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Samstag, 4. Februar 2012
(Döbelner Anzeiger)

DÖBELN

Bei Demo Polizeikette durchbrochen

Von Peggy Zill

Teilnehmer der Nazidemo vom November 2010 standen vor Gericht. Sie wollten heimlich weiter durch die Stadt ziehen.

Die drei Angeklagten wollten sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Leugnen hätte wahrscheinlich auch nicht viel gebracht und eine Erklärung, warum sie an jenem Novembernachmittag versucht haben, eine Polizeikette zu durchbrechen, war auch nicht nötig.

Eigentlich wollten an diesem Tag die Nazis durch Döbeln ziehen. Doch anders als die Jahre zuvor durften sie nur eine Kundgebung vor dem Hauptbahnhof halten. Eine Stunde stand die Gruppe auf dem Platz, suchte unter den Fahrradständern Schutz vorm Regen. Ihre Parolen hörten lediglich die Polizisten, die die Veranstaltung abgesperrt hatten und aufpassen mussten, dass es kein Zusammentreffen mit Gegendemonstranten gibt. Als die Kundgebung offiziell vorbei war, sollten sich die Teilnehmer wieder in die Züge setzen und nach Hause fahren. Doch etwa 50 Personen liefen durch die Unterführung Richtung Mastener Straße und wollten sich dort zum Aufzug formieren. Dabei waren auch die drei Angeklagten, die heute 20, 24 und 26 Jahre alt sind.

Polizei schneidet Weg ab

Doch die Polizei schnitt den Nazis sofort den Weg mit Fahrzeugen ab. Auf der anderen Seite bildeten die Beamten eine Polizeikette. Obwohl der Vorfall schon über ein Jahr zurückliegt, konnten sich die geladenen Polizisten noch gut an die drei Angeklagten erinnern, die versucht haben, die Kette zu zubrechen und dabei teilweise auch erfolgreich waren. Weil die Veranstaltung am Bahnhof und auch die Spontandemo jedoch gefilmt und später auch Personalien festgestellt werden konnten, wurden die Angeklagten schnell ermittelt. Und auch bei der Verhandlung vorm Döbelner Amtsgericht konnten die drei überführt werden, auch wenn sie geschwiegen haben. „Die Polizei war in der Minderheit. Da hätten noch ganz andere Dinge passieren können“, sagte der Staatsanwalt.

Hohe Geldstrafen verhängt

Der Jüngste, der in Leipzig wohnt und eine Ausbildung macht, muss eine Geldstrafe in Höhe von 660 Euro zahlen. Genauso hoch ist die Geldstrafe für den 26-Jährigen aus Radeberg. Beide sind in Görlitz geboren. Der 24-Jährige aus Großweitzschen hat bereits zwei Vorstrafen – wegen Volksverhetzung und unerlaubten Waffenbesitzes – und muss 2250 Euro zahlen.



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