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Donnerstag, 24. September 2009
(Chemnitzer Morgenpost)

Brüder verbreiteten Angst und Schrecken

Spur der Gewalt im beschaulichen Erzgebirge


„In meinen zwölf Amtsjahren sind sie der absolute Spitzenreiter“, sagt Richter Lutz Herrmann (44) mit Blick zur Anklagebank. Dort sitzt Kevin P. - erst 15 Jahre alt und schon im Jugendknast. Neben ihm haben seine Brüder Patrick (19) und Daniel (18) Platz genommen. Gemeinsam terrorisierte die gewalttätige Familienbande das Erzgebirge.

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Wenn’s knallt, sind sie dabei: die Prügelbrüder Patrick, Daniel und Kevin P. (v.l.) - hier mit ihren Verteidigern gestern im Amtsgericht Aue.

Schneeberg - Bereits im Mai 2008 stand Kevin vor Richter Herrmann, weil er gemeinsam mit Bruder Patrick P. ein Schneeberger Ehepaar grundlos krankenhausreif geschlagen hatte. Kevin kam mit acht Monaten Bewährung davon – bis er im Januar 2009 wieder ins Amtsgericht Aue musste: Er hatte mit Bruder Patrick im Juli 2008 vor einem Schneeberger Wohnheim - unter Bewährung stehend - einen Mann verprügelt: Dafür bekam Kevin ein Jahr Gesamtfreiheitsstrafe, die er im Jugendknast Regis-Breitingen absitzt, sein Bruder bekam insgesamt 14 Monate für beide Fälle.

Gestern gab es für Kevin und Patrick noch einmal vier Monate Nachschlag, für Bruder Daniel acht Monate auf Bewährung: Am 8. Oktober 2008 hatten Kevin und Daniel den Schneeberger Dietmar G. (57) verdroschen, als der sie beim Beschmieren seiner Garage erwischt hatte: „Ich wollte sie davon abhalten, da fackelten sie nicht lange.

“ Am 25. Oktober schlugen Patrick und Daniel P. am Auer Postplatz Alexander S. (17) krankenhausreif: „Als ich aus dem Bus ausstieg, rempelten sie mich an und warfen Bierflaschen nach mir.“ Alexander rannte weg, sie holten ihn ein – Gehirnerschütterung, Nasenbeinbruch.

Am 3. November 2008 sahen alle drei Brüder vorm Bahnhof Aue Marcel H. (17) sitzen – wieder Prügel ohne jeden Grund. Kevin und seine Brüder gestanden ges-tern ihre Taten. Kevins Motiv: „Langeweile“. Staatsanwältin Nicole Fuchs-Lenz: „Das ist schlichtweg nicht zu fassen.“ Schwerer Stand für die Verteidiger, sie versuchten möglichst milde Strafen herauszuholen.

Richter Herrmann urteilte strenger: „Es kann doch nicht sein, dass immer wieder die gleichen Leute schwere Körperverletzungen begehen“, sagte er in der Urteilsbegründung. Bald gibt es ein Wiedersehen: Ende November steht der 15-jährige Kevin erneut vor dem Richter, wegen schweren Raubes - und gefährlicher Körperverletzung. adi


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