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Musik

Donnerstag, 12. Januar 2012
(Sächsische Zeitung)

Mit Volldampf voraus

Andy Dallmann

Diese Band hat mehr als 20 Jahre auf dem Buckel und noch immer den gleichen Schwung: Fiddler’s Green bitten zum Tanz.

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Reisende im Dienst irischer Volksweisen: Fiddler’s Green aus Erlangen stellen in Dresden ihr neues Album „Wall Of Folk“ vor. Foto: PR

Für ihr neues Album „Wall Of Folk“ holte sich die Erlanger Band Fiddler’s Green robuste Verstärkung, live bringen die Herren sich und ihr Publikum ganz alleine auf Trab. So, wie sie es seit über 20 Jahren immer wieder gemacht haben. Dennoch ist „Fields Of Green/Nie zu spät“, die mithilfe von In-Extremo-Frontmann Michael Robert Rhein und dessen Dudelsack-Kollegen Marco Ernst-Felix Zorzytzky eingespielte Mitsing-Nummer, jetzt sicher auch Teil des Konzertprogramms.

„Unsere Songs müssen natürlich abgehen, eine gewisse Geschwindigkeit aufweisen und eine positive Grundstimmung besitzen“, erklärt Ralf „Albi“ Albers, Sänger und Gitarrist, die bandtypische Orientierung. „Instrumentalparts müssen ebenso dabei sein wie ein Mitmachteil.“ Nur so rumstehen ist bei den Konzerten von Fiddler’s Green keine Option, dafür ersetzen sie glatt in einem Rutsch Saunagang und Fitnessübung.

„Unsere Musik verbreitet Freude und Lebenslust. Bewegt. Begeistert. Kann aus dem Alltag entführen“, erklärte Geiger Tobi Heindl in einem Interview. „Seit elf Jahren bin ich fasziniert von dieser positiven Dynamik, die mich selbst immer wieder aufs Neue glücklich macht.“ Damit das so bleibt, bewegt sich die Band zwar weiter auf den sicheren Speedfolk-Gleisen, hat sich jedoch aktuell etwas vom Punkgestus entfernt und dafür Anregungen in den Abteilungen Metal, Reggae, Ska und Pop abgeholt. Neue Publikumskreise erschlossen sich die Musiker ebenfalls, denn „Fields Of Green/Nie zu spät“ kam als Hymne des 1. FC Nürnberg zu speziellen Ehren. Und darüber, wer sich so alles vor den Konzertbühnen versammelt, staunen die Herren sowieso regelmäßig. „Mittlerweile bringen die Fans der ersten Tage auch schon ihre Kinder mit, teilweise sogar ihre Enkel“, erklärt Heindl. Was ganz im Sinne von Fiddler’s Green sei. „Denn wir wollen Brücken schlagen zwischen den Welten. Den Generationen, zwischen der Vergangenheit und der Zukunft, zwischen Tradition und Moderne.“

Klar, dass da auch Ewan MacColls Evergreen „Dirty Old Town“ für das aktuelle Album aufgenommen wurde. Traditionelles in aufgefrischter Fassung, dazu Neues aus eigener Produktion. Wie der Titelsong „Wall Of Folk“, der nach Meinung der Band bestens dazu taugt, ganze Menschenhorden in Ekstase zu versetzen. Ob das funktioniert, ist am Freitag im Dresdner Beatpol zu überprüfen. Empfohlen wird auf alle Fälle strapazierfähige Kleidung.

Fiddler’s Green: 13. Januar, 21 Uhr, Beatpol, Dresden, Tickets: 20,50 Euro, Hotline: 0351 866600.


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