Kino
Donnerstag, 22. Oktober 2009
Wi(e)der die Verblödung der Herzen
Jörg Peter Löblein
Den ersten Kuss gibt sich das Paar in diesem Liebesfilm, der keiner sein will, vor den Fotokopiergeräten am gemeinsamen Arbeitsplatz. Originell daran ist freilich nur, dass man dieses Bild ganz wörtlich nehmen darf: Wer liebt, kopiert. Und zwar jene Gefühle und Rituale und Träume, die ihm unablässig eingepflanzt werden durch Filme und Romane und Popmusik. Das weiß diese romantische Komödie, das schreit sie gemeinsam mit ihrem Protagonisten, der von Beruf auch noch Grußkartentexter ist, ganz laut heraus. „(500) Days of Summer“, das Kinodebüt des Videoclip-Regisseurs Marc Webb, will Schluss machen mit den kitschigen Lügen, will ehrlicher sein als die meisten anderen, herzensverblödenden Filme dieses Genres.
Deshalb bleibt die Liebe zwischen Tom und Summer unerfüllt, und das ist auch von Anfang an klar. Denn der Film springt munter auf der Zeitachse der 500 Tage währenden Romanze umher, so dass das Liebesleid auch mal wie eine schlechte Kopie des Liebesglücks aussieht. Um das freche Leuchten der blauen Augen von Zooey Deschanel (Summer) und um die schwärmerische Unbeholfenheit von Joseph Gordon-Levitt (Tom) herum komponiert Webb seine schicken, ein wenig kühlen Bilder und einen sehr hippen Indie-Soundtrack. Vor so viel modischem Styling gerät der antiromantische Entlarvungsfuror dann wohl eher unbewusst an seine Grenzen. Dennoch ein mildes Lächeln beim Verlassen des Kinosaals. Und die Nacht ist jung.
(500) Days of Summer - Metropolis, Ufa, DD
Deshalb bleibt die Liebe zwischen Tom und Summer unerfüllt, und das ist auch von Anfang an klar. Denn der Film springt munter auf der Zeitachse der 500 Tage währenden Romanze umher, so dass das Liebesleid auch mal wie eine schlechte Kopie des Liebesglücks aussieht. Um das freche Leuchten der blauen Augen von Zooey Deschanel (Summer) und um die schwärmerische Unbeholfenheit von Joseph Gordon-Levitt (Tom) herum komponiert Webb seine schicken, ein wenig kühlen Bilder und einen sehr hippen Indie-Soundtrack. Vor so viel modischem Styling gerät der antiromantische Entlarvungsfuror dann wohl eher unbewusst an seine Grenzen. Dennoch ein mildes Lächeln beim Verlassen des Kinosaals. Und die Nacht ist jung.
(500) Days of Summer - Metropolis, Ufa, DD








