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Kultur
Montag, 3. November 2008

Bond hat seine Mission in Berlin erfüllt

Der Anzug sitzt - James Bond feiert Deutschlandpremiere in Berlin

Von Caroline Bock

Der Anzug saß perfekt, die blauen Augen blitzten wie im Film, James Bond alias Daniel Craig wirkte wie immer top in Form: Er plauderte zur Deutschlandpremiere mit Begeisterung über sein neues Abenteuer als 007.

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Anstrengende Mission: "James Bond" gibt in Berlin Autogramme. Foto: dpa

Berlin - Nach seinem zweiten Bond-Film will er sich nun eine kleine Auszeit gönnen. „Ich mache eine Pause für den Rest des Jahres“, kündigte der 40-Jährige an. „Ein Quantum Trost“ ist die Fortsetzung von „Casino Royale“, dem ersten Bond-Film mit Craig. Kinostart ist an diesem Donnerstag. In England ist der Action- Thriller bereits ein Kassenknüller.

Regie führte der Deutsch-Schweizer Marc Forster („Monster's Ball“), der mit Craig, Bond-Girl Olga Kurylenko und Bösewicht Anatole Taubman den Film in Berlin vorstellte. Der 22. Bond ist mit rund 100 Minuten das kürzeste 007-Abenteuer aller Zeiten. Dafür gibt es reichlich „Krawumm“. 54 Explosionen und 200000 Platzpatronen kamen bei der Produktion zusammen. Für eine Szene bei den Bregenzer Festspielen wurden 1000 Statisten in Operngarderobe gesteckt. Bond will diesmal herausfinden, wer hinter dem Verrat an seiner großen Liebe Vesper steckt. Dabei kommt er dem rücksichtslosen Geschäftsmann Dominic Greene (Mathieu Almaric) auf die Spur.

Klassische Zutaten wie die Gags von Technik-Genie „Q“ und die Bond-Scherze mit Miss Moneypenny fehlen diesmal. Er habe deswegen eigentlich mit härteren Kritiken gerechnet, sagte Forster. Dem Regisseur ging es darum, den Agenten als „gebrochenen Menschen“ zu zeigen. Der Drehbuchstreik in Hollywood blieb nicht ohne Folgen, der Autor wechselte. „Ich habe die Welt bereist und hatte noch gar kein Drehbuch“, erzählte Forster über seine Besuche an den Schauplätzen. Der Regisseur will nach dem Riesenprojekt jetzt „etwas ganz anderes“ machen. Er fände es aber perfekt, wenn aus den jüngsten Bond-Abenteuern eine Trilogie würde, sagte er.

Film-Bösewicht Taubman, der in Berlin lebt, ist wie Forster in der Schweiz aufgewachsen. Beim Kennenlernen führten sie drei Stunden lang ein Gespräch auf Schweizerdeutsch - das Eis war gebrochen. „Mein Glück!“, sagt Taubman. Für seine Rolle als schrulliger Handlanger Elvis hat er gekämpft. Er wollte als Bösewicht „keine langweilige Tapete“ sein, sondern dem Part ein paar Besonderheiten geben. „Der Marc war für alles offen“, schwärmt Taubman, der im Film mit eigenartiger Tonsur auftritt. In Sönke Wortmanns Mittelalter- Geschichte „Die Päpstin“ wird Taubman vermutlich eine ähnliche Frisur tragen.

Top in Form gebracht wurde auch Bond-Girl Olga Kurylenko. Vor dem Dreh absolvierte sie jeden Tag vier Stunden Fitnesstraining und abends noch 1,5 Stunden im Windkanal für die Fallschirm-Szene. „Mein ganzer Körper tat weh“, erinnert sich die 28-Jährige. Craig musste in Berlin, anders als bei der Weltpremiere in London, seine verletzte Schulter nicht mehr in einer Schlinge tragen. Er dementierte Berichte, wonach er sich für einen männerliebenden 007 eingesetzt habe. „Ich wollte nie einen schwulen Bond“, sagte er.

Vorstellen kann sich Craig aber, dass im nächsten Bond-Abenteuer wieder die klassischen Figuren „Q“ und Miss Moneypenny vorkommen - mit neuen Darstellern. „Ich würde das gerne den besten Schauspielern geben.“ Über Bond sagt Craig: „Ich hoffe, er bleibt so britisch wie möglich.“ (dpa)


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