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Dippoldiswalde
Montag, 20. Februar 2012
(Sächsische Zeitung)

ALTENBERG

Altenberger machen ein Wintermärchen wahr

Von Regine Schlesinger

Beim TV-Wettstreit um die schönste Winterwelt legte sich Altenberg mächtig ins Zeug. Ob es gereicht hat, muss sich erst noch zeigen.

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Carolin Rümmler vom Team Engel und Bergmann aus Schellerhau modelliert hier einen Bergmann für die Aktion MDR-Wintermärchen in Altenberg. Bis zuletzt haben die Teams an den Figuren und Bauten aus Schnee gefeilt. Jetzt entscheiden die Zuschauer, ob die Altenberger die schönste Winterlandschaft gebaut haben. Fotos: Frank Baldauf (4)

Sonnabend, kurz vor 10 Uhr in Altenberg. Mario Nitschke, Bildhauer und Ortsvorsteher von Bärenstein, wirkt angespannt. Er hat sich in den vergangenen Tagen ausgedacht, was in den nächsten vier Stunden auf dem Terrain zwischen Liftparkplatz und Rodelhang passieren soll. Altenberg ist mal wieder im Wettbewerbsfieber. Allerdings geht es nicht um Medaillen und Plätze, sondern um eine Feier und ein Feuerwerk. Die winken der Stadt, wenn sie im Städtewettstreit um die schönste, selbst gebaute Winterlandschaft als Sieger hervorgeht. Angezettelt hat den Wettbewerb die MDR-Sendung „hier ab vier“. Die Orte Schierke und Oberhof haben vorgelegt. Altenberg setzt den Schlussakkord.

Noch aber sieht der Platz aus, als hätte ein Riese weiße Bauklötzer verloren. Neben den Schneequadern warten startbereit bis an die Zähne mit Schaufeln, Spaten, Maurerkellen, Fuchsschwänzen und Kettensägen bewaffnete Teams.

Riesenbob und Badewanne

Für den Startschuss sorgt die Altenberger Schützengesellschaft. MDR-Moderator Andreas Fritsch fordert übers Mikro zum Countdown auf. „…drei, zwei, eins!“ Die Schützen zünden ihre Kanone. In Windeseile fallen alle über die Schneeblöcke her, schaufeln, hacken und sägen, was das Zeug hält.

Nur Mario Nitschke kann jetzt nicht viel mehr tun, als den Hobbybildhauern zu vertrauen. Sie sollen aus Schnee formen, was die Bergstadt ausmacht. Die Vorlagen zu Mundloch, Bergmann und Engel, Schloss Lauenstein, der Badelandschaft, den liegenden und dem stehenden Biathleten und all den anderen Skulpturen hat er ihnen geliefert. Jetzt läuft er von Baustelle zu Baustelle und schaut, was draus wird. Die Schlosserbauer aus Lauenstein haben noch Fotos mitgebracht und feilen an jedem Detail.

In Sichtweite ackert der Knappenverein am Mundloch, aus dem am Schluss ein Schnee-Bergmann einen Hunt herausschieben wird. Vereinschef Michael Bodrich klärt Bildhauer Nitschke mit Nachsicht darüber auf, dass er mit seiner Vorlage irrte. Der Künstler hatte einen polnischen Türstockausbau aufgemalt, statt eines Mundloches.

Auch bei der 35 Mann starken Truppe vom Technischen Hilfswerk, die einen Riesenbob baut, sind Fachleute am Werk, genauer gesagt, eine Fachfrau. Das THW hat sich mit Gabi Kohlisch eine Bobweltmeisterin zur Seite geholt. Die gibt ihrem ehemaligen Sportgerät per Hand den richtigen Schliff.

Altenberger Sportgeschichte formen Sänger vom Chor der Bergstadt mit der Sachsenschanze nach. Unter den vielen Zuschauern am Schanzenauslauf finden sich Piraten und Pharaonen. Eddi Rosch, jüngster Schanzenbauer, hat seine Playmobilfiguren in den Schnee gestellt. Den ersten und einzigen Sprung von der Schanze wagt Sportsfreund Carsten Hanske. Er kommt etwa sieben Meter weit.

Preis der Herzen verdient

Seine helle Freude hat Mario Nitschke auch an dem Trupp, der die Kurstadt sinnbildlich mit einer großen Badewanne darstellt. Bald sitzen nicht nur vier Leutchen in dem Monstrum von Wanne, sondern steht auch noch eine Badewärterin daneben.

Nicht nur Mario Nitschke ist begeistert darüber, wie kreativ die Altenberger ihre Winterstadt samt Stadtmauer und -toren errichten. Auch Bürgermeister Thomas Kirsten, wie immer mittendrin im Geschehen, freut sich wie ein Schneekönig über den Zusammenhalt, den seine Altenberger mal wieder beweisen. Den Preis der Herzen hätten sie auf jeden Fall schon mal verdient, sagt er.

14 Uhr, Finale. Bis zur letzten Minute wurde Hand an die eisigen Bauwerke gelegt. Mario Nitschke gibt den TV-Leuten das vorletzte oder vorvorletzte Interview. Ihm fällt eine ganze Schneelawine vom Herzen, weil alles so gut gelaufen ist. Jetzt müssen nur noch genügend Leute für Altenberg anrufen, dann kann das Feuerwerk steigen.

Der MRD berichtet am Montag, 16 Uhr, über das Altenberger Wintermärchen. Unter der kostenpflichtigen Nummer 0137 100 11003 kann am 27. Februar zwischen 16.15 und 17.15 Uhr für Altenberg abgestimmt werden, oder ab heute unter www.hier-ab-vier.de



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