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Kino

Donnerstag, 5. August 2010

Viel Hormon, wenig Charme

Christina Wittich

„Freche Mädchen 2“ ist eine weitere völlig überflüssige Fortsetzung.

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Mila (Emilia Schüle), Kati (Henriette Nagel) und Hanna (Selina S. Müller, v. l. n. r.). Foto: Constantin

Was haben „Basic Instinct“ und „Freche Mädchen“ gemeinsam? Sie hätten besser nicht fortgesetzt werden sollen. Letzteren könnte man noch als charmant bezeichnen. Ein bisschen platt. Aber charmant. Vierzehnjährigen Mädchen ins hormongesteuerte Herz geschaut, sozusagen. Die Mädchen und die Hormone sind geblieben: Emilia Schüle, die sich derzeit offenbar für jeden Kitsch buchen lässt („Gangs“, „Rock It!“), ist wieder dabei als nette Mila, Selina Shirin Müller gibt erneut die punkige Hanna und Henriette Nagel die tussige Kati. Gegangen ist der Charme.

So wäre „Freche Mädchen 2“ auch vergleichbar mit dem von den Müttern des avisierten Publikums heiß erwarteten „Sex And The City 2“: Er ist ein hübsches, hohles Nichts. Denn Mila, Hanna und Kati interessieren sich für genau drei Dinge: Mode und Schminken (zählt als eins), Jungs und – Jungs. Das taten sie, um fair zu sein, auch schon im ers-ten Teil des von Maggie Peren (nach der Buchvorlage von Bianka Minte-König) geschriebenen und Ute Wieland in Szene gesetzten Teenie-Dramoletts. Jedoch fehlte den ausführenden Damen offenbar die zündende Idee, wie man das Thema jetzt weiterdrehen könnte. Sie setzen auf Wiederholung und tauschen ein paar Randfiguren aus. Das sind die Erwachsenen. Das sind sie auch im Leben real existierender Teenager. Nur sind sie dann trotzdem da, wenigstens um zu nerven. Hier glänzen Eltern durch Abwesenheit. Milas Mutter, im ersten Teil noch von Anke Engelke verkörpert, ist nur noch eine Stimme auf dem Anrufbeantworter. Katis Eltern (Barbara Schöneberger und Matthias Brandt) sind die Karikaturen einer Elterngeneration, die sich auch mal trennt, um die vergangene Jugend nachzuholen. Und Hanna?

Hanna hat keine Eltern, Hanna hat Branko (Ben Unterkofler), bei dem sie wohnt und der sie bevormundet wie ein Vater und ihr musikalischer Mentor sein will. Übrig geblieben ist Armin Rohde als cholerischer Mathelehrer, der die Klasse auf ihre Chorfahrt in die bayerischen Berge begleiten soll. Milas Freund Markus (Jonathan Beck) kommt nicht mit, Mila ist eifersüchtig und küsst aus Versehen Mitschüler Antony (Jannis Niewöhner). Kati kompensiert die fehlende elterliche Aufmerksamkeit mit heimlichen Ausflügen ins Modebusiness – die dann aber doch nicht so gut enden. (Er)Lösung bringt das obligatorische Abschlusskonzert in der Schulaula. Man wünscht sich vieles nach diesem Film. Besonders aber, dass Schulen einmal so gut ausgestattet würden wie diese, und dass seine Zuschauerinnen erkennen, dass Frechsein meistens nur wenig zu tun hat mit großen Augen und dicker Schmolllippe.
Freche Mädchen 2 - Cinemaxx, UCI, Ufa, DD; Freiberg; Meißen; Pirna; Riesa


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