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Dresden
Donnerstag, 25. März 2010
(Sächsische Zeitung)

Dresden bekommt einen zweiten TV-Sender

Von Thilo Alexe

Ende April will Dresden Eins an den Start gehen. Ausgestrahlt werden lokale Reportagen und Nachrichten aus aller Welt.

Ende April will Dresden Eins an den Start gehen. Montage: sz-online

Dresden Fernsehen bekommt Konkurrenz: Voraussichtlich ab Ende April buhlen zwei lokale Programme um die Gunst der Zuschauer. Dann will Dresden Eins an den Start gehen und vor allem mit lokalen Inhalten punkten.

Produzent ist das Unternehmen ElbTV. Gesendet wird digital, das heißt, Zuschauer benötigen einen Decoder. „Rund 50000 Haushalte könnten uns derzeit empfangen“, sagt Elb-TV-Geschäftsführerin Kerstin Böttger. Das sind weniger als bei Dresden Fernsehen. Der Sender gibt seine Zuschauerzahl mit täglich rund 64 000 an.

Der Termin für den Sendebeginn ist noch unklar. Böttger zufolge sind noch Technik-Tests zusammen mit dem Netzbetreiber Kabel Deutschland nötig: „Wir hoffen aber, dass es Ende des kommenden Monats losgehen kann.“

Die Inhalte, Formate und das Sendeschema seien bereits geklärt. Zur vollen und zur halben Stunde sollen Lokal-Nachrichten laufen. „Ohne Moderator, dafür aber ständig aktualisiert“, sagt Böttger. Das heißt, die Texte werden zu bewegten Bildern eingelesen oder aber vorproduzierte Beiträge gesendet. Dauer der jeweiligen Nachrichtensendung: Zehn bis 15 Minuten.

Dazwischen sind Reportagen und Hintergrundberichte geplant. Vorgesehen sind Talk-Beiträge zur Stadtpolitik und zur Dresdner Kultur. Auch Dresdner Prominente sollen in das Programm eingebunden werden, etwa als Experten bei Themen aus Politik und Wirtschaft. Namen nennt Böttger noch nicht – mit einer Ausnahme. SPD-Stadtrat Wilm Heinrich, der früher für Dresden Fernsehen vor der Kamera stand, fungiert als Berater. „Allerdings nicht bei kommunalpolitischen Themen“, fügt die Geschäftsführerin hinzu. So soll ein Interessenkonflikt vermieden werden.

Der Sendername Dresden Eins wird Böttger zufolge auch im Internet genutzt. Auf der gleichnamigen, aber noch nicht freigeschalteten Seite, sollen die TV-Beiträge abrufbar sein. Böttger will inklusive Wiederholungen rund um die Uhr senden. Am frühen Morgen und späten Abend strahlt Dresden Eins Weltnachrichten von Euronews aus. „Mit dem Sender haben wir eine Kooperation vereinbart.“

Dresden Eins soll sich über Werbeeinnahmen finanzieren. Zudem versucht Böttger, Sponsoren für einzelne Sendungen und Formate zu gewinnen. „Dauerwerbesendungen etwa aus Autohäusern wird es bei uns aber nicht geben“, sagt sie.

Elb TV produziert bereits das sogenannte Fahrgastfernsehen in Straßenbahnen. Zudem stellt das Unternehmen Werbefilme, etwa für Industriekunden, her. Bis 2005 hatte Elb TV Dresden Fernsehen produziert, dann den Auftrag aber verloren. Rechtliche Auseinandersetzungen brachten keine Wende – dafür aber das digitale Kabelnetz. Dafür hat Böttger nundie Lizenz.

Ein kleines Studio im Dresdner World Trade Center ist noch erhalten und funktionsfähig. „Wir wollen mit sechs Leuten an den Start gehen und externe Experten gewinnen“, sagt die Geschäftsführerin. Ist das Billig-Fernsehen? „Wir wollen klein, aber fein sein“, kontert Böttger. Zudem habe ein Gutachten die Wirtschaftlichkeit eines zweiten Lokalprogramms bestätigt.



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