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Dresden
Donnerstag, 19. August 2010
(Sächsische Zeitung)

NEUSTADT

Entscheidung zum Albertplatz vertagt

Von Stefan Rössel

Die Grünen bremsen das Projekt. Der Bauausschuss übergab das letzte Wort an den Stadtrat im September.

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Die begrünte Fassade ist das auffälligste Merkmal in den bisher präsentierten Planbildern für das Einkaufszentrum und das sanierte Hochhaus am Albertplatz. Eine zunächst vorgestellte Verkleidung mit Sandstein war in der Neustadt als zu langweilig in die Kritik geraten. Darauf hatte die Dresden-Bau reagiert. Visualisierung: Dresden-Bau

Über die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Hochhaus am Albertplatz und ein Einkaufszentrum auf dem Gelände daneben wird nun doch frühestens in zwei Wochen entschieden. Der Bauausschuss, der die Sache eigentlich beschließen sollte, übertrug das Recht gestern auf den Stadtrat, der am 2.September zu seiner nächsten Sitzung zusammenkommt.

Ausgerechnet die Grünen, deren Stadtrat Torsten Schulze bei der ersten Bekanntmachung als Moderator für den Investor aufgetreten war, wirkten als Bremser. Ihr Stadtrat Thomas Löser beantragte gestern schon zu Anfang der Sitzung, den Beschluss zu vertagen, weil es noch heftige Diskussionen in der Fraktion darüber gebe. Das wurde noch mit sechs zu vier Stimmen abgelehnt. Zum Schluss der Debatte beantragte seine Fraktionskollegin Margit Haase die Verweisung in den Stadtrat. Hier genügten drei Stimmen für die Verschiebung. Der Ausschuss votierte im Übrigen acht zu drei für das Hochhausprojekt.

Die Regie der Stadtverwaltung hatte dagegen auf Tempo gedrängt. Der Wirtschaftsausschuss war extra mit einer Sondersitzung zu der Sitzung des Bauausschusses bestellt worden, um die Entscheidung zu beschleunigen, wie Verwaltungsbürgermeister Winfried Lehmann (CDU) betonte. CDU-Stadtrat Klaus-Dieter Rentsch mahnte ebenfalls, nach der eindeutigen Erstentscheidung des Ausschusses für das Projekt vor den Ferien müsse der Ausschuss nun auch verlässlich sein.

Aber schon im Ortsbeirat Neustadt hatte es heftige Widerstände der linken Fraktionen gegeben. Dort wurde das Projekt mit klarer Mehrheit von acht zu vier Stimmen bei drei Enthaltungen abgelehnt.

Drei Änderungen im Entwurf

Gegenüber der zuletzt vorgelegten Fassung stellte die Dresden-Bau- und Projektierungs-GmbH drei Änderungen vor. Die erste betrifft die Verkaufsfläche. Mit Zustimmung des Planungsamts bleibt es zwar bei insgesamt 7000 Quadratmetern, aber die Aufteilung wird geändert: Der große SB-Markt – es ist von Kaufland die Rede – soll zugunsten von Konzessionsflächen auf 3550 Quadratmeter verkleinert werden. Der Drogeriemarkt bleibt bei 1200 Quadratmetern.

Zur Entlastung des Verkehrs soll ferner eine zweite Ausfahrt der Tiefgarage auf die Antonstraße führen. Und schließlich bekommt der Artesische Brunnen ein Schaufenster. So kann man ihn von der Straße her sprudeln sehen.

Die Kritiker des Projekts sorgten sich vor allem um das Überleben der kleinen Läden in der Neustadt. Ein Gutachter kam zu dem Ergebnis, dass das geplante Zentrum insgesamt nicht schädlich für die umliegenden Geschäfte sei. Das stieß auf Skepsis bei linken Fraktionen.



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