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Meißen
Samstag, 31. Juli 2010
(Sächsische Zeitung)

Landwirt will Schadenersatz

Von Torsten Oelsner

Ein Brockwitzer Bauer streitet sich mit Wingas. Die Opaltrasse habe seinen Acker geschädigt.

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Matthias Grosser beklagt, dass sein Boden auf der Opal-Trasse schlechter ist als vorher und verlangt eine Entschädigung. Für den Nutzungsausfall bekam er Geld, dauerhafte Schäden sieht die Wingas nicht.Foto: Kube

Nach der spektakulären Elbquerung der Opal-Erdgasleitung im vergangenen November scheint es nun ruhiger geworden zu sein, was den Baufortschritt bei dem Mammutprojekt angeht. Linkselbisch, bei Gauernitz, liegen noch die Rohre auf der Wiese und rechtselbisch geht der Streit seit April, wann endlich die Deckschicht auf den bereits fertig gestellten Teilabschnitten der Leitung aufgebracht wird.

Stellungskrieg per Mail

Der Eindruck, dass es nicht so recht voran gehe, sei völlig falsch, sagt Nicholas Neu, der Sprecher des Gasunternehmens. „Bis Jahresende wollen wir in ganz Sachsen fertig sein“, verspricht Neu. Und: „Wir verlassen die Baustellen so wie wir sie vorgefunden haben“.

Einer, der da sofort und heftig widerspricht ist der Brockwitzer Landwirt Matthias Grosser. Seit dem Frühjahr liefert er sich mit Wingas einen Stellungskrieg per Mail, Brief und Telefon.

„Opal ist bei mir inzwischen ein ganzer Ordner“, sagt Grosser. Erst mahnte er an, dass doch noch vor der Pflanzperiode die Deckschicht auf der Trasse aufgebracht wird, wo seine Felder liegen. Daraus wurde nichts. Opal verwies auf Verträge, in denen nicht bis April, sondern ab April gestanden habe. Inzwischen ist die Deckschicht größtenteils drauf, aber der Streit geht weiter. Und beschäftigt inzwischen auch einen landwirtschaftlichen Gutachter aus Thüringen, den die Wingas bezahlt. Der soll nämlich feststellen, ob der Boden nach den Arbeiten tatsächlich wieder so ist, wie vorher.

„Das ist er nicht“, so Grosser. Durch die Arbeiten ist er verdichtet und soll mit Kalk und Kompost wieder aufgelockert werden. Das Schlimmste habe er noch verhütet, weil er selbst regelmäßig an der Baustelle war. So habe er gesehen, wie bei Starkregen Erde aufgebracht werden sollte. „Das ist grundfalsch“, so Grosser. Bei Nässe sind die feinen Hohlräume im Erdreich ohnehin gepresst. Werde dann noch mit schweren Raupen darüber gefahren, sei der Boden unrettbar verdichtet. Erst ein Anruf beim zuständigen Bauleiter habe die Bagger und Lkw gestoppt. Derzeit werde der Boden auf seinen Flächen gesiebt und von Unkraut gereinigt, dass in der Zeit des Baues gewachsen ist. Denn für eine Baustraße hatte man eine Bahn aus Vlies aufgebracht. Diese ist aber durch den starken Baustellenverkehr teilweise ausgefranst, sodass Fetzen im Erdreich liegen. „Die müssen alle raus“, sagt Grosser.

Dennoch bleibt als Endergebnis, dass der Boden nicht mehr die Struktur aufweise wie vor der Baustelle. Und hier zeichnet sich der nächste Streit ab. Grosser sagt: „Da werden wir über Geld reden.“ Wingas-Sprecher Neu dagegen: „Entschädigungen zahlen wir prinzipiell nicht“.



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