Chemnitz
Diese Inhalte werden
freundlicherweise von
der Chemnitzer Morgenpost
zur Verfügung gestellt
Samstag, 24. Oktober 2009
(Chemnitzer Morgenpost)
(Chemnitzer Morgenpost)
Soko ermittelt gegen 1349 Neonazis
Leipzigs Polizeipräsident Horst Wawrzynski greift durch! Gegen alle 1349 Teilnehmer der rechten Randale-Demo vom vergangenen Sonnabend wurden Strafverfahren eingeleitet. Für den riesigen Ermittlungsaufwand ist gestern die „Soko Neonazi“ gegründet worden. Ermittler nahezu aller Kommissariate wurden abgestellt, um die rechten Randalierer vor Gericht bringen zu können.
Nachdem aus der schwarzgekleideten Meute Raketen, Steine und Flaschen geflogen waren, wurden die Rechtsextremen nach Waffen durchsucht und polizeilich registriert. Foto: dpa
Fotogalerien
LEIPZIG - Es ist ein Kraftakt, der von der Ermittlungsintensität mit dem Mordfall Michelle vergleichbar ist. Leipzigs Ermittler wollen alle 1349 Teilnehmer des rechten Aufmarsches vom 17. Oktober auf strafrechtliches Verhalten hin untersuchen. Hintergrund: Die angemeldete Demonst-ration war von Polizeipräsident Wawrzynski aufgelöst worden, noch bevor der braune Mob überhaupt loslaufen konnte. Zuvor hatten die Rechtsextremen Polizeibeamte mit Feuerwerkskörpern, Stangen, Flaschen und Steinen angegriffen (Morgenpost berichtete). Zehn Beamte wurden verletzt, darunter auch Wawrzynski, der aufgrund einer neben ihm explodierenden Flasche ein Knalltrauma erlitt.
Bis in die Nacht hinein hatten die Einsatzkräfte daraufhin die Rechten kontrolliert und von jedem einzelnen Demo-Teilnehmer die Personalien erhoben. In Absprache mit der Staatsanwaltschaft wurden jetzt gegen alle Personen Strafverfahren wegen Landfriedensbruchs eingeleitet. „Wir gehen zunächst davon aus, dass alle verdächtig sind und müssen nun ermitteln, inwieweit sich jeder Einzelne durch seine Handlungen strafbar gemacht hat“, erklärte Staatsanwalt Ricardo Schulz. Neben der Aus-übung von Gewalt gelten auch Anfeuerungsrufe und das Decken von Gewalttätern in der Menschenmasse als Landfriedensbruch.
Die „Soko Neonazi“ wertet hierzu das während der Randale-Demo gefertigte Videomaterial aus. Aber auch Zeugenaussagen und Erkenntnisse der in der rechten Szene agierenden V-Leute sollen die Straftäter überführen helfen. Beamte nahezu aller Kommissariate, darunter Top-Ermittler für organisierte Kriminalität und Hooligan-Experten, unterstützen die neue Soko. -bi.-
Bis in die Nacht hinein hatten die Einsatzkräfte daraufhin die Rechten kontrolliert und von jedem einzelnen Demo-Teilnehmer die Personalien erhoben. In Absprache mit der Staatsanwaltschaft wurden jetzt gegen alle Personen Strafverfahren wegen Landfriedensbruchs eingeleitet. „Wir gehen zunächst davon aus, dass alle verdächtig sind und müssen nun ermitteln, inwieweit sich jeder Einzelne durch seine Handlungen strafbar gemacht hat“, erklärte Staatsanwalt Ricardo Schulz. Neben der Aus-übung von Gewalt gelten auch Anfeuerungsrufe und das Decken von Gewalttätern in der Menschenmasse als Landfriedensbruch.
Die „Soko Neonazi“ wertet hierzu das während der Randale-Demo gefertigte Videomaterial aus. Aber auch Zeugenaussagen und Erkenntnisse der in der rechten Szene agierenden V-Leute sollen die Straftäter überführen helfen. Beamte nahezu aller Kommissariate, darunter Top-Ermittler für organisierte Kriminalität und Hooligan-Experten, unterstützen die neue Soko. -bi.-







