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Dresden
Donnerstag, 1. Oktober 2009
(Sächsische Zeitung)

SPD und Linke wollen Beschluss zum Kulturpalast kippen


Zur Stadtratssitzung heute fordern beide Parteien konkrete Zahlen zu den Kosten für den Umbau.

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So könnte der neue Konzertsaal im Kulturpalast nach den Plänen von Gerkan Marg und Partner einmal aussehen. Foto: Architekten von Gerkan Marg und Partner

„Wir wollen wissen, was der Umbau des Kulturpalastes wirklich kostet und wie das Ganze finanziert werden soll“, sagt SPD-Stadtrat Wilm Heinrich. Die Pläne zum Umbau des Heizkraftwerks Mitte für die Operette geben ihm Grund zur Sorge. Dort ist die Stadt ursprünglich von 48 Millionen Euro ausgegangen, jetzt sind es schon 82 Millionen Euro. „Das gleiche Amt hat auch die Vorgaben für den Kulturpalast berechnet – und damals noch ohne Denkmalschutz“, sagt Heinrich. Nun nutzen seine Fraktion und die Linke eigentlich eine unstrittige Vergabe an das Akustik-Planungsbüro Peutz Consult, um das Thema erneut auf die Tagesordnung zu bringen. Allerdings verschiebt die Oberbürgermeisterin die Diskussion heute auf die nächste Sitzung am 29. Oktober.

Wie ist der aktuelle Stand?

Der Stadtrat hat am 4. Juli 2008 mit großer Mehrheit den Umbau des Kulturpalastes zum Konzertsaal und Standort für die Städtischen Bibliotheken beschlossen. Nach einem Wettbewerb wurde im Juni dieses Jahres das Berliner Büro von Gerkan Marg und Partner zum Sieger gekürt. Es sieht einen Konzertsaal in Form eines „Weinbergs“ vor, der in das bisherige sechseckige Betonssystem des Kulturpalastes eingebaut werden soll.

Welche Kosten sind geplant?

Die Stadt geht von Kosten in Höhe von 65 Millionen Euro aus. 29,24 Millionen Euro davon erwartet sie als Fördermittel. Für dieses Jahr sind 2,6 und für das Folgejahr 4,9 Millionen Euro geplant. Der eigentliche Umbau soll 2012 beginnen.

Was wollen SPD und Linke?

Beide Fraktionen treten für eine behutsame Sanierung des Kulturpalastes ein und für den Erhalt der bisherigen Nutzung für vielfältige Veranstaltungen. Sie haben dazu auch Unterschriften gesammelt. Parallel soll ein neues Konzerthaus gebaut werden.

Wie sind die Chancen im Rat?

SPD und Linke kommen auf 21 der 70 Stadtratssitze. CDU, Grüne und Bürgerfraktion bleiben bei dem ursprünglichen Beschluss. „Wir wollen, dass die Betroffenen zu Wort kommen“, sagt CDU-Chefin Christa Müller. Auch FDP-Fraktions-Chef Jan Mücke plädiert für eine Vertagung, um Für und Wider nochmals abzuwägen.



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