Musik
Donnerstag, 18. März 2010
Süß, aber nicht klebrig
Philipp Demankowski
In der Dresdner Spinnerei machen Marbert Rocel Clubmusik mit Songwriter-Anspruch.
Wenn Popmusik mit dem Niedlichen kokettiert, ist Vorsicht geboten. Bands, die nach dem Prinzip des akustischen Kindchenschemas funktionieren, tanzen oft nur einen Sommer. Denn auch wenn der erste Kontakt ansprechend ist, Substanz wird man irgendwann vermissen. Und
zuckersüß wird auf Dauer auch ziemlich klebrig.
Gute Chancen, diese Klippe zu umschiffen, hat das Erfurter Trio Marbert Rocel, das seit Ende letzten Jahres immerhin schon mit dem zweiten Album aufwarten kann. Auch wenn das Cover-Artwork von „Catch A Bird“ Vogelcollagen oder drollige Elefanten bietet und die Musik verdächtig beschwingt und luftig anmutet, an Substanz mangelt es dem Erfurter Trio nicht. Marcel Aue, mit Hip-Hop-Vergangenheit als Tour-DJ von Clueso, Robert Krause, der sich auch für das Artwork verantwortlich zeichnet und Sängerin Antje Seifarth machen mit Marbert Rocel ausgefuchste Popmusik, die Tanzbarkeit mittels Imperativ einfordert, ihr aber nicht alles unterordnet.
Trotzdem gibt House dank saftiger Bassdrum und rhythmischem Klavier den Takt vor, was vor allem live deutlich wird. Gelegentliche Bläser zeugen darüber hinaus von der Jazz-Vorliebe der Bandmitglieder und so waren diese Bläser vermutlich auch ein Argument für die Münchner Label-Legende Compost, die Band unter Vertrag zu nehmen. Offensichtlichster Bestandteil in der Musik von Marbert Rocel ist aber der einschmeichelnde, manchmal ein wenig zu liebliche Gesang von Antje Seifarth, der nicht wie sonst bei House als weitere Komponente die Beats ergänzt, sondern ganz klassisch mit Songwriter-Anspruch daherkommt. In den besten Momenten fühlt man sich an die Musik des Briten Mathew Herbert erinnert, besonders an das gemeinsame Projekt mit Sängerin Dani Siciliano, das ähnlich mit Jazz-Elementen spielte. Damit gelingt Marbert Rocel auf einem Großteil ihrer beiden Alben, woran schon so viele Bands gescheitert sind: Lied und Clubtrack zu vereinen.
Unterstützung aus der Heimat gibt es vom DJ Cosmo Braun, der mit seinem Label Eleonore als Aushängeschild für Techno in Erfurt gilt.
Marbert Rocel (live) und die DJs Cosmo Braun und Reen
19.3., 21 Uhr, Spinnerei/Strasse E, DD
Tickets für acht Euro im Vorverkauf und für zwölf Euro an der Abendkasse
Gute Chancen, diese Klippe zu umschiffen, hat das Erfurter Trio Marbert Rocel, das seit Ende letzten Jahres immerhin schon mit dem zweiten Album aufwarten kann. Auch wenn das Cover-Artwork von „Catch A Bird“ Vogelcollagen oder drollige Elefanten bietet und die Musik verdächtig beschwingt und luftig anmutet, an Substanz mangelt es dem Erfurter Trio nicht. Marcel Aue, mit Hip-Hop-Vergangenheit als Tour-DJ von Clueso, Robert Krause, der sich auch für das Artwork verantwortlich zeichnet und Sängerin Antje Seifarth machen mit Marbert Rocel ausgefuchste Popmusik, die Tanzbarkeit mittels Imperativ einfordert, ihr aber nicht alles unterordnet.
Trotzdem gibt House dank saftiger Bassdrum und rhythmischem Klavier den Takt vor, was vor allem live deutlich wird. Gelegentliche Bläser zeugen darüber hinaus von der Jazz-Vorliebe der Bandmitglieder und so waren diese Bläser vermutlich auch ein Argument für die Münchner Label-Legende Compost, die Band unter Vertrag zu nehmen. Offensichtlichster Bestandteil in der Musik von Marbert Rocel ist aber der einschmeichelnde, manchmal ein wenig zu liebliche Gesang von Antje Seifarth, der nicht wie sonst bei House als weitere Komponente die Beats ergänzt, sondern ganz klassisch mit Songwriter-Anspruch daherkommt. In den besten Momenten fühlt man sich an die Musik des Briten Mathew Herbert erinnert, besonders an das gemeinsame Projekt mit Sängerin Dani Siciliano, das ähnlich mit Jazz-Elementen spielte. Damit gelingt Marbert Rocel auf einem Großteil ihrer beiden Alben, woran schon so viele Bands gescheitert sind: Lied und Clubtrack zu vereinen.
Unterstützung aus der Heimat gibt es vom DJ Cosmo Braun, der mit seinem Label Eleonore als Aushängeschild für Techno in Erfurt gilt.
Marbert Rocel (live) und die DJs Cosmo Braun und Reen
19.3., 21 Uhr, Spinnerei/Strasse E, DD
Tickets für acht Euro im Vorverkauf und für zwölf Euro an der Abendkasse







