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Dresden
Dienstag, 9. Februar 2010
(Sächsische Zeitung)

REICK

Falten im barocken Panometer-Bild


Das Dresden-Panorama von 1756 ist wellig geworden. Der Künstler hat schon Pläne für einen Austausch.

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Das Panoramabild Dresdens von 1756 im Panometer auf der Gasanstaltstraße ist wellig geworden, weil die Temperaturen innerhalb und außerhalb der Leinwand stark schwanken, wie ein Techniker erklärte. Asisi plant, das Bild in Teilen neu zu gestalten. Foto Steffen Unger

Dresden-Reick - Mancher Besucher des Asisi-Panometers im alten Gasspeicher wunderte sich in den vergangenen Monaten über Falten im Barockpanoramabild „Dresden 1756“.

So auch die Berliner Touristin Corinna Herfurth, die auf ihrem jüngsten Dresden-Besuch mal wieder das Panometer besuchte. „Vielleicht sind das Alterserscheinungen des Materials“, mutmaßt die 42-Jährige. Sie kennt das Bild schon länger. Vor zwei Jahren sei die Leinwand noch glatt gewesen. Nun seien aus manchen Blickwinkeln dunkle Streifen zu sehen. „Mit Verschleiß hat das bei dem verwendeten Stoff nichts zu tun“, erklärt der Panometer-Techniker René Böhmer. Vielmehr seien die sehr unterschiedlichen Temperaturen innerhalb und außerhalb der Polyester-Leinwand dafür verantwortlich. Der Winter beeinflusse das Panometer eben auch innen. „Ab dem Frühjahr wird das Bild dann wieder glatt hängen“, sagt der 50-Jährige.

Neue Drucktechnik

„Für das erste Panoramabild mit dem Mount Everest im Leipziger Panometer wurde noch ein bedruckter Baumwollstoff verwendet“, erzählt Pressesprecher Henrik Sprink. „Der hat sich dann unter der Last sehr stark nach unten ausgedehnt.“ Die technische Entwicklung sei inzwischen aber viel weiter fortgeschritten. In Leipzig kann man das seit vergangenem Jahr sehen. Dort hängt inzwischen eine farbenprächtige Amazonas-Landschaft. Die dabei verwendete Drucktechnik könnte auch für den Ersatz des bisherigen Barockpanoramas in Dresden zum Einsatz kommen.

Ein genauer Austauschtermin steht zwar noch nicht fest, aber der Künstler Yadegar Asisi plant bereits seit einiger Zeit, das Bild in Teilen neu zu gestalten. „Wir haben von einigen Besuchern und Dresdnern, die sich mit der Geschichte der Stadt gut auskennen, viele Hinweise erhalten“, sagt Asisi. Dies betreffe beispielsweise manche Fassaden, die eigentlich anders gestaltet waren oder die Bekleidung der dargestellten Menschen. Dass auf dem Bild Kinder mit einem Spielzeug spielen, das erst 20 oder 30 Jahre später erfunden wurde, ist einer der genauesten Hinweise, die in seinem Berliner Art Department eingegangen sind.

Asisi freue sich darüber, wie er sagt. „Dieses kollektive Gedächtnis der Menschen hilft uns, unser Barockbild noch wahrheitsgetreuer zu gestalten“, sagt der Künstler. „Denn jedes Bild ist immer nur eine mögliche Annäherung an die Wirklichkeit.“ Er hofft auf weitere Hinweise von den Besuchern des Panometers im alten Gasspeicher.

Das Publikum hofft derweil, dass die Falten verschwinden. Auch die Berlinerin Herfurth will im Sommer wiederkommen, um zu sehen, ob das Bild glatt ist.Tobias Wolf



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