Chemnitz
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der Chemnitzer Morgenpost
zur Verfügung gestellt
Freitag, 7. Januar 2011
(Chemnitzer Morgenpost)
(Chemnitzer Morgenpost)
Haft, weil Vater den Sohn versteckte
In Handschellen wurde Peter Steuernagel (M.) gestern am Landgericht vorgeführt, schließlich verurteilt. Foto: Christoph Heyden
Paukenschlag am Chemnitzer Landgericht! Peter Steuernagel (51), der 2005 seinen zehnjährigen Sohn und Ausreißer Lukas über sechs Wochen versteckte (wir berichteten), wurde gestern nach fünfeinhalb Jahren verurteilt. Er hatte die Polizei über Wochen an der Nase herumgeführt. Am Ende wurde dem vierfachen Vater ein Morgenpost-Artikel zum Verhängnis.
Anfang 2007 verurteilte das Amtsgericht Hohenstein-Ernst-thal Peter Steuernagel wegen Kindesentziehung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung. Zu wenig, fand damals der Staatsanwalt und ging in Berufung. Doch die Verhandlung kam nie zustande. Lukas’ Vater tauchte unter, wurde mit Haftbefehl gesucht und im November verhaftet.
Gestern wurde nun nochmals verhandelt. „Mir wurde damals das Sorgerecht entzogen, die Kinder kamen ins Heim, ich habe um sie gekämpft. Ende 2005 stand Lukas plötzlich nachts vor meiner Türe. Was sollte ich als Vater machen - Lukas der Polizei übergeben?“, fragte der Angeklagte Richter Ulrich Holzinger gestern weinend.
Der Richter zeigte dafür Verständnis. Jedoch nicht für die List, mit der er die Fahnder über Wochen narrte: „Mehrmals fragten Polizisten nach dem Jungen. Doch Sie sagten, Sie wüssten nicht, wo er ist.“ Als Beweismittel hielt er dem Angeklagten den Morgenpost-Artikel vom 30. Juni 2005 vor, indem er flehend zitiert wurde und das Bild von Lukas zeigte. „Darin haben Sie Ihre Sorge zum Ausdruck gebracht, obwohl Sie Lukas über Wochen versteckt hielten“, so der Richter. Urteil: drei Monate Haft, die zu einer viermonatigen Haftstrafe wegen Fahrens ohne Führerschein dazukommen. (Andrzej Rydzik)
Anfang 2007 verurteilte das Amtsgericht Hohenstein-Ernst-thal Peter Steuernagel wegen Kindesentziehung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung. Zu wenig, fand damals der Staatsanwalt und ging in Berufung. Doch die Verhandlung kam nie zustande. Lukas’ Vater tauchte unter, wurde mit Haftbefehl gesucht und im November verhaftet.
Gestern wurde nun nochmals verhandelt. „Mir wurde damals das Sorgerecht entzogen, die Kinder kamen ins Heim, ich habe um sie gekämpft. Ende 2005 stand Lukas plötzlich nachts vor meiner Türe. Was sollte ich als Vater machen - Lukas der Polizei übergeben?“, fragte der Angeklagte Richter Ulrich Holzinger gestern weinend.
Der Richter zeigte dafür Verständnis. Jedoch nicht für die List, mit der er die Fahnder über Wochen narrte: „Mehrmals fragten Polizisten nach dem Jungen. Doch Sie sagten, Sie wüssten nicht, wo er ist.“ Als Beweismittel hielt er dem Angeklagten den Morgenpost-Artikel vom 30. Juni 2005 vor, indem er flehend zitiert wurde und das Bild von Lukas zeigte. „Darin haben Sie Ihre Sorge zum Ausdruck gebracht, obwohl Sie Lukas über Wochen versteckt hielten“, so der Richter. Urteil: drei Monate Haft, die zu einer viermonatigen Haftstrafe wegen Fahrens ohne Führerschein dazukommen. (Andrzej Rydzik)







