Kino
Mittwoch, 10. März 2010
Zwei Regisseure, ein Ziel
In sz-online
Sogar Gott bekommt 5000 Dinar zugesprochen. Die Männer zweier verfeindeter arabischer Familien sitzen in einem Zimmer, trinken Kaffee und erhitzen sich über die Höhe des Schuldgeldes. Es geht nicht um ein Pferd, es geht um ihre Zukunft. Könnte sein, sie währt nur drei
Tage. In Ajami, einem Stadtteil von Jaffa, der ein Stadtteil von Tel Aviv ist.
Das Regieduo ist exemplarisch für das Projekt: Scandar Copti ist arabischer Christ, Yaron Shani israelischer Jude. Es geht ihnen um Wahrnehmungen von Realitäten, die von jetzt auf gleich kippen können, die sich entladen in Emotion und Gewalt. Das meint man zu wissen, und so ist es natürlich schade, dass ein nächster Film wieder nur das Harte vom Alltag in Nahost zeigt. Eine binationale Komödie wäre dringend vonnöten, sie müsste kein Schenkelklopfer sein.
So aber gibt es nichts zu lachen. „Ajami“ ist ein kompromissloser Thriller, der nie vordergründig politisch sein will, es eher im Hintergrund brodeln lässt. Das ungewöhnliche Regie-Doppel verhindert alles Parteiische, denn keiner kann entrinnen, keiner ist besser. Oder schlechter. Es ist eng im Viertel. Jeder sieht auf den anderen. Fällt ein Schuss, trifft er den Falschen, setzt sich der Kreisel in Gang. Da sind Drogen im Spiel, Rache und Ehransprüche. Mittendrin ein Paar, das sich lieben will und nicht darf.
Strukturell will der vorrangig mit Laien besetzte Film etwas zuviel, verwirrt phasenweise mit Zeitebenen und Personen, wiegt dieses Manko aber mit bedingungsloser Authentizität auf. dre
„Ajami“ - Schauburg, DD
Das Regieduo ist exemplarisch für das Projekt: Scandar Copti ist arabischer Christ, Yaron Shani israelischer Jude. Es geht ihnen um Wahrnehmungen von Realitäten, die von jetzt auf gleich kippen können, die sich entladen in Emotion und Gewalt. Das meint man zu wissen, und so ist es natürlich schade, dass ein nächster Film wieder nur das Harte vom Alltag in Nahost zeigt. Eine binationale Komödie wäre dringend vonnöten, sie müsste kein Schenkelklopfer sein.
So aber gibt es nichts zu lachen. „Ajami“ ist ein kompromissloser Thriller, der nie vordergründig politisch sein will, es eher im Hintergrund brodeln lässt. Das ungewöhnliche Regie-Doppel verhindert alles Parteiische, denn keiner kann entrinnen, keiner ist besser. Oder schlechter. Es ist eng im Viertel. Jeder sieht auf den anderen. Fällt ein Schuss, trifft er den Falschen, setzt sich der Kreisel in Gang. Da sind Drogen im Spiel, Rache und Ehransprüche. Mittendrin ein Paar, das sich lieben will und nicht darf.
Strukturell will der vorrangig mit Laien besetzte Film etwas zuviel, verwirrt phasenweise mit Zeitebenen und Personen, wiegt dieses Manko aber mit bedingungsloser Authentizität auf. dre
„Ajami“ - Schauburg, DD







