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Samstag, 24. Juli 2010
(Chemnitzer Morgenpost)

‚Abnorm‘! CDU-Politiker hetzt gegen Schwule


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Nackte schwule Männer in aufreizenden Posen - für den Chemnitzer CDU-Politiker Kai Hähner (r.) ein „abnormer“ Anblick, gegen den er sich wehrt. Foto: Richter

CHEMNITZ - „Abnorm, unerträglich, unverschämt“: Der Chemnitzer CDU-Lokalpolitiker Kai Hähner steht nach schwulenfeindlichen Äußerungen schwer unter Beschuss. Die Linke fordert seinen Rückzug von allen politischen Ämtern.

„Leben Sie, wie Sie wollen, im Privaten und lassen Sie andere mit Ihrer Abnormalität in Ruhe“ oder „sollte dies in diesem Land tatsächlich passieren und Kinder schon im Vorschulalter mit Homo-sexualität konfrontiert werden, werde ich der erste sein, der die Verantwortlichen dafür vor Gericht bringt“.

Diese bitterböse Mail schrieb der Chef des Chemnitzer CDU-Ortsverbandes Mitte-West an die Organisatoren des Chris-topher Street Day (CSD) in Leipzig. Die interne Mail gelangte über Umwege an die Presse und sorgt jetzt für Entsetzen nicht nur beim politischen Gegner.

„Der Hass auf nicht-Heterosexuelle ist nach wie vor Realität, auch in der Partei die sich als ,die Mitte‘ bezeichnet“, so Fabian Blunck, Landesvorstandsmitglied der Linken. „Jetzt muss geprüft werden, ob der Tatverdacht der Volksverhetzung greift. Dass Kai Hähner kein politisches Amt mehr bekleiden sollte, liegt auf der Hand.“ „Ich fordere die sächsische CDU auf, sich für die Entgleisungen ihres Repräsentanten zu entschuldigen und sich vom Geist seiner Äußerungen zu distanzieren“, sagt Sabine Friedel (SPD).

„Ich habe nach einer Aussage der CSD-Verantwortlichen, dass das Thema Homosexualität schon im Kindergarten besprochen werden sollte, als Privatperson diese Mail geschrieben. Ich habe bewusst provoziert, zu den Kernaussagen stehe ich aber“, erklärt Hähner. Und: „Ich glaube nicht, dass das innerparteiliche Konsequenzen haben wird.“

„Ich und die CDU-Chemnitz haben zu den in der Mail getroffenen Aussagen eine vollkommen andere Meinung. Wir werden uns inhaltlich mit Herrn Hähner und seiner Sicht der Dinge auseinandersetzen“, so Frank Heinrich, Kreis-Chef der CDU-Chemnitz. Dirk Hein


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