Dresden
Dienstag, 16. März 2010
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
Was Dresden an den Autofahrern verdient
Von Denni Klein
Parken, Falschparken und Rasen brachten der Stadt 2009 gut 13 Millionen Euro. Während Verkehrssünder weniger zahlten, sprudeln die Parkgebühren kräftig.
In sz-online
Autofahrer wird künftig mehr zahlen
Denni Klein zu den Einnahmen der Stadt von Autofahrern.
Denni Klein zu den Einnahmen der Stadt von Autofahrern.
Autofahrer sind für Dresden eine wichtige Einnahmequelle. Allein im vergangenen Jahr flossen mehr als 13 Millionen Euro aus Knöllchen, Bußgeld und Parkgebühren in die Stadtkasse. Ein Großteil der Mittel fließt in den Bau und Reparaturen von Straßen.
Parkgebühren brachten 2009 rund 6,9 Millionen Euro
Vor allem der seit Jahren betriebene Ausbau kostenpflichtiger Parkplätze zahlt sich für die Stadt aus: 6,9 Millionen Euro macht der Anteil an der Summe 2009 aus. Das sind 235 Prozent oder knapp vier Millionen Euro mehr als noch vor zehn Jahren. Haupteinnahmebereich ist dabei das Stadtzentrum. Hier gelten die höchsten Gebühren, und es sind die meisten Stellflächen kostenpflichtig. Im Zentrum ist das Abstellen des Autos am teuersten. Hier kosten 20 Minuten 0,50 Euro. Der Tageshöchstsatz liegt bei sechs Euro. Dies gilt im bundesweiten Vergleich der Großstädte als moderater Preis.
Falschparker brachten 2009 rund 3,94 Millionen Euro<br />
Zweitgrößte Einnahmequelle sind die fürs Falschparken verteilten Knöllchen. Die brachten dem Stadtsäckel im vergangenen Jahr rund 3,94 Millionen Euro ein. Die Einnahmen liegen seit Jahren auf konstantem Niveau um die vier Millionen Euro. 2009 wurden insgesamt 265365 Knöllchen verteilt. Im Schnitt kostete das Ticket für das Falschparken etwa 15 Euro. Am häufigsten wird weiterhin im Stadtzentrum falsch geparkt. Brennpunkte sind die Straßen rund um das Schauspielhaus, den Zwinger und die Semperoper. Nach dem Knöllchen-Rekordjahr 2008 mit knapp 305000 Strafzetteln sank die Zahl im Vorjahr wieder um 40000 Knöllchen.
Erwischte Raser brachten 2009 rund 2,18 Millionen Euro
Die erfreuliche Nachricht zuerst: Die Zahl der Tempo- und Rotsünder sinkt seit Jahren deutlich. Wurden 2006 knapp 109000 Raser erwischt, waren es im vergangenen Jahr nur noch 71558 Temposünder – und das bei in etwa gleichbleibend häufigen Kontrollen. 2009 brachte das dem Finanzbürgermeister 2,18 Millionen Euro ein. Im Schnitt wurden also 30 Euro Bußgeld fällig.
Kontrollen finden besonders in Tempo-30-Zonen, vor Kitas und Schulen und an Unfallschwerpunkten statt. Zwar ist jeder Raser immer noch einer zu viel, aber dieser anhaltend rückläufige Trend gilt bei Ordnungshütern als positives Signal für die Sicherheit auf Dresdens Straßen.
Aus Sicht von Verkehrsexperten ist das auch ein Ergebnis des immer schneller werdenden Autoverkehrs in Dresden. Wie die jüngste Reisezeitstudie der TU belegt, ist man mit dem Auto in Dresden im Schnitt mit Tempo 30 unterwegs. Dieser Wert gilt für eine Großstadt als Spitzenwert, der kaum noch zu verbessern ist. Die große Zahl an zügig zu befahrenden Routen macht unnötige und oft auch unzulässige Überholmanöver manch genervten Autofahrers mit zu hoher Geschwindigkeit unattraktiv.
Vierspurige Straßen als Rennstrecken missbraucht
Allerdings werden häufig gut ausgebaute Strecken als Rennstrecken missbraucht. Das belegen die Zahlen von den Messungen der starren Blitzkästen (siehe Grafik). So führte die Dohnaer Straße hier die Liste wie schon 2008 an. Hier wurden im Vorjahr 5713 Raser und Rotsünder erwischt, immerhin 1166 weniger als ein Jahr zuvor. Ähnlich hohe Zahlen gibt es für die Königsbrücker Landstraße und die Maxim-Gorki-Straße.
Insgesamt lösten die stationären Anlagen 65000-mal aus, bei mobilen Kontrollen wurden weitere 50000 Autofahrer erfasst. Besonders häufig mit mobilen Geräten wird unter anderem an der Tiergartenstraße, der Löbtauer Straße und der Radeburger Straße kontrolliert. Diese Straßen gelten als Unfallschwerpunkte. Die Zahl der Unfälle auf Dresdens Straßen ging zuletzt leicht zurück.
Parkgebühren brachten 2009 rund 6,9 Millionen Euro
Vor allem der seit Jahren betriebene Ausbau kostenpflichtiger Parkplätze zahlt sich für die Stadt aus: 6,9 Millionen Euro macht der Anteil an der Summe 2009 aus. Das sind 235 Prozent oder knapp vier Millionen Euro mehr als noch vor zehn Jahren. Haupteinnahmebereich ist dabei das Stadtzentrum. Hier gelten die höchsten Gebühren, und es sind die meisten Stellflächen kostenpflichtig. Im Zentrum ist das Abstellen des Autos am teuersten. Hier kosten 20 Minuten 0,50 Euro. Der Tageshöchstsatz liegt bei sechs Euro. Dies gilt im bundesweiten Vergleich der Großstädte als moderater Preis.
Falschparker brachten 2009 rund 3,94 Millionen Euro<br />
Zweitgrößte Einnahmequelle sind die fürs Falschparken verteilten Knöllchen. Die brachten dem Stadtsäckel im vergangenen Jahr rund 3,94 Millionen Euro ein. Die Einnahmen liegen seit Jahren auf konstantem Niveau um die vier Millionen Euro. 2009 wurden insgesamt 265365 Knöllchen verteilt. Im Schnitt kostete das Ticket für das Falschparken etwa 15 Euro. Am häufigsten wird weiterhin im Stadtzentrum falsch geparkt. Brennpunkte sind die Straßen rund um das Schauspielhaus, den Zwinger und die Semperoper. Nach dem Knöllchen-Rekordjahr 2008 mit knapp 305000 Strafzetteln sank die Zahl im Vorjahr wieder um 40000 Knöllchen.
Erwischte Raser brachten 2009 rund 2,18 Millionen Euro
Die erfreuliche Nachricht zuerst: Die Zahl der Tempo- und Rotsünder sinkt seit Jahren deutlich. Wurden 2006 knapp 109000 Raser erwischt, waren es im vergangenen Jahr nur noch 71558 Temposünder – und das bei in etwa gleichbleibend häufigen Kontrollen. 2009 brachte das dem Finanzbürgermeister 2,18 Millionen Euro ein. Im Schnitt wurden also 30 Euro Bußgeld fällig.
Kontrollen finden besonders in Tempo-30-Zonen, vor Kitas und Schulen und an Unfallschwerpunkten statt. Zwar ist jeder Raser immer noch einer zu viel, aber dieser anhaltend rückläufige Trend gilt bei Ordnungshütern als positives Signal für die Sicherheit auf Dresdens Straßen.
Aus Sicht von Verkehrsexperten ist das auch ein Ergebnis des immer schneller werdenden Autoverkehrs in Dresden. Wie die jüngste Reisezeitstudie der TU belegt, ist man mit dem Auto in Dresden im Schnitt mit Tempo 30 unterwegs. Dieser Wert gilt für eine Großstadt als Spitzenwert, der kaum noch zu verbessern ist. Die große Zahl an zügig zu befahrenden Routen macht unnötige und oft auch unzulässige Überholmanöver manch genervten Autofahrers mit zu hoher Geschwindigkeit unattraktiv.
Vierspurige Straßen als Rennstrecken missbraucht
Allerdings werden häufig gut ausgebaute Strecken als Rennstrecken missbraucht. Das belegen die Zahlen von den Messungen der starren Blitzkästen (siehe Grafik). So führte die Dohnaer Straße hier die Liste wie schon 2008 an. Hier wurden im Vorjahr 5713 Raser und Rotsünder erwischt, immerhin 1166 weniger als ein Jahr zuvor. Ähnlich hohe Zahlen gibt es für die Königsbrücker Landstraße und die Maxim-Gorki-Straße.
Insgesamt lösten die stationären Anlagen 65000-mal aus, bei mobilen Kontrollen wurden weitere 50000 Autofahrer erfasst. Besonders häufig mit mobilen Geräten wird unter anderem an der Tiergartenstraße, der Löbtauer Straße und der Radeburger Straße kontrolliert. Diese Straßen gelten als Unfallschwerpunkte. Die Zahl der Unfälle auf Dresdens Straßen ging zuletzt leicht zurück.







