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Montag, 22. März 2010
(Chemnitzer Morgenpost)

Es ist Frühjahrsputz und keiner geht hin

Die OB musste fast alleine putzen. Stellt Euch vor:


Die Innenstadt ist sauber, jetzt kann der Lenz kommen. Zum großen Frühjahrsputz hatte gestern der Stadtreinigungsdienst ASR die Chemnitzer geladen. Doch das Echo war verhalten. Nur rund 160 Leute, davon ein Großteil ASR-Mitarbeiter, machten mit.

Barbara Ludwig war ebenfalls im Park vor der Stadthalle im Einsatz, kehrte dort Laub zusammen und packte es in Mülltüten. Foto: Christof Heyden

Startschuss für den Frühjahrsputz war 13 Uhr auf dem Marktplatz. Dort verteilten die Mitarbeiter des ASR Besen, Greifzangen, Warn- westen und Handschuhe an die Freiwilligen - auch an OB Barbara Ludwig (48, SPD): „Es tut not, deswegen bin ich dabei. Und vielleicht regt es die Chemnitzer zum Nachmachen an.“ Ordnungsbürgermeister Miko Runkel (49, parteilos) hatte sich ebenfalls in die orangefarbene Kluft der Straßenkehrer geworfen und schwang den Besen. „Viele Hände, schnelles Ende“, meinte er. Er war allerdings enttäuscht, dass im Gegensatz zum Vorjahr nur wenige Stadträte dabei waren. „Das ist ärgerlich“, gab er zu.

Eine der wenigen Politikerinnen mit Putzfimmel war Ines Saborowski-Richter (42, CDU): „Es ist einfach nötig, dass in der Innenstadt gründlich sauber gemacht wird.“ Ihr Stadtratskollege Karl-Friedrich Zais (58, Linke) war dem Aufruf ebenfalls gefolgt. „Ich gehe danach gleich zum Kieser-Training, da ist das Putzen eine gute Erwärmung.“ Zwei Stunden lang befreite die Putzkolonne die City von Laub, Splitt und Müll. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, meinte ASR-Chef Gerold Münster (37). „Aber es hätten ruhig noch ein paar mehr Leute sein können.“ Rund 160 Chemnitzer haben mitgeholfen, fast zwei Drittel davon waren allerdings Mitarbeiter des ASR. Einer der wenigen „echten“ Freiwilligen war Krankenpfleger Jens Berger (39): „Der Frühling kommt, der Dreck passt aber gar nicht dazu. Deswegen helfe ich gerne mit.“ Nach dem Putzeinsatz bekam er, wie alle anderen Helfer, auf Kosten des ASR eine heiße Gulaschsuppe.

Der Betrieb hofft, dass in den nächsten Wochen weitere Putzaktionen in den Stadtteilen folgen. Chef Gerold Münster: „Einige Anmeldungen haben wir schon.“ as


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