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Donnerstag, 15. Dezember 2011
(Chemnitzer Morgenpost)

Diese Vorhaben hat die Bahn in Sachsen

Von Jens Jungmann

Große Pläne hat die Bahn im kommenden Jahr: Wichtige Baustellen werden endlich vollendet, andere Projekte in Angriff genommen. Im ganzen Freistaat ist die Deutsche Bahn aktiv - von der bayerischen bis hin zur polnischen Grenze.

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Neue Schienen für Tempo 200: Die Strecke von Berlin nach Dresden soll künftig in 70 Minuten zu schaffen sein! Foto: Landgraf

Dresden. Stolze 1,5 Milliarden Euro hat die Bahn bereits in die Sachsen-Magistrale (Dresden-Chemnitz-Hof) investiert. Nur noch der „Chemnitzer Knoten“ muss modernisiert werden, dann kann sich die Reisezeit von 3:25 auf 2:30 Stunden verkürzen - die topografisch schwierige Strecke mit 160 km/h befahren werden. Sachsens Bahnchef Artur Stempel: „Anschließend ist ein Ausbau bis nach Regensburg geplant.“

Erst im Jahr 2014 wird die S-Bahn-Strecke von Dresden-Neustadt nach Meißen fertig sein. Immer wieder gab es Bauverzögerungen, fehlende Genehmigungen und Freigaben. „Zumindest gehen ab kommendem Februar die beiden Fernbahn-Gleise in Betrieb.“ 280 Millionen Euro hat sich die Bahn den Umbau schon kosten lassen. Die Strecke Dresden-Leipzig kann künftig in 45 Minuten zurückgelegt werden.

Nach Berlin geht es ab 2014 innerhalb von 90 Minuten (bisher 120). „Endziel sind einmal 70 Minuten“, so Stempel. Die Bau-Verzögerung läge am Berliner Senat, der Änderungswünsche hatte. 200 Mio. Euro steckt die Bahn in die Berliner Strecke.

Im Frühjahr 2012 starten Großbauarbeiten auf der Strecke Knappenrode (Hoyerswerda) - Horka (kurz vor Polen). Artur Stempel: „Die Wirtschaft verlangt eine ­Güterverkehrsanbindung von den Häfen im Norden, wie Hamburg, bis nach Süd-Polen. Die Strecke hat oberste Priorität!“ 380 Mio. Euro investiert die Bahn, rüstet die eingleisige Strecke auf zwei Spuren aus und elektrifiziert sie. Von Niesky aus soll eine „Spange“ nach Görlitz gebaut werden (5 Mio. Euro). „Sie soll den Nahverkehr in der Lausitz stärken. Mit diesen Maßnahmen wollen wir 2015 fertig sein.“

Eifrig weitergewerkelt wird 2012 an der Strecke Leipzig-Erfurt: Ende 2014 soll sie fertig sein, dann brauchen Züge zwischen beiden Städten nur noch 39 Minuten (bisher 66). Wenn in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bayern um 2020 alle Baumaßnahmen beendet sind, benötigt der ICE von Berlin nach München unter vier Stunden (bisher fünf Stunden 50 Minuten).

Die Bahn hat in Sachsen rund 13.000 Mitarbeiter und 400 Auszubildende. „Wir suchen dringend Nachwuchs in allen Bereichen“, so Stempel. Denn die ­Demografie schlägt voll durch: In ganz Deutschland gehen in den kommenden fünf Jahren 70.000 „Bahner“ in Rente! „Wir sind attraktiv“, ­ so Stempel. Neben Betriebskin­dergärten wirbt die Bahn auch mit Tarifgehältern.


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