Dresden
Sonntag, 30. Mai 2010
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
Orosz fordert Dresdner zur Neumarkt-Debatte auf
Von Bettina Klemm
Investoren wollen bauen, aber der Stadtrat hat bisher nicht entschieden wie. Jetzt sind die Dresdner gefragt.
Fotogalerien
wie es mit der Gewandhausfläche am Neumarkt weitergeht, damit will sich der Stadtrat am Donnerstag erneut befassen. Es wird haarig zugehen, denn die Positionen sind verhärtet. Deshalb plant die Oberbürgermeisterin schon jetzt kurz danach eine Neumarkt-Debatte mit den Dresdnern.
Der erste Streit: Soll überhaupt gebaut werden?
Seit fast zwei Jahrzehnten wird über die grundsätzliche Frage diskutiert: Soll auf der Fläche gebaut werden? Einigkeit gibt es darüber, dass die Gebäude dahinter in Richtung Schloßstraße überwiegend nach historischem Vorbild entstehen sollen. Darunter befinden sich mehrere Leitbauten. Darüber hinaus haben sich die Stadtentwicklungsbürgermeister Gunter Just (SPD) und Herbert Feßenmayr (CDU) immer deutlich auch dafür ausgesprochen, die Fläche des alten Gewandhauses einzubeziehen. So werde der Platz besser gegliedert. Zudem erfordere das Johanneum ein Pendant. Just bat namhafte Architekten im „Atelier Neumarkt 2000“ um Vorschläge. So hatte Architekt Stephan Braunfels einen sehr modernen Entwurf vorgelegt. Dieser „Glaskasten“ brachte aber die Gesellschaft historischer Neumarkt Dresden auf die Palme. Deren Mitglieder sammelten Unterschriften für ein Bürgerbegehren.
Der zweite Streit: Darf modern gebaut werden?
Der Stadtrat hatte einer Bebauung der Fläche zugestimmt. Als es dann aber zu dem Grundsatzstreit kam, nahm er einen von den Grünen vorgeschlagenen Kompromiss an: Eine Entscheidung sollte abhängig vom Siegerentwurf fallen. Die Wettbewerbsjury wählte 2007 die Arbeit des Stuttgarter Architektenpaares Cheret&Bozic für ein modernes Gewandhaus aus. Doch dieser Entwurf spaltete erneut Befürworter und Gegner.
Um das Thema aus dem Wahlkampf herauszuhalten, beschloss der Stadtrat eine Denkpause. Die wollen nun CDU, FDP und Bürgerfraktion beenden. Sie schlagen vor, die Fläche unbebaut zu lassen und die Konturen des Gewandhauses durch Bäume zu markieren. Bänke, Sitzgruppen und vielleicht eine Brunnenanlage sollen Wohlfühlqualität bringen. „Der Neumarkt soll den Dresdnern ein Stück Identität zurückbringen. Mit der alten Stadt verbinden sie die Ansichten bis 13. Februar 1945“, sagt CDU-Stadtrat Hans-Joachim Brauns.
SPD-Stadtrat Axel Bergmann schlägt hingegen vor, zu prüfen, ob die Fläche, egal ob barock oder modern, bebaut werden soll. Seiner Meinung schließen sich Grüne und Linke an. Damit ist der Ausgang der Entscheidung ungewiss.
Die Folgen des Streits: Die Investoren springen ab
Seit fast fünf Jahren stehen Investoren für die historische Bebauung bereit. Sie haben auch die archäologischen Grabungen auf der Fläche und den Architekturwettbewerb bezahlt. Sie möchten endlich Klarheit haben, ob die volle Fläche oder nur ein Teil bebaut wird. Für die gesamte Wirkung des Neumarktes ist es zudem wichtig, dass die Bauzäune verschwinden.
Die Lösung des Streits: Orosz fragt die Dresdner
Statt der Pro-und-Kontra-Auseinandersetzungen schlägt Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) einen wirklichen Austausch vor. Durch ihn soll Verständnis entstehen. Dresdner Debatte nennt sie den öffentlichen Dialog zwischen Bürgern, Politik und Stadtplanung zur aktuellen Entwicklung in der Stadt. Instrumente der Bürgerbeteiligung sind ein moderierter Online-Dialog im Internet, eine Info-Box am Ort des Geschehens und themenorientierte Veranstaltungen.
Den Auftakt bildet am 8. Juni der Neumarkt mit der Frage: „Wie wird der Neumarkt ein Platz für die Dresdner?“ Dieser Ort sei für den Auftakt prädestiniert, findet die Oberbürgermeisterin. „Der Neumarkt war und ist der identitätsstiftende Mittelpunkt Dresdens.“
Der erste Streit: Soll überhaupt gebaut werden?
Seit fast zwei Jahrzehnten wird über die grundsätzliche Frage diskutiert: Soll auf der Fläche gebaut werden? Einigkeit gibt es darüber, dass die Gebäude dahinter in Richtung Schloßstraße überwiegend nach historischem Vorbild entstehen sollen. Darunter befinden sich mehrere Leitbauten. Darüber hinaus haben sich die Stadtentwicklungsbürgermeister Gunter Just (SPD) und Herbert Feßenmayr (CDU) immer deutlich auch dafür ausgesprochen, die Fläche des alten Gewandhauses einzubeziehen. So werde der Platz besser gegliedert. Zudem erfordere das Johanneum ein Pendant. Just bat namhafte Architekten im „Atelier Neumarkt 2000“ um Vorschläge. So hatte Architekt Stephan Braunfels einen sehr modernen Entwurf vorgelegt. Dieser „Glaskasten“ brachte aber die Gesellschaft historischer Neumarkt Dresden auf die Palme. Deren Mitglieder sammelten Unterschriften für ein Bürgerbegehren.
Der zweite Streit: Darf modern gebaut werden?
Der Stadtrat hatte einer Bebauung der Fläche zugestimmt. Als es dann aber zu dem Grundsatzstreit kam, nahm er einen von den Grünen vorgeschlagenen Kompromiss an: Eine Entscheidung sollte abhängig vom Siegerentwurf fallen. Die Wettbewerbsjury wählte 2007 die Arbeit des Stuttgarter Architektenpaares Cheret&Bozic für ein modernes Gewandhaus aus. Doch dieser Entwurf spaltete erneut Befürworter und Gegner.
Um das Thema aus dem Wahlkampf herauszuhalten, beschloss der Stadtrat eine Denkpause. Die wollen nun CDU, FDP und Bürgerfraktion beenden. Sie schlagen vor, die Fläche unbebaut zu lassen und die Konturen des Gewandhauses durch Bäume zu markieren. Bänke, Sitzgruppen und vielleicht eine Brunnenanlage sollen Wohlfühlqualität bringen. „Der Neumarkt soll den Dresdnern ein Stück Identität zurückbringen. Mit der alten Stadt verbinden sie die Ansichten bis 13. Februar 1945“, sagt CDU-Stadtrat Hans-Joachim Brauns.
SPD-Stadtrat Axel Bergmann schlägt hingegen vor, zu prüfen, ob die Fläche, egal ob barock oder modern, bebaut werden soll. Seiner Meinung schließen sich Grüne und Linke an. Damit ist der Ausgang der Entscheidung ungewiss.
Die Folgen des Streits: Die Investoren springen ab
Seit fast fünf Jahren stehen Investoren für die historische Bebauung bereit. Sie haben auch die archäologischen Grabungen auf der Fläche und den Architekturwettbewerb bezahlt. Sie möchten endlich Klarheit haben, ob die volle Fläche oder nur ein Teil bebaut wird. Für die gesamte Wirkung des Neumarktes ist es zudem wichtig, dass die Bauzäune verschwinden.
Die Lösung des Streits: Orosz fragt die Dresdner
Statt der Pro-und-Kontra-Auseinandersetzungen schlägt Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) einen wirklichen Austausch vor. Durch ihn soll Verständnis entstehen. Dresdner Debatte nennt sie den öffentlichen Dialog zwischen Bürgern, Politik und Stadtplanung zur aktuellen Entwicklung in der Stadt. Instrumente der Bürgerbeteiligung sind ein moderierter Online-Dialog im Internet, eine Info-Box am Ort des Geschehens und themenorientierte Veranstaltungen.
Den Auftakt bildet am 8. Juni der Neumarkt mit der Frage: „Wie wird der Neumarkt ein Platz für die Dresdner?“ Dieser Ort sei für den Auftakt prädestiniert, findet die Oberbürgermeisterin. „Der Neumarkt war und ist der identitätsstiftende Mittelpunkt Dresdens.“







