Chemnitz
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der Chemnitzer Morgenpost
zur Verfügung gestellt
Donnerstag, 21. Januar 2010
(Chemnitzer Morgenpost)
(Chemnitzer Morgenpost)
Schulleiter sperrt die Stasi-Jäger aus
Von Norbert Fleischer
Stasi-Zoff in Sachsens höchstgelegener Elite-Sportschule: Im 20. Jahr nach der Wiedervereinigung erteilte der Direktor jetzt der Chemnitzer Birthler-Behörde Hausverbot - eine Veranstaltung der Stasi-Jäger darf nicht in der Schule stattfinden. Die Birthler-Behörde ist empört - und vermutet alte IM-Seilschaften.
Wie Geheimagenten angehende DDR-Spitzensportler kontrollierten und mit Doping aufputschten, sollte Ende Januar Thema der Veranstaltung werden - und zwar in der heutigen Elitesportschule, wo noch vor wenigen Jahren Hunderte Schüler bespitzelt wurden.
Doch Direktor Lothar Dickert (58) lehnte das Ansinnen von Behördenchef Martin Böttger (63) ab: „Ich habe von meinem Hausrecht Gebrauch gemacht.“ Böttger hatte er mitgeteilt, der Vortrag sei „zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht gewünscht“. Offenbarer Grund: Vortragsreferent Thomas Purschke hatte vorgehabt, mehrere IM zu benennen. Nach Morgenpost-Informationen hatte der ehemalige Stasi-IM Helmut M., heute Kampfrichter im Oberwiesenthaler Wintersport, dem Direktor jedoch mit Konsequenzen gedroht. Doch dazu windet sich der Schulchef um jede Antwort: „Bitte fragen Sie nicht weiter.“ Hat er Angst?
Die Bildungsagentur in Chemnitz schaut dem Treiben gelassen zu. „Wir mischen uns da nicht ein“, kommentiert ein Sprecher. Landrat Frank Vogel (CDU) war zu einer Stellungnahme nicht zu erreichen. Die Landtagsabgeordnete Annekathrin Giegengack (39, Grüne) hat dazu inzwischen eine Anfrage an die Regierung gestellt: „Kritische Auseinandersetzungen mit der Geschichte sind auch dann notwendig, wenn’s mal schwierig wird.“
Doch Direktor Lothar Dickert (58) lehnte das Ansinnen von Behördenchef Martin Böttger (63) ab: „Ich habe von meinem Hausrecht Gebrauch gemacht.“ Böttger hatte er mitgeteilt, der Vortrag sei „zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht gewünscht“. Offenbarer Grund: Vortragsreferent Thomas Purschke hatte vorgehabt, mehrere IM zu benennen. Nach Morgenpost-Informationen hatte der ehemalige Stasi-IM Helmut M., heute Kampfrichter im Oberwiesenthaler Wintersport, dem Direktor jedoch mit Konsequenzen gedroht. Doch dazu windet sich der Schulchef um jede Antwort: „Bitte fragen Sie nicht weiter.“ Hat er Angst?
Die Bildungsagentur in Chemnitz schaut dem Treiben gelassen zu. „Wir mischen uns da nicht ein“, kommentiert ein Sprecher. Landrat Frank Vogel (CDU) war zu einer Stellungnahme nicht zu erreichen. Die Landtagsabgeordnete Annekathrin Giegengack (39, Grüne) hat dazu inzwischen eine Anfrage an die Regierung gestellt: „Kritische Auseinandersetzungen mit der Geschichte sind auch dann notwendig, wenn’s mal schwierig wird.“







