Dresden
Montag, 2. Mai 2011
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
„Dresdens Zentrum braucht mehr Grün“
Von Denni Klein
Der neue Chef-Stadtplaner Stefan Szuggat will aus Altmarkt, Neumarkt und Postplatz lebendige Orte machen. Dafür hat er schon so manche Idee.
Das Grau des Himmels geht an diesem Morgen fließend in das Grau des steinernen Stadtzentrums am Postplatz über. Diesem trist anmutenden Eindruck kann sich auch Stefan Szuggat nicht erwehren. Der 43-Jährige ist seit diesem Jahr der neue Chef-Stadtplaner von Dresden. Bei einem Rundgang durch die Innenstadt ist es ein Punkt, den er gleich an mehreren Orten anspricht: „Dresdens Zentrum braucht mehr Grün.“ Ein Thema, das er am Altmarkt erwähnt, auch am Neumarkt streift und vor allem am Postplatz untersetzt. „Das Zentrum hat eine steinerne Prägung.“ Mehr Bäume und Rasenflächen könnten die Aufenthaltsqualität steigern, sagt er. „Die Innenstadt hat Gastgeber-Funktion. Da geht es ums Verweilen und Wohlfühlen.“ Dazu tragen Sitzgelegenheiten, Schatten spendendes Grün und gastronomische Angebote bei.
Allerdings seien Schnellschüsse nicht angebracht. „Es würde nichts bringen, einfach ein paar Bäume auf den Altmarkt zu pflanzen.“ Der Platz sei erst einmal fertig, auch wenn er als Stadtplatz – etwa für einen Wochenmarkt – zu groß sei. Es sei daher eine besondere Herausforderung, eine angemessene Nutzung herbeizuführen. „Es ist ein guter Platz für Großveranstaltungen und ein wenig der Ersatz für den fehlenden Rathausvorplatz in Dresden.“ Er müsse noch häufiger genutzt werden.
Der Lichtmast sei eine funktionale Lösung, aber als Einzelleuchte für den großen Platz mutig. „Die nötige Höhe gibt dem Mast etwas Monumentales.“ Dies wiederum werde den großen DDR-Bauwerken, die von guter Bauqualität sind, rund um den Platz gerecht.
Von der architektonischen Qualität der Altmarkt-Galerie ist Szuggat enttäuscht. „Das ist ein funktionaler, schlichter und kommerzieller Bau. Aber in anderen Städten hat die ECE architektonisch schon mehr geboten.“ Die fußläufigen Wegebeziehungen im Zentrum dürften sich mit der Galerieeröffnung verlagern. „Der Postplatz wird zum neuen Einfallstor in die Geschäfte. Die Altmarkt-Galerie ist 1-A-Handelslage.“
Innenstadthandel stärken
Ziel muss es sein, die Innenstadt als wichtigsten Ort für den Handel weiter zu stärken. Für Händler in Nebenlagen könnte es aber mit der neuen Galerie eher schwieriger werden, so zum Beispiel in der östlichen Wilsdruffer Straße zwischen Altmarkt und Pirnaischem Platz. Dazu trage auch die schwierige städtebauliche Wirkung der sehr breiten Wilsdruffer Straße bei. „Sie ist keine unüberwindbare Barriere, hat aber schon eine stark trennende Wirkung.“ Sie entspreche dem Architekturverständnis der 50er-Jahre mit Magistralen-Charakter und durchgehender Flucht. Einer Verengung der Wilsdruffer Straße, wie sie im Zuge der Gestaltungssatzung für den Wiederaufbau des Neumarkts beschlossen wurde und bis heute als Ziel bekundet ist, räumte er wenig Chancen ein. Auch der Debatte um einen möglichen Abriss der Gagfah-Häuser für den Bau des Hotels Stadt Rom steht Szuggat kritisch gegenüber. „Ich sehe keinen Abriss. Man kann nicht einfach Werte vernichten.“
Der Neumarkt brauche aber einen südlichen Abschluss, den das Hotel Stadt Rom bilden soll. „Das wird Aufgabe der kommenden Monate sein, hier eine realisierbare Lösung zu finden.“ Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) hatte angekündigt, dafür einen Architekturwettbewerb zu starten. Der Neumarkt sei ein faszinierendes Beispiel für Stadtentwicklung, sagt der studierte Raumplaner, der zuletzt das Planungsamt der nordrhein-westfälischen Kleinstadt Hemer leitete. Die Frauenkirche sei wie der Kölner Dom und das bayrische Schloss Neuschwanstein ein Symbol mit internationaler Wirkung für den Tourismus. „Der Platz selbst muss seine Entsprechung aber noch finden. Er ist noch nicht wieder der Handelsplatz von einst.“ Er werde vor allem ein touristischer Schwerpunkt sein.
Postplatz ist Verkehrsplatz
Der Postplatz sei die größte Herausforderung für die Stadtplanung in den kommenden Jahren. Der Platz sei bis heute nicht gefasst. Die verfallenden Telekom-Gebäude seien dem Platz nicht angemessen und hemmten die Entwicklung, sagt Szuggat. Die Wallstraße sei auf einem guten Weg mit den Plänen für die Wasserbecken und die Wohnbebauung. Allerdings sei das Thema Verkehrslärm eines, das die Belebung des Postplatzes erschwere. „Das ist zuerst einmal ein großer und komplexer Verkehrsknoten, besonders für Bus und Bahn.“ Es sei zu laut, um hier Aufenthaltsqualität anzusiedeln. „Es setzt sich kaum jemand auf Freisitze eines Cafés mitten auf den Postplatz, auch wenn es den Platz beleben könnte.“ Dazu komme die schwergewichtig gestaltete Haltestelle, die weitaus weniger filigran sei, als es der Schürmann-Plan vorsah. „Die macht die Wirkung etwas kaputt.“ Der Bau des neuen Hotel-Komplexes werde dem Platz weiter einen Rahmen geben. Begrünung müsse aber ein zentrales Thema sein, genau wie intelligente verkehrliche Lösungen, um den Postplatz zu einem lebendigen Platz zu machen.
Allerdings seien Schnellschüsse nicht angebracht. „Es würde nichts bringen, einfach ein paar Bäume auf den Altmarkt zu pflanzen.“ Der Platz sei erst einmal fertig, auch wenn er als Stadtplatz – etwa für einen Wochenmarkt – zu groß sei. Es sei daher eine besondere Herausforderung, eine angemessene Nutzung herbeizuführen. „Es ist ein guter Platz für Großveranstaltungen und ein wenig der Ersatz für den fehlenden Rathausvorplatz in Dresden.“ Er müsse noch häufiger genutzt werden.
Der Lichtmast sei eine funktionale Lösung, aber als Einzelleuchte für den großen Platz mutig. „Die nötige Höhe gibt dem Mast etwas Monumentales.“ Dies wiederum werde den großen DDR-Bauwerken, die von guter Bauqualität sind, rund um den Platz gerecht.
Von der architektonischen Qualität der Altmarkt-Galerie ist Szuggat enttäuscht. „Das ist ein funktionaler, schlichter und kommerzieller Bau. Aber in anderen Städten hat die ECE architektonisch schon mehr geboten.“ Die fußläufigen Wegebeziehungen im Zentrum dürften sich mit der Galerieeröffnung verlagern. „Der Postplatz wird zum neuen Einfallstor in die Geschäfte. Die Altmarkt-Galerie ist 1-A-Handelslage.“
Innenstadthandel stärken
Ziel muss es sein, die Innenstadt als wichtigsten Ort für den Handel weiter zu stärken. Für Händler in Nebenlagen könnte es aber mit der neuen Galerie eher schwieriger werden, so zum Beispiel in der östlichen Wilsdruffer Straße zwischen Altmarkt und Pirnaischem Platz. Dazu trage auch die schwierige städtebauliche Wirkung der sehr breiten Wilsdruffer Straße bei. „Sie ist keine unüberwindbare Barriere, hat aber schon eine stark trennende Wirkung.“ Sie entspreche dem Architekturverständnis der 50er-Jahre mit Magistralen-Charakter und durchgehender Flucht. Einer Verengung der Wilsdruffer Straße, wie sie im Zuge der Gestaltungssatzung für den Wiederaufbau des Neumarkts beschlossen wurde und bis heute als Ziel bekundet ist, räumte er wenig Chancen ein. Auch der Debatte um einen möglichen Abriss der Gagfah-Häuser für den Bau des Hotels Stadt Rom steht Szuggat kritisch gegenüber. „Ich sehe keinen Abriss. Man kann nicht einfach Werte vernichten.“
Der Neumarkt brauche aber einen südlichen Abschluss, den das Hotel Stadt Rom bilden soll. „Das wird Aufgabe der kommenden Monate sein, hier eine realisierbare Lösung zu finden.“ Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) hatte angekündigt, dafür einen Architekturwettbewerb zu starten. Der Neumarkt sei ein faszinierendes Beispiel für Stadtentwicklung, sagt der studierte Raumplaner, der zuletzt das Planungsamt der nordrhein-westfälischen Kleinstadt Hemer leitete. Die Frauenkirche sei wie der Kölner Dom und das bayrische Schloss Neuschwanstein ein Symbol mit internationaler Wirkung für den Tourismus. „Der Platz selbst muss seine Entsprechung aber noch finden. Er ist noch nicht wieder der Handelsplatz von einst.“ Er werde vor allem ein touristischer Schwerpunkt sein.
Postplatz ist Verkehrsplatz
Der Postplatz sei die größte Herausforderung für die Stadtplanung in den kommenden Jahren. Der Platz sei bis heute nicht gefasst. Die verfallenden Telekom-Gebäude seien dem Platz nicht angemessen und hemmten die Entwicklung, sagt Szuggat. Die Wallstraße sei auf einem guten Weg mit den Plänen für die Wasserbecken und die Wohnbebauung. Allerdings sei das Thema Verkehrslärm eines, das die Belebung des Postplatzes erschwere. „Das ist zuerst einmal ein großer und komplexer Verkehrsknoten, besonders für Bus und Bahn.“ Es sei zu laut, um hier Aufenthaltsqualität anzusiedeln. „Es setzt sich kaum jemand auf Freisitze eines Cafés mitten auf den Postplatz, auch wenn es den Platz beleben könnte.“ Dazu komme die schwergewichtig gestaltete Haltestelle, die weitaus weniger filigran sei, als es der Schürmann-Plan vorsah. „Die macht die Wirkung etwas kaputt.“ Der Bau des neuen Hotel-Komplexes werde dem Platz weiter einen Rahmen geben. Begrünung müsse aber ein zentrales Thema sein, genau wie intelligente verkehrliche Lösungen, um den Postplatz zu einem lebendigen Platz zu machen.








