Dresden
Freitag, 30. April 2010
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
Wie weiter mit dem Postplatz?
Von Bettina Klemm
Die Fassade für das künftige Hotel wurde von den Architekten Knerer & Lang entworfen. Noch in diesem Jahr soll der Bau beginnen.
Am Postplatz sollen ab Oktober ein Hotel für „Motel one“ (links) und ein Geschäftshaus errichtet werden. Visualisierung: TLG Immobilien
In sz-online
Im Zentrum fehlt günstiges Hotel
Denni Klein zum neuen Hotel am Postplatz.
Denni Klein zum neuen Hotel am Postplatz.
Letzte Chance am Postplatz verbaut
Peter Ufer über die neue Gestaltung des alten Postplatzes.
Peter Ufer über die neue Gestaltung des alten Postplatzes.
Fotogalerien
Der Postplatz alt und neu
Bilder von 1907 bis 2010
Bilder von 1907 bis 2010
So soll die Fassade des Motel-One-Hotels am Postplatz aussehen. Um sie wurde lange gerungen. Aus dem Wettbewerb, bei dem Stadtplanungs-Chef Andreas Wurff sowie die Architekten Canan Rohde-Can, Matthias Höhne und Matthias Horst als Fachpreisrichter fungierten, gingen zwei Preisträger hervor. Auf Drängen der Stadt haben sich jetzt die Bauherren TLG-Immobilien und die künftigen Nutzer auf den Entwurf des Dresdner Büros Knerer & Lang geeinigt.
„Wir haben uns bewusst für eine robuste, flächige Lochfassade entschieden, weil so am besten der Eindruck einer ablesbaren Platzkante entsteht“, erläutert Thomas Knerer seinen Entwurf. Das sei auch eine zeitgemäße Antwort auf den Dresdner Zwinger gegenüber. Markantes Zeichen ist ein in den Platz hineinragender, auf Säulen ruhender Riegel. Die Grundgestalt wurde bereits mit dem seit 1999 gültigen Bebauungsplan vorgegeben. An ihm hält die Stadt fest.
Spruch auf dem Dach
Im Gegensatz zum Bebauungsplan sollen die Säulen jedoch nur über zwei und nicht drei Geschosse reichen. Damit erhält der Riegel ein Geschoss mehr. „Er wirkt damit nicht so gestelzt“, sagt der 46-jährige Knerer. Als oberen Abschluss des Gebäudes hat er etwa ein Meter hohe Metallbuchstaben vorgesehen. Sie ergeben – passend zur Hotelnutzung – den altgriechischen Spruch: „Ein Leben ohne Freude ist wie eine weite Reise ohne Gasthaus“.
Hauptmieter soll die Hotelkette Motel One sein, die ein Zwei-Sterne-Haus mit 287 Zimmern plant. Vorgesehen sind zudem eine Tiefgarage mit 163 Plätzen sowie Büros und Restaurants. Die TLG Immobilien GmbH möchte den rund 35 Millionen Euro teuren Gebäudekomplex schnell errichten. Zuvor müssen auf der Fläche allerdings noch archäologische Grabungen erfolgen. Gibt es keine weiteren Verzögerungen, könnte der Bau noch in diesem Jahr beginnen, sagt der Dresdner TLG-Chef Klaus-Dieter Schwensen. Sein Unternehmen baute bereits den Wilsdruffer Kubus, in dem der Software-Spezialist SAP seinen Firmensitz eingerichtet hat. Es ist auch an der Altmarkt-Galerie beteiligt. „Wir hoffen, dass mit dem Hotel die Entwicklung des Postplatzes neuen Schwung bekommt“, sagt Schwensen.
Der international anerkannte Architekt Joachim Schürmann hatte 1991 den Wettbewerb zur Gestaltung des Postplatzes gewonnen. Auf der Basis seiner Arbeit wurde der Bebauungsplan entwickelt. Doch bevor gebaut werden konnte, mussten alle unterirdischen Leitungen neu verlegt und die Straßenbahnhaltestellen neu angeordnet werden. Allein die Arbeiten zwischen Postplatz und Antonsplatz haben 42 Millionen Euro gekostet, weitere 17 Millionen Euro wurden für die angrenzenden Bereiche wie Dippoldiswalder Platz und Freiberger Straße benötigt. Mühsam war auch die Klärung von Grundstücksfragen. „Doch jetzt sind alle Voraussetzungen geschaffen“, sagt Barbara Engel. Sie ist für die Stadtplanung in der Innenstadt zuständig und hofft nun, dass sich weitere Investoren finden. Der Schürmann-Plan biete ausreichend Spielräume dafür. Um für ihn zu werben, hatte Engel vor einer Woche zu einem runden Tisch eingeladen.
Wassergraben geplant
Entgegen früherer Vorstellungen sollten an Postplatz und Wallstraße auch verstärkt Wohnungen statt Büros errichtet werden. Für ein angenehmes Umfeld hat Schürmann einen Wassergraben und Baumreihen entlang der Marienstraße vorgeschlagen. Sie sollen an die alte Festungsanlage erinnern. Jetzt prüft die Stadt, wie der Bau dieses Wassergrabens möglichst schnell erfolgen kann. Leider stehen derzeit weder Investoren für die Bebauung des Telekom-Geländes noch für die Wallstraße bereit, sagt Engel. Kräftig gebaut wird hingegen an der Altmarkt-Galerie.
„Wir haben uns bewusst für eine robuste, flächige Lochfassade entschieden, weil so am besten der Eindruck einer ablesbaren Platzkante entsteht“, erläutert Thomas Knerer seinen Entwurf. Das sei auch eine zeitgemäße Antwort auf den Dresdner Zwinger gegenüber. Markantes Zeichen ist ein in den Platz hineinragender, auf Säulen ruhender Riegel. Die Grundgestalt wurde bereits mit dem seit 1999 gültigen Bebauungsplan vorgegeben. An ihm hält die Stadt fest.
Spruch auf dem Dach
Im Gegensatz zum Bebauungsplan sollen die Säulen jedoch nur über zwei und nicht drei Geschosse reichen. Damit erhält der Riegel ein Geschoss mehr. „Er wirkt damit nicht so gestelzt“, sagt der 46-jährige Knerer. Als oberen Abschluss des Gebäudes hat er etwa ein Meter hohe Metallbuchstaben vorgesehen. Sie ergeben – passend zur Hotelnutzung – den altgriechischen Spruch: „Ein Leben ohne Freude ist wie eine weite Reise ohne Gasthaus“.
Hauptmieter soll die Hotelkette Motel One sein, die ein Zwei-Sterne-Haus mit 287 Zimmern plant. Vorgesehen sind zudem eine Tiefgarage mit 163 Plätzen sowie Büros und Restaurants. Die TLG Immobilien GmbH möchte den rund 35 Millionen Euro teuren Gebäudekomplex schnell errichten. Zuvor müssen auf der Fläche allerdings noch archäologische Grabungen erfolgen. Gibt es keine weiteren Verzögerungen, könnte der Bau noch in diesem Jahr beginnen, sagt der Dresdner TLG-Chef Klaus-Dieter Schwensen. Sein Unternehmen baute bereits den Wilsdruffer Kubus, in dem der Software-Spezialist SAP seinen Firmensitz eingerichtet hat. Es ist auch an der Altmarkt-Galerie beteiligt. „Wir hoffen, dass mit dem Hotel die Entwicklung des Postplatzes neuen Schwung bekommt“, sagt Schwensen.
Der international anerkannte Architekt Joachim Schürmann hatte 1991 den Wettbewerb zur Gestaltung des Postplatzes gewonnen. Auf der Basis seiner Arbeit wurde der Bebauungsplan entwickelt. Doch bevor gebaut werden konnte, mussten alle unterirdischen Leitungen neu verlegt und die Straßenbahnhaltestellen neu angeordnet werden. Allein die Arbeiten zwischen Postplatz und Antonsplatz haben 42 Millionen Euro gekostet, weitere 17 Millionen Euro wurden für die angrenzenden Bereiche wie Dippoldiswalder Platz und Freiberger Straße benötigt. Mühsam war auch die Klärung von Grundstücksfragen. „Doch jetzt sind alle Voraussetzungen geschaffen“, sagt Barbara Engel. Sie ist für die Stadtplanung in der Innenstadt zuständig und hofft nun, dass sich weitere Investoren finden. Der Schürmann-Plan biete ausreichend Spielräume dafür. Um für ihn zu werben, hatte Engel vor einer Woche zu einem runden Tisch eingeladen.
Wassergraben geplant
Entgegen früherer Vorstellungen sollten an Postplatz und Wallstraße auch verstärkt Wohnungen statt Büros errichtet werden. Für ein angenehmes Umfeld hat Schürmann einen Wassergraben und Baumreihen entlang der Marienstraße vorgeschlagen. Sie sollen an die alte Festungsanlage erinnern. Jetzt prüft die Stadt, wie der Bau dieses Wassergrabens möglichst schnell erfolgen kann. Leider stehen derzeit weder Investoren für die Bebauung des Telekom-Geländes noch für die Wallstraße bereit, sagt Engel. Kräftig gebaut wird hingegen an der Altmarkt-Galerie.







