Chemnitz
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der Chemnitzer Morgenpost
zur Verfügung gestellt
Freitag, 23. April 2010
(Chemnitzer Morgenpost)
(Chemnitzer Morgenpost)
Karl Marx ade: Chemnitz feiert Chemnitz
Vor 20 Jahren bekam die Stadt ihren Namen zurück
Von Petra Pape-Seidel
Im Mai 1953 bekam Chemnitz den Namen des Urahns der Weltrevolution verpasst und hieß fortan 37 Jahre lang Karl-Marx-Stadt. Nicht die Bürger hatten das so gewollt, sondern die SED. Heute vor zwanzig Jahren drehten die Menschen den Spieß um und beschlossen die Rückbenennung - per Bürgerentscheid.
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„Das war schon eine dolle Zeit“, sagt Eberhard Langer (75). Der letzte SED-Oberbürgermeister kann sich noch gut an die Wende-Turbulenzen erinnern. „Bei den Demonstrationen und am runden Tisch war der Ruf nach dem alten Stadtnamen immer lauter geworden. Fast täglich flatterten mir Briefe auf den Tisch“, erzählt der Linken-Politiker. Bis Januar 1990 hatte die Bürgerinitiative „Für Chemnitz“ mehr als 40000 Unterschriften gesammelt. Ein Bürgerentscheid musste her. Langer wollte ihn gemeinsam mit der Kommunalwahl am 6. Mai ansetzen, bekam aber von der Modrow-Regierung eine Absage. Die Oberen hatten Angst, dass sich die Wähler in ihrer plötzlichen Freiheit „verzetteln“ könnten.
Also wurde am 17. April ganz unbürokratisch eine einzige (!) Urne im Rathaus aufgestellt. Auch per Post konnte abgestimmt werden. Am 23. April wurde ausgezählt: Von rund 252000 Stimmberechtigten hatten 191000 gewählt, also drei Viertel. Mehr als 76 Prozent votierten für die Umbenennung. „Dieses hohe Ergebnis hat uns wirklich überrascht“, sagt Langer. Er gehörte zu den 23 Prozent, die für Karl-Marx-Stadt gestimmt hatten: „Das war doch mein Leben.“ Die Verkündung der Rückbenennung übernahm sein frisch gewählter Nachfolger Dieter Noll (CDU) am 1. Juni vom Rathaus-Balkon. Damit war Karl-Marx-Stadt passé.
„Eine deutschlandweit einmalige Geschichte“, findet OB Barbara Ludwig (48, SPD). Für sie ein „Anlass zum Feiern und Nachdenken“. Das Stadtname-Jubiläum wird vom 27. Mai bis zum 1. Juni im Rahmen des Kulturfestivals „Begegnungen“ gefeiert. Unter anderem gibt es am 29. Mai eine große Open-Air-Party rund um das Karl-Marx-Monument. Dessen Abriss hatte übrigens nie ernsthaft zur Debatte gestanden.
Also wurde am 17. April ganz unbürokratisch eine einzige (!) Urne im Rathaus aufgestellt. Auch per Post konnte abgestimmt werden. Am 23. April wurde ausgezählt: Von rund 252000 Stimmberechtigten hatten 191000 gewählt, also drei Viertel. Mehr als 76 Prozent votierten für die Umbenennung. „Dieses hohe Ergebnis hat uns wirklich überrascht“, sagt Langer. Er gehörte zu den 23 Prozent, die für Karl-Marx-Stadt gestimmt hatten: „Das war doch mein Leben.“ Die Verkündung der Rückbenennung übernahm sein frisch gewählter Nachfolger Dieter Noll (CDU) am 1. Juni vom Rathaus-Balkon. Damit war Karl-Marx-Stadt passé.
„Eine deutschlandweit einmalige Geschichte“, findet OB Barbara Ludwig (48, SPD). Für sie ein „Anlass zum Feiern und Nachdenken“. Das Stadtname-Jubiläum wird vom 27. Mai bis zum 1. Juni im Rahmen des Kulturfestivals „Begegnungen“ gefeiert. Unter anderem gibt es am 29. Mai eine große Open-Air-Party rund um das Karl-Marx-Monument. Dessen Abriss hatte übrigens nie ernsthaft zur Debatte gestanden.








