Dresden
Freitag, 27. Januar 2012
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
AUS DEM GERICHTSSAAL
Kickboxmeister wegen Volksverhetzung verurteilt
Von Alexander Schneider
Markus W. aus Cottbus hat gestanden, mit 20 Kumpels Adolf Hitler gehuldigt zu haben. Er muss dafür nun 200 Euro Strafe zahlen.
Ihren Urlaub auf Mallorca haben etwa 20 Rechtsradikale aus Cottbus unter ein unfassbares Motto gestellt. Sie widmeten ihn dem Gedenken an Adolf Hitler. Das dokumentierten sie für jeden sichtbar auf schwarzen T-Shirts, die sie alle trugen, als sie Ende Mai 2011 am Dresdner Flughafen eincheckten. „A. H. Memorial Tour 2011 – Protektorat Mallorca“ stand darauf zu lesen, und noch „Schmeck heil“, damit auch der Letzte merkt, dass „A. H.“ den Führer meint. Der Rückenaufdruck war eine persönliche Ansprache an A. H.: „Seit 66 Jahren vermisst – Du fehlst uns – Wir brauchen Dich“ stand da geschrieben.
Noch vor Abflug nahm die Polizei die Personalien der Nazis auf. Zurück auf deutschem Boden, gab es Anzeigen wegen Volksverhetzung. Die meisten Männer wurden nun am Amtsgericht Dresden zu Geldstrafen verurteilt – wegen Verherrlichung der NS-Gewaltherrschaft und Störens der Opfer derselben.
Viele peinliche Fragen
Markus W. (29), ein bekannter Kickboxer aus Cottbus und seit Oktober deutscher Meister seiner Klasse, gilt als möglicher Anführer der Nazi-Gruppe. Auch er hatte Einspruch gegen seinen Strafbefehl über 200Euro eingelegt. Der 29-Jährige behauptete in seinem gestrigen Prozess, er habe sich vor der Fahrt von seinem Anwalt Ronny Krautz bescheinigen lassen, dass das T-Shirt keinen Straftatbestand erfülle. Einen „Partyspaß“ nannte er das Hemd. Doch auf die Frage von Richter Hermann Hepp-Schwab, was daran nun witzig sei, schwiegen W. und Verteidiger Krautz. „A.H.“, eierte der Angeklagte herum, „könnte ja auch etwas ganz anderes bedeuten.“ Doch wozu dann wegen eines „belanglosen Partyartikels“ den Anwalt konsultieren? Hepp-Schwab stellte dem Mann viele peinliche Fragen und bekam keine oder ausweichende Antworten. Schließlich zog W. seinen Einspruch zurück, was einem Geständnis gleichkommt.
Für W.s Kickbox-Team könnte die Nazi-Sache auch peinlich werden. Und für den Cottbuser Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD), der dem Sportler noch im Oktober „Anerkennung“ und „Respekt“ zollte.
Noch vor Abflug nahm die Polizei die Personalien der Nazis auf. Zurück auf deutschem Boden, gab es Anzeigen wegen Volksverhetzung. Die meisten Männer wurden nun am Amtsgericht Dresden zu Geldstrafen verurteilt – wegen Verherrlichung der NS-Gewaltherrschaft und Störens der Opfer derselben.
Viele peinliche Fragen
Markus W. (29), ein bekannter Kickboxer aus Cottbus und seit Oktober deutscher Meister seiner Klasse, gilt als möglicher Anführer der Nazi-Gruppe. Auch er hatte Einspruch gegen seinen Strafbefehl über 200Euro eingelegt. Der 29-Jährige behauptete in seinem gestrigen Prozess, er habe sich vor der Fahrt von seinem Anwalt Ronny Krautz bescheinigen lassen, dass das T-Shirt keinen Straftatbestand erfülle. Einen „Partyspaß“ nannte er das Hemd. Doch auf die Frage von Richter Hermann Hepp-Schwab, was daran nun witzig sei, schwiegen W. und Verteidiger Krautz. „A.H.“, eierte der Angeklagte herum, „könnte ja auch etwas ganz anderes bedeuten.“ Doch wozu dann wegen eines „belanglosen Partyartikels“ den Anwalt konsultieren? Hepp-Schwab stellte dem Mann viele peinliche Fragen und bekam keine oder ausweichende Antworten. Schließlich zog W. seinen Einspruch zurück, was einem Geständnis gleichkommt.
Für W.s Kickbox-Team könnte die Nazi-Sache auch peinlich werden. Und für den Cottbuser Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD), der dem Sportler noch im Oktober „Anerkennung“ und „Respekt“ zollte.








