Kultur
Montag, 21. April 2008
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
Rassismus ist eine Schande für das „weltoffene“ Dresden
Oliver Reinhard über Ausländerfeindlichkeit gegenüber Filmfest-Gästen und anderen Künstlern
In sz-online
Die Augen der Tutli-Putli
Der Jubiläumsjahrgang des 20. Dresdner Kurzfilmfestes war einer der besten seit Langem.
Der Jubiläumsjahrgang des 20. Dresdner Kurzfilmfestes war einer der besten seit Langem.
Jedes Jahr zum Kurzfilmfestival kommen für ein paar Tage auf einen Schlag Hunderte junge Künstler aus aller Welt nach Dresden. Sie freuen sich über die Gastfreundschaft und die Neugier vieler Einheimischer, die meisten fühlen sich wohl in der Stadt. Auch deshalb, weil die in dieser Zeit ungewöhnlich international wirkt.
Die Kurzfilme selber liefern ein buntes Bild davon, wie fruchtbar sich internationale Einflüsse auf Deutschland auswirken können, wie stark sich ihre integrative Kraft mitunter entfaltet: Noch nie waren unter den deutschen Regisseuren so viele Talente mit Namen wie Ebele Okoye, Wojtek Wawszcyk, Ahmet Tas, Ismet Ergün und Hyekung Jong. Umso beschämender, wenn es in Dresden gerade in diesen Tagen immer wieder zu rassistischen Beleidigungen kommt. Zum wiederholten Mal wurde eine schwarze Filmerin von Dresdnern bedroht, als „Neger“ beschimpft, sogar von einem Kleinkind. Aus der Kunstszene hört man Ähnliches, meist von Afrikanern und Afro-Amerikanern.
Das sind keine gehirnamputierten Einzelfälle. Das zieht sich quer durch die Gesellschaft. Will sich Dresden weiterhin als weltoffen darstellen, gibt es noch viel zu tun. Und zwar bald. Auch dabei könnte die Stadt vom Filmfest lernen.
Die Kurzfilme selber liefern ein buntes Bild davon, wie fruchtbar sich internationale Einflüsse auf Deutschland auswirken können, wie stark sich ihre integrative Kraft mitunter entfaltet: Noch nie waren unter den deutschen Regisseuren so viele Talente mit Namen wie Ebele Okoye, Wojtek Wawszcyk, Ahmet Tas, Ismet Ergün und Hyekung Jong. Umso beschämender, wenn es in Dresden gerade in diesen Tagen immer wieder zu rassistischen Beleidigungen kommt. Zum wiederholten Mal wurde eine schwarze Filmerin von Dresdnern bedroht, als „Neger“ beschimpft, sogar von einem Kleinkind. Aus der Kunstszene hört man Ähnliches, meist von Afrikanern und Afro-Amerikanern.
Das sind keine gehirnamputierten Einzelfälle. Das zieht sich quer durch die Gesellschaft. Will sich Dresden weiterhin als weltoffen darstellen, gibt es noch viel zu tun. Und zwar bald. Auch dabei könnte die Stadt vom Filmfest lernen.
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