Kino
Donnerstag, 26. November 2009
Viel gewollt, doch wenig nur gelungen
Andreas Körner
Irgendwann hebt sich der Vater selbst auf das nächste Level. Ihn fasziniert „Kill Daddy Good Night“, ein Computerspiel, das sein Sohn entworfen hat. Den selbstgefälligen Minister interessiert nicht, weshalb er es tat. Und Ratz, der Sohn? Duckt sich vor ihm weg.
Eigenartige Menschen, die Josef Haslinger in sein Buch „Das Vaterspiel“ gepackt hat, eigenartig, wie es Regisseur Michael Glawogger auf die Leinwand holt. Mehrere Zeit- und Handlungsebenen führen zwar ihr Eigenleben, überschneiden sich thematisch, greifen aber zu selten tatsächlich ineinander. Kino funktioniert anders als ein Buch. Hier mögen sich beide nicht so recht. Es liegt vor allem daran, dass keine einzige Figur wirklich Emotionalität verströmt. Alles erscheint wie eine kalte Versuchsanordnung. Gewollt, ja, doch nicht alles, was gewollt ist, muss auch gelungen sein. Der sozialdemokratische Minister also und sein ewig studierender Sohn: Ödipus lässt grüßen. Ratz wird nach New York gerufen, von Mimi, einer früheren Freundin. Er soll den Keller eines Hauses ausbauen, in dem ihr Großvater wohnt. Es ist das Versteck des litauischen Altnazis. Eines seiner Opfer von 1941 gab Jahre zuvor grässliche Fakten zu Protokoll. Drei Phasen: die 1950er, -90er und die Schwelle zum neuen Jahrtausend. Doch damit noch lange nicht genug.
Glawoggers Film, u.a. mit Christian Tramitz, Ulrich Tukur und Sabine Timoteo besetzt, ist überfrachtet mit Allegorien und gewichtigen Symbolen. Ist man drin, entwickelt dieses Gestrüpp einen gewissen Reiz. Doch, wieviele schaffen es?
„Das Vaterspiel“ - kino im dach, DD
Eigenartige Menschen, die Josef Haslinger in sein Buch „Das Vaterspiel“ gepackt hat, eigenartig, wie es Regisseur Michael Glawogger auf die Leinwand holt. Mehrere Zeit- und Handlungsebenen führen zwar ihr Eigenleben, überschneiden sich thematisch, greifen aber zu selten tatsächlich ineinander. Kino funktioniert anders als ein Buch. Hier mögen sich beide nicht so recht. Es liegt vor allem daran, dass keine einzige Figur wirklich Emotionalität verströmt. Alles erscheint wie eine kalte Versuchsanordnung. Gewollt, ja, doch nicht alles, was gewollt ist, muss auch gelungen sein. Der sozialdemokratische Minister also und sein ewig studierender Sohn: Ödipus lässt grüßen. Ratz wird nach New York gerufen, von Mimi, einer früheren Freundin. Er soll den Keller eines Hauses ausbauen, in dem ihr Großvater wohnt. Es ist das Versteck des litauischen Altnazis. Eines seiner Opfer von 1941 gab Jahre zuvor grässliche Fakten zu Protokoll. Drei Phasen: die 1950er, -90er und die Schwelle zum neuen Jahrtausend. Doch damit noch lange nicht genug.
Glawoggers Film, u.a. mit Christian Tramitz, Ulrich Tukur und Sabine Timoteo besetzt, ist überfrachtet mit Allegorien und gewichtigen Symbolen. Ist man drin, entwickelt dieses Gestrüpp einen gewissen Reiz. Doch, wieviele schaffen es?
„Das Vaterspiel“ - kino im dach, DD








