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Dresden
Mittwoch, 17. Februar 2010
(Sächsische Zeitung)

Warum dieser Winter der Uniklinik ungewöhnlich viele Patienten bringt

Von Juliane Richter

Viel mehr Patienten als im Vorjahr kommen mit Brüchen in die Klinik. Die Eisglätte führt zu Unfällen mit schweren Folgen.

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Johann Marian Gavlik, Oberarzt der Notaufnahme des Uniklinikums, begutachtet das eingegipste Bein von Patient Günter Rößler. Foto: Steffen Füssel

Glatte Straßen und Fußwege haben den Dresdnern in diesem Winter mehrfach übel mitgespielt. Das zeigen auch die Patientenzahlen der städtischen Krankenhäuser. Die Notaufnahme der Uniklinik hat in diesem Januar 984 Patienten behandelt. Das sind im Vergleich zum Vorjahr etwa sechs Prozent mehr. Auffällig ist jedoch, dass die Zahl der Patienten, die operativ behandelt werden mussten, um mehr als ein Viertel zugenommen hat. „Wir hatten in den vergangenen Wochen viele Patienten, die bei der Glätte ausgerutscht sind und sich vor allem komplizierte Brüche an den Hand- oder Sprunggelenken zugezogen haben“, sagt der leitende Oberarzt der Notaufnahme Johann Marian Gavlik.

An diesem Morgen hat es Günter Rößler erwischt. Auf dem Betriebsgelände seines Arbeitgebers hat er eine Eisfläche übersehen und ist weggerutscht. „Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet. Nach dem Sturz habe ich gesehen, dass es etwas Schlimmes sein muss, weil der Fuß in eine andere Richtung stand“, sagt der 54-Jährige.

Nach dem Richten wird sein Unterschenkel vorübergehend eingegipst. Später muss er dann jedoch operiert werden. „Das Gelenk ist so instabil, dass wir dort eine Platte und Schrauben einsetzen müssen“, sagt Oberarzt Gavlik.

Nahezu die gleiche Prozedur macht nur wenige Minuten später die nächste Patientin durch. Die 66-Jährige ist auf der Mosenstraße ausgerutscht. Auch sie hatte die eisige Schicht übersehen.

„Zwar haben sich die meisten Menschen mittlerweile an die Glätte gewöhnt und sind vorsichtiger, aber vor allem ältere Menschen sind noch immer gefährdet“, sagt Oberarzt Gavlik. Bei Frauen würden die Knochen ab dem 50. Lebensjahr allmählich instabiler, bei Männern ab dem 60. Lebensjahr.

Laut Betreibern von Dresdner Senioreneinrichtungen meiden viele Rentner seit mehreren Wochen den Gang vor die Tür. „Viele trauen sich kaum mehr raus. Ihre Besorgungen lassen sie stattdessen von Familienangehörigen erledigen“, sagt Anja Zieschang vom Verein Betreutes Wohnen. Deshalb sei es dort noch nicht zu Verletzungen gekommen.

Thomas Hohaus, Oberarzt des Krankenhauses Dresden-Friedrichstadt, behandelt in diesem Winter auch viele Brüche bei jungen Leuten. „Ob beim Müllrausbringen oder Zeitungholen, jeden kann es treffen“, so Hohaus. So schnell werde der Andrang im Krankenhaus trotz angekündigtem Temperaturanstieg zudem nicht nachlassen. Denn nun kämen viele Patienten zur Nachbehandlung, die sich im Winterurlaub verletzt hätten.


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