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Dresden
Freitag, 18. Juni 2010
(Sächsische Zeitung)

OB Orosz und junge Linke wehren sich gegen Nazis

Von Alexander Schneider

Helma Orosz legte auf dem Postplatz für die Opfer des 17.Juni einen Kranz nieder. Am Abend marschierten Nazis durch die Innenstadt.

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Orosz hielt auf dem Postplatz die Gedenkrede zum Arbeiteraufstand.

Helma Orosz (CDU) legte gestern auf dem Postplatz einen Kranz nieder. Sie sagte: „Wir blicken auf die Wendegeschehnisse von 1989 zurück und auf die Wiedervereinigung beider deutscher Staaten im Oktober 1990. Aber auf dem Weg dahin war der 17.Juni1953 eines der wichtigsten Schlüsselereignisse.“ Außerdem erklärte sie, dass die Dresdner die Nazis endgültig satt hätten.

Doch weder die Oberbürgermeisterin noch zahlreiche junge linke Gegendemonstranten, vor allem aus Antifa-, Studenten- und Gewerkschaftskreisen, verhinderten, dass die Rechtsextremen abends vom Postplatz aus durch die Innenstadt marschierten – über Wilsdruffer-, St.-Petersburger-Straße, Külz-Ring und Wallstraße zurück zum Postplatz. Neben den Rechten hatten sich auch rund 200 Gegendemonstranten am Postplatz zu einer Kundgebung versammelt. Im Anschluss störten sie mit lautstarken „Nazis raus“- Rufen die Rechten.

Die Polizei hatte ein Großaufgebot eingesetzt, um rechte und linke Störer voneinander zu trennen. 450 Beamte waren im Einsatz. Doch die Uniformierten hatten Mühe, die Lager auf Abstand zu halten.

Gerade am Beginn der Route an der Wilsdruffer Straße kam es mehrfach zu tumultartigen Szenen. Irritiert verfolgten Touristen und Dresdner, die zwischen die Fronten gekommen waren, das laute und bizarre Treiben. Immer wieder führte die Polizei zahlreiche Demonstranten ab oder erteilte Platzverweise. Vor dem Rathaus wurden sechs Störer nach einer Sitzblockade in Gewahrsam genommen.

Auf dem Postplatz erinnert seit 2008 ein Denkmal – das Fragment einer Panzerkette – an die Ereignisse vor 57 Jahren. Die Arbeiterproteste am 17. Juni 1953 in der DDR hatten sich zunächst gegen erhöhte Leistungsnormen gerichtete. Dabei war es in mehreren Städten des Landes zu Unruhen gekommen. Diese waren vom SED-Regime blutig niedergeschlagen worden.



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