Kino
Donnerstag, 3. Juni 2010
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
Wie ist Ihnen zumute?
„Bedways“
In sz-online
„Und? Wie war Ihnen bei den Sexszenen zumute?“ Seltsam, dass sich so viele Schauspieler und Schauspielerinnen noch immer diese Frage stellen lassen müssen, huscht von ihnen eine kaum verdeckte Ansicht unterer Körperteilchen durchs Bild. Sie antworten zumeist mit „Ist ja Arbeit. Ist kein Gefühl.“
RP Kahl gibt sich als Regisseur mit Scheinheiligkeiten nicht zufrieden, mit verschämten Darstellungen jetzt auch nicht mehr. Ist ja Gefühl. Ist keine Arbeit. Die Titelschrift schreit signalrot, „Bedways“ verhehlt seine Absicht nicht: Es geht um Film im Film als Performance, um echten Sex vor der Kamera, um Berlin und seine Kleinkunst, die entweder an kryptischer Avantgarde erstickt oder wirklich auf- und anrührt. Kahl selbst ist Teil dieses Zwiespalts, wobei sich die 78 Minuten anfühlen wie der Hybrid aus seinem hitzigen „Angel Express“ und „Mädchen am Sonntag“, dem eigenwilligen Dokumentar-Projekt über vier Film- und Theaterdarstellerinnen.
Kahl wird jetzt Provokation unterstellt, die Rezeption im Vorfeld stürzt sich demnach auf den explizit gezeigten Sex der Figuren, auf Vergleiche zu erigierten Gliedern bei Breillat, Winterbottom oder von Trier. Das ist wenig hilfreich.
Nina (Miriam Mayet) dreht mit Marie (Lana Cooper), Hans (Matthias Faust) und kräftiger Musik (Die Haut, Sissimetall), aber ohne Konzept und Geld ein Kammerspiel. Die eine will etwas über sich herausfinden – zentnerschwere Bedeutung. Die anderen denken, es sei wirklich nur Arbeit. Und der Zuschauer? Will ja kein Voyeur sein. Doch: Wie ist Ihnen zumute? Andreas Körner
Wertung: x x x x x x Schauburg, DD
RP Kahl gibt sich als Regisseur mit Scheinheiligkeiten nicht zufrieden, mit verschämten Darstellungen jetzt auch nicht mehr. Ist ja Gefühl. Ist keine Arbeit. Die Titelschrift schreit signalrot, „Bedways“ verhehlt seine Absicht nicht: Es geht um Film im Film als Performance, um echten Sex vor der Kamera, um Berlin und seine Kleinkunst, die entweder an kryptischer Avantgarde erstickt oder wirklich auf- und anrührt. Kahl selbst ist Teil dieses Zwiespalts, wobei sich die 78 Minuten anfühlen wie der Hybrid aus seinem hitzigen „Angel Express“ und „Mädchen am Sonntag“, dem eigenwilligen Dokumentar-Projekt über vier Film- und Theaterdarstellerinnen.
Kahl wird jetzt Provokation unterstellt, die Rezeption im Vorfeld stürzt sich demnach auf den explizit gezeigten Sex der Figuren, auf Vergleiche zu erigierten Gliedern bei Breillat, Winterbottom oder von Trier. Das ist wenig hilfreich.
Nina (Miriam Mayet) dreht mit Marie (Lana Cooper), Hans (Matthias Faust) und kräftiger Musik (Die Haut, Sissimetall), aber ohne Konzept und Geld ein Kammerspiel. Die eine will etwas über sich herausfinden – zentnerschwere Bedeutung. Die anderen denken, es sei wirklich nur Arbeit. Und der Zuschauer? Will ja kein Voyeur sein. Doch: Wie ist Ihnen zumute? Andreas Körner
Wertung: x x x x x x Schauburg, DD







