend ging es Schlag auf Schlag bis zur Festnahme der Nummer vier. (dpa)
Gegen elf Uhr klickten bei einem 20-Jährigen auf dem Flughafen Tegel nach seiner Landung aus Istanbul die Handschellen. Nur acht Stunden später kam der Flug mit der Nummer ST 6003 aus Beirut in der deutschen Hauptstadt an und mit ihm der letzte Verdächtige der Poker-Räuber. Der 19-Jährige wurde gegen 19 Uhr festgenommen und zur Vernehmung gebracht.
Ermittler „absolut zufrieden“
Die Ermittler bei Polizei und Justiz zeigten sich „absolut zufrieden“, dass die Verdächtigen nun allesamt hinter Schloss und Riegel im größten deutschen Männer-Untersuchungsgefängnis Berlin- Moabit sind. Doch bohrende Fragen bleiben. „Die Beute ist nach wie vor nicht da“, sagte Staatsanwaltschaftssprecher Martin Steltner gestern. Interessant dürfte auch sein, ob es möglicherweise Drahtzieher aus der organisierten Kriminalität gibt, wie am Sonntag in Medien spekuliert wurde. Es tauchten auch Gerüchte auf, dass das Geld schon längst bei Verwandten der jungen Männer sein könnte.
Die Anwälte der beiden in den Libanon und die Türkei geflüchteten Verdächtigen hatten der Polizei telefonisch angekündigt, dass ihre Mandanten aufgeben und sich stellen wollen, wie Polizeisprecher Frank Millert sagte. Die Ermittler hatten mit einer internationalen Fahndung auch riesigen Druck aufgebaut. Mit Haftbefehl, Fotos und Namen war nach den Männern gesucht worden.
Vier junge Männer aus Berlin mit türkischen und arabischen Wurzeln waren bei dem Überfall im Grand Hyatt Hotel am Potsdamer Platz am helllichten Tag stümperhaft zu Werke gegangen. Sie hinterließen jede Menge Spuren, wurden von Überwachungskameras gefilmt und flüchteten in einem Auto, dessen Nummernschild sich ein Zeuge merken konnte. Der Wagen war auf einen 21-jährigen Verdächtigen zugelassen.
Erfolgreiche zweite Woche
Dieser stellte sich am Montag vergangener Woche als erster bei der Polizei und verriet seine Komplizen. Als Kronzeuge könnte er einen Strafnachlass bekommen. Auch der zweite Verdächtige war noch in der Hauptstadt. Der 20-Jährige ließ sich am Mittwochabend widerstandslos festnehmen. Er war zufällig von einer Zivilstreife kontrolliert worden.
Nach dem Überfall war sich Berlins PolizeipräsidentDieter Glietsch sicher, dass die Bande schnell gefasst wird. Doch dann verging eine Woche, ohne dass ein Fahndungserfolg sichtbar wurde. In der zweiten Woche lief es besser für die Ermittler: Von Montag bis Sonnabend ging es Schlag auf Schlag bis zur Festnahme der Nummer vier. (dpa)






