Kultur
Mittwoch, 20. Januar 2010
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
„Lupenreine Verleumdung“
Von Thomas Borchert
Die Ex-Lebensgefährtin von Stieg Larsson ist über ein Buch empört, das den toten Krimi-Autor in ein schlechtes Licht rückt.
Nach dem Krimi-Welterfolg für Stieg Larsson mit „Verblendung“, „Verdammnis“ und „Vergebung“ jetzt eine „lupenreine Verleumdung“: So nennt die Lebensgefährtin des 2004 gestorbenen Schweden die erste Buchveröffentlichung eines Ex-Kollegen über den erst nach seinem Tod berühmt gewordenen Autor. „Mein Freund Stieg Larsson“ betitelte der Ex-Kollege Kurdo Baksi sein Werk, in dem er aber wenig freundschaftliche Vorwürfe ausbreitet: Larsson habe in den 90er-Jahren als Journalist für die Nachrichtenagentur TT gefälschte Interviews in den Dienst geschummelt, „parteiische Texte“ geschrieben und sich als „überempfindlicher Gernegroß“ aufgespielt. Das Buch wird Mitte April auch in Deutschland erscheinen.
Über 20 Millionen Exemplare der „Millenniums-Trilogie“ mit Larssons unbesiegbarer Heldin Lisbeth Salander sind bisher verkauft worden. Die Verfilmungen laufen in den Kinos, Hollywood steht bereit. Dass die Kultfrau Lisbeth von ihrem literarischen Erfinder mit schier übermenschlichen Kräften ausgestattet worden ist, hält Baksi für die Konsequenz von schlechtem Gewissen: Larsson habe als 15-Jähriger passiv zugesehen, wie gleichaltrige Freunde ein Mädchen vergewaltigten. Die Stimme des Opfers klinge in Salander nach, meint Baksi.
Hässlicher Streit ums Erbe
Neben Eva Gabrielsson, die mit Larsson nie verheiratet war, und einem Ex-Chef von TT taten auch die meisten Rezensenten das neue Buch als äußerst fragwürdig und dünn ab. Seine Krimis schrieb Larsson im Stillen, ehe er Ende 2004 mit 50 nach einem Herzinfarkt starb. Erst danach erschien der erste von drei fertigen Bänden.
Damit kam der posthume Ruhm und mit ihm hässlicher Streit um das hastig wachsende Erbe. Gabrielsson trägt ihn auch über die Medien mit Larssons Vater und Bruder aus. Deren Abfindungsangebot über rund zwei Millionen Euro wies sie ab. Die bisherigen Einnahmen und Erlöse werden auf das Sechs- bis Siebenfache geschätzt. (dpa)
Über 20 Millionen Exemplare der „Millenniums-Trilogie“ mit Larssons unbesiegbarer Heldin Lisbeth Salander sind bisher verkauft worden. Die Verfilmungen laufen in den Kinos, Hollywood steht bereit. Dass die Kultfrau Lisbeth von ihrem literarischen Erfinder mit schier übermenschlichen Kräften ausgestattet worden ist, hält Baksi für die Konsequenz von schlechtem Gewissen: Larsson habe als 15-Jähriger passiv zugesehen, wie gleichaltrige Freunde ein Mädchen vergewaltigten. Die Stimme des Opfers klinge in Salander nach, meint Baksi.
Hässlicher Streit ums Erbe
Neben Eva Gabrielsson, die mit Larsson nie verheiratet war, und einem Ex-Chef von TT taten auch die meisten Rezensenten das neue Buch als äußerst fragwürdig und dünn ab. Seine Krimis schrieb Larsson im Stillen, ehe er Ende 2004 mit 50 nach einem Herzinfarkt starb. Erst danach erschien der erste von drei fertigen Bänden.
Damit kam der posthume Ruhm und mit ihm hässlicher Streit um das hastig wachsende Erbe. Gabrielsson trägt ihn auch über die Medien mit Larssons Vater und Bruder aus. Deren Abfindungsangebot über rund zwei Millionen Euro wies sie ab. Die bisherigen Einnahmen und Erlöse werden auf das Sechs- bis Siebenfache geschätzt. (dpa)







