Kino
Mittwoch, 5. Mai 2010
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
Wie naiv kann einer sein?
„David Wants To Fly“
Christina Wittich
Bitte nehmen Sie diesen Dokumentarfilm nicht zu ernst. Es ist zu bezweifeln, dass der Filmemacher selbst es tut. David Sieveking, frischer Absolvent der Berliner Filmhochschule, der sich hier selbst zum Thema seines Werkes macht, ist unfertig, unentschlossen und unzufrieden. Filme drehen will er wie Kult-Regisseur David Lynch. Allein, es mangelt an Ideen – Talent, da ist sich Sieveking sicher, hat er mehr als genug.
Rein zufällig stößt er in seiner verzweifelten Untätigkeit im Internet auf eine Werbeveranstaltung für Transzendentale Meditation, bei der auch David Lynch sprechen würde. Man nenne es Schick-sal oder Dusel – es ist der Stein des Anstoßes zu einem Dokumentarfilm, den Sieveking gern investigativ nennen würde, der für den Zuschauer jedoch vor allem zwei Dinge bedeuten kann: angespannte Nerven oder großer Spaß.
Denn der Filmemacher möchte im Zuge seiner Arbeit nicht nur die Transzendentale Meditation als großen Schwindel enttarnen – was ihm gelingt. Er ruckelt außerdem, und das ist putzig anzuschauen, am Thron des Idols und versucht, mit all dessen esoterischem Tamtam David Lynch zu demaskieren. Dabei scheitert David Sieveking. Aber das ist nicht schlimm.
Denn bis dahin konnte man ihn beobachten wie er die Bildsprache Lynchs kopiert, sich als neoromantischen Künstler inszeniert und tatsächlich auch selbst einen Reifungsprozess durchläuft. Einen kleinen. Mit lediglich einer offenen Frage entlässt „David Wants To Fly“ seine Zuschauer dann aus der Vorstellung: Ist der Mann tatsächlich so naiv oder tut er nur so?
Schauburg, DD
Rein zufällig stößt er in seiner verzweifelten Untätigkeit im Internet auf eine Werbeveranstaltung für Transzendentale Meditation, bei der auch David Lynch sprechen würde. Man nenne es Schick-sal oder Dusel – es ist der Stein des Anstoßes zu einem Dokumentarfilm, den Sieveking gern investigativ nennen würde, der für den Zuschauer jedoch vor allem zwei Dinge bedeuten kann: angespannte Nerven oder großer Spaß.
Denn der Filmemacher möchte im Zuge seiner Arbeit nicht nur die Transzendentale Meditation als großen Schwindel enttarnen – was ihm gelingt. Er ruckelt außerdem, und das ist putzig anzuschauen, am Thron des Idols und versucht, mit all dessen esoterischem Tamtam David Lynch zu demaskieren. Dabei scheitert David Sieveking. Aber das ist nicht schlimm.
Denn bis dahin konnte man ihn beobachten wie er die Bildsprache Lynchs kopiert, sich als neoromantischen Künstler inszeniert und tatsächlich auch selbst einen Reifungsprozess durchläuft. Einen kleinen. Mit lediglich einer offenen Frage entlässt „David Wants To Fly“ seine Zuschauer dann aus der Vorstellung: Ist der Mann tatsächlich so naiv oder tut er nur so?
Schauburg, DD








