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Kino

Freitag, 9. Juli 2010

Waidmannsheil!

Birgit Roschy

Im Horror-Sci-Fi-Spektakel „Predators“ jagen und töten Aliens Menschen aus Spaß.

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Soldat Royce (Adrien Brody) erkennt die missliche Lage der auf einem fremden Planeten Gestrandeten am schnellsten: „Dieser Planet ist ein Wildreservoir, und wir sind das Wild.“ Na toll, so nimmt das altbekannte Kinospiel vom Gejagten, der zum Jäger werden will, seinen Lauf … Foto: PR

Wie in einem Albtraum fällt und fällt ein Mann aus allen Wolken in einen Dschungel. Und noch mehr Menschen stürzen nach unten, die nicht wissen, was hier eigentlich los ist. Das Action-Horror-Sci-Fi-Spektakel „Predators“ hält sich aber nicht lange mit Erklärungen auf. Die acht Gestrandeten, die einander eigentlich gleich an die Gurgel springen wollen, müssen sich stattdessen gegen einen meist unsichtbaren Feind zusammenschließen. Und ein Alien-Raubtier ist auch noch „abgrundtief hässlich!“, wie schon Arnold Schwarzenegger bei dessen erster Enthüllung feststellte.

Sein „Predator“-Film von 1987, in dem Außerirdische spaßeshalber Menschen jagen, gilt als Klassiker der Popkultur. Dank seiner ungewohnten Ästhetik, seiner Gradlinigkeit und seinem unbekümmerten Genremix wirkte das abstruse Schlachtfest von Regisseur John McTiernan mit Arnold Schwarzenegger stilbildend für martialische Actionfilme. Der neue, fünfte Predator-Film dockt direkt ans Original an, indem die einzige Frau unter den Gejagten von jenen blutigen Ereignissen aus dem Jahre 1987 erzählt und auch die archaische Fallenstellerei an den ersten Film erinnert.

Seinerzeit war der Dschungel von Guatemala das Jagdrevier der Predatoren, diesmal ist es ein ferner Planet, auf dem das menschliche Freiwild in die Enge getrieben wird. Nach durchaus effektvollem Beginn verfällt die Inszenierung in der Regie von Nimrod Antal („Motel“) jedoch in den fortsetzungsüblichen Mehr-ist-mehr-Modus.

Inflation der Außerirdischen

So werden die Gejagten diesmal von gleich vier Predatoren, die sich überdies spinnefeind sind, plus Alien-Jagdhunden aufs Korn genommen: Waidmannsheil! Das „Wild“ präsentiert sich als Potpourri diverser Ethnien direkt von Kriegsschauplätzen und aus Gefängnissen: Warlords, Yakuza-Mafiosi, Auftrags- und Serienkiller, Söldner und Elite-Soldaten. Adrien Brody („Der Pianist“) als Anführer ist leider total daneben. Trotz antrainierter Muskeln ist der leptosome Oscar-Gewinner viel zu sehr Grübler, um als skrupelloses Alphatier glaubhaft zu sein.

Predators - Dresden (Cinemaxx, Neues Rundkino, UCI, Ufa), Freiberg, Freital, Großenhain, Meißen, Pirna und Riesa.


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