sz-online.de | Sachsen im Netz
Dresden
Dienstag, 7. Februar 2012

13. Februar: Weitere Aufrufe zum Widerstand gegen Rechts


Am Montag gedenkt Dresden des 62. Jahrestags seiner Zerstörung. Neben des Diözesanrates des Bistums Dresden-Meißen ruft auch Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden dazu auf, sich gegen Rassismus, Fremdenhass und Diskriminierung zu positionieren.

Dresden. Der Diözesanrat des Bistums Dresden-Meißen hat alle katholischen Gemeinden zum Widerstand gegen Rechts am 13. Februar in Dresden aufgerufen. Sie sollten sich an den geplanten Aktionen beteiligen und Mahnwachen vor ihren Kirchen anmelden, sagte Vorsitzender Nikolaus Legutke am Dienstag in der Landeshauptstadt. Damit könnten sie ein noch deutlicheres Zeichen setzen gegen menschenverachtendes Gedankengut. Zum Gedenken an alle Opfer von Gewalt sei am Abend ein Angelusgebet mit Bischof Joachim Reinelt geplant. Die Veranstaltungen finden statt, auch wenn die Neonazis ihre Anmeldung für den Aufmarsch inzwischen zurückgezogen haben.

„Fremdenhass, Rassismus, Antisemitismus und Gewalt gegenüber Andersdenkenden und -lebenden darf kein Spielraum gewährt werden“, erklärte der Diözesanrat. Die Mitglieder der Dresdner katholischen Gemeinden sind gebeten, sich an geplanten Aktionen gegen Rechts an diesem Tag zu beteiligen. Anfang Februar marschieren regelmäßig Neonazis in Dresden auf, wenn die Stadt am 13. Februar ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg gedenkt. Dafür sind zahlreiche Gottesdienste, Andachten, Mahnwachen und eine Menschenkette geplant.

In der Frage von Blockaden sei die Meinung im Rat verschieden, sagte Legutke, der Gewissensfreiheit und öffentliche Kundgebung und damit zivilen Ungehorsam als wichtiges Gut der Gesellschaft sieht. Die Kriminalisierung von Blockierern hält er aber für überzogen, eine Verfolgung als Ordnungswidrigkeit würde reichen, sagte er. Mit Blick auf die Aggressivität autonomer Gruppen gegenüber der Polizei tue eine engere Zusammenarbeit von Justiz, Stadtverwaltung und Polizei not. „Wir müssen uns wehren, gemeinsam; denn unser großes Plus ist die Gemeinsamkeit.“

Rechtsextremismus ist laut Legutke auch für die katholische Kirche in Deutschland ein Problem. In Gemeinden gebe es eine gewisse Scheu, ihn als eigenständiges Problem zu akzeptieren. Laut Statistik sei rechtsextremes Gedankengut zu 20 bis 25 Prozent in der katholischen Kirche vertreten. Das reiche von der Abneigung gegen Fremde über Antisemitismus bis zum Fremdenhass. „Es geht um eine latente Haltung von Mitgliedern, mit der wir uns auseinandersetzen müssen.“

Auch Dynamo Dresden bekennt sich

Auch die Fans des Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden wurden von der SGD zur Teilnahme an Protestaktionen gegen Rechts ermutigt. Wie der Verein am Dienstag mitteilte, unterstützen das gesamte Zweitliga-Team, alle Gremien und Mitarbeiter der SG Dynamo Dresden ausdrücklich den Aufruf der Stadt. Man werde – wie schon in den vergangenen Jahren – an der von der Oberbürgermeisterin initiierten Menschenkette am 13. Februar 2012 unter dem diesjährigen Motto "Mit Mut, Respekt und Toleranz - Dresden bekennt Farbe" in Begleitung möglichst vieler Fans, Anhänger und Sympathisanten der Sportgemeinschaft teilnehmen.

SGD-Präsident Andreas Ritter sagte: „Rechtsextreme Gewalttaten und Ideologien dürfen weder im deutschen Fußball noch anderswo in unserer Gesellschaft eine Plattform bekommen. Hier gilt es insbesondere aus dem leidgeprüften Dresden ein klares Signal zu senden und allen rechtsextremen Auswüchsen eine klare Absage zu erteilen. Aus diesem Grund ist es für uns selbstverständlich, dass Vertreter aus allen Teilen unseres Vereins an der Aktion `Mit Mut, Respekt und Toleranz- Dresden bekennt Farbe´ beteiligen.“

Es werden daher alle Mitglieder, Fans und Sympathisanten von Dynamo Dresden aufgerufen, sich im Interesse des Fußballs und des friedlichen gesellschaftlichen Zusammenlebens gegen Rassismus, Fremdenhass und Diskriminierung immer und überall friedlich einzusetzen. Um ein besonderes Zeichen zu setzen bittet Ritter die Fans: „Nehmen Sie mit uns gemeinsam an der Kundgebung des 13. Februars teil und halten Sie sich bitte stets an die Auflagen der Veranstaltung!„

Treff 16:45 Uhr am Stadion

Wer sich den Schwarz-Gelben am Montag anschließen möchte, wird gebeten, sich spätestens 16:45 Uhr auf dem Parkplatz P2 am Glücksgas-Stadion einzufinden. Von dort soll sich der Fanzug durch den Blüherpark zum Rathausplatz begeben, auf dem 17:00 Uhr die Auftaktkundgebung stattfindet. Um 18 Uhr werden sich die Spieler, Gremienvertreter und Mitarbeiter des größten Sportvereins Dresdens in die Menschenkette einreihen.

Die Dynamo-Verantwortlichen weisen eindrücklich daraufhin, dass es untersagt ist Alkohol in jeglicher Form auszuschenken und/oder zu konsumieren, Hunde mitzuführen oder Glasflaschen und –behältnisse sowie Waffen, Pyrotechnik und als Wurfgeschosse verwendbare Gegenstände mitzuführen. Auch wird darum gebeten, auf Fahnen, Flugblätter und Lautsprecher zu verzichten. (dpa/szo)


Gesamte Ausgabe Druckvorschau Artikel empfehlen Feedback


Link senden an Facebook Link senden an Twitter Link senden an Google+ Link senden an StudiVZ Link senden an Mr. Wong Link senden an MySpace Link senden an del.icio.us bodytext Link senden an Folkd Link senden an Google Bookmarks Link senden an Live-MSN Link senden an YahooMyWeb Link senden an Linkarena Link senden an NewsVine Link senden an Reddit Link senden an StumbleUpon ...mehr



sz-online-Partnersites

Weitere Online-Angebote der Bertelsmann AG | Weitere Online-Angebote der DD+V-Mediengruppe