sz-online.de | Sachsen im Netz
Dresden
Freitag, 6. November 2009
(Sächsische Zeitung)

CDU will „Steinwüste Postplatz“ beenden

Von Denni Klein

Sei 18 Jahren soll der Platz nach den Schürmann-Plänen gestaltet werden. Bis auf das SAP-Haus ist nichts daraus geworden. Die CDU will den Plan im Stadtrat aufheben.

Bildergalerie

So sollte der Postplatz nach den Schürmann-Plänen aussehen:
1. Das Schauspielhaus 2. Der Zwinger 3. Kempinski Hotel Taschenbergpalais 4. Der Riegel wird Inter-Continental-Hotel
5. Das SAP-Bürohaus 6. Erweiterung der Altmarkt-Galerie
7. Geschäftshäuser an der Wallstraße 8. Nutzung noch unklar
9. & 10. Hotelpläne 11.Tourismuszentrum Quelle: SZ-Archiv

Die „Steinwüste Postplatz“ soll endlich verschwinden und bebaut werden. Weil das mit dem gültigen Bebauungsplan nach den Entwürfen des Kölner Architekten Joachim Schürmann seit 18 Jahren nicht gelingt, will die CDU den Plan jetzt aufheben lassen. Damit soll der Weg für eine zeitgemäße Gestaltung des Platzes frei gemacht und Investoren angelockt werden. „Eine entsprechende Vorlage bereiten wir gerade für den Stadtrat vor“, sagt CDU-Bauexperte und Stadtrat Klaus-Dieter Rentsch. „Der Schürmann-Plan hat uns viel Geld gekostet und nichts gebracht. Damit muss jetzt Schluss sein.“

Entwurf nicht realisierbar

Bereits 1991 hatte der Kölner Architekt Joachim Schürmann den Wettbewerb zur Gestaltung des Postplatzes gewonnen. Kreisförmig um den Platz sollten sich in seinen Entwürfen die großen Gebäudekomplexe aneinanderreihen. Geschäfts- und Bürohäuser sollten entstehen. Entlang der früheren Festungsmauern und der Marienstraße hatte Schürmann Wassergräben und Baumreihen vorgeschlagen. Die Stadt hielt bisher an den Plänen unerschütterlich fest, auch wenn sich bisher kaum Investoren für die Ideen interessierten. Neben der Versteinerung des Platzes und der monströsen Zentralhaltestelle ist einzig der Wilsdruffer Kubus realisiert worden, den der Software-Konzern SAP gebaut und im Frühjahr dieses Jahres bezogen hat.

Die TLG-Immobilien-Gesellschaft versuchte jahrelang, das Grundstück neben dem Schauspielhaus zu erwerben. Die TLG hatte zwischenzeitlich auch einen Investor für das Areal interessiert, der ein preiswertes Hotel errichten wollte. „Die Projekte sind alle vom Tisch. Wir haben keine Pläne mehr dafür“, sagt Sprecherin Edith Grether. Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) kündigte für das Areal der alten Postgebäude an der Annenstraße an, dass ein Investor einen Gesundheits- und Wellnesskomplex errichten wolle. Auf Nachfrage räumte er ein, dass sich der Investor nicht mehr gemeldet habe. Dann schlug er vor, wenigstens die Wasserbecken entlang der Marienstraße anzulegen. Doch bei dem Vorschlag blieb es.

Größter Schandfleck ist die Altlast-Immobilie der Telekom. Seit Jahren steht der 1980er-Jahre-Bau leer und verfällt. Doch die Telekom hat keine Eile, die Immobilie zu verkaufen oder zu entwickeln. Auf Nachfrage heißt es nur, das Objekt sei schwer zu verkaufen, gerade in der Krise und habe derzeit nicht die oberste Priorität.

Neues Konzept: Wohnungen

Die CDU will nun einen Schlussstrich unter den Schürmann-Plan ziehen. „Die Zeiten, in denen große Bürohäuser gebraucht wurden, sind vorbei. Aus heutiger Sicht war die Entscheidung, so lange daran festzuhalten, sicher falsch“, sagt Stadtrat Rentsch. „Wir wollen stattdessen das Thema Wohnen im Zentrum aufgreifen.“ Er könne sich neben dem Schauspielhaus ein Wohnhaus für junge Familien vorstellen, das bezahlbare Mieten hat. Den Antrag will er noch in diesem Jahr auf den Weg bringen.



Gesamte Ausgabe Druckvorschau Artikel empfehlen Feedback


Link senden an Facebook Link senden an Twitter Link senden an StudiVZ Link senden an Mr. Wong Link senden an MySpace Link senden an del.icio.us bodytext Link senden an Folkd Link senden an Google Bookmarks Link senden an Live-MSN Link senden an YahooMyWeb Link senden an Linkarena Link senden an NewsVine Link senden an Reddit Link senden an StumbleUpon Link senden an Y!GG ...mehr



sz-online-Partnersites

Weitere Online-Angebote der Bertelsmann AG | Weitere Online-Angebote der DD+V-Mediengruppe