Kino
Sonntag, 27. Dezember 2009
Tanz in den Abgrund
Csaba Lázár
Das Remake von „Fame“ ist einfach überflüssig und lächerlich.
Man nehme eine Szene aus der Filmmitte und füge sie nach dem Abspann wieder ein. Oder streiche zwei Dialoge vom Beginn ersatzlos. Aufgrund fehlender Möglichkeiten für dieses Verfahren ist alternativ auch ein mehrmaliges Verlassen des Kinosaales während der Vorstellung möglich. Bedenken, dadurch inhaltlich den Anschluss zu verlieren, sind nachvollziehbar, aber unbegründet. Denn eine Struktur ist in „Fame“ auch bei höchster Konzentration nur schwer auszumachen, Begeisterung für zumindest eine der zahlreichen Karrieregeschichten schon gar nicht.
Was dieses Werk allerdings nahezu perfektioniert, ist die völlige Gleichgültigkeit gegenüber seinen Charakteren, allesamt hübsch anzusehende Jungs (Asher Book, Collins Pennié) und Mädchen (Kherington Payne, Kay Panabaker) und hochmotiviert, an der New York School of Performing Arts ihre „Talente“ zu professionalisieren. Die Kamera hetzt von einem Gesicht aufs nächste, hier wird gesungen, da wird getanzt, nirgendwo verweilt. Verkrampfte Unterhaltungen im Schulhaus versuchen erfolglos, familiären Hintergrund, naive Kindheitsträumerei und coole Posen zusammenzukleben und daraus etwas Greifbares, Menschliches zu formen. Rebellion gegenüber den strengen Eltern – ja, aber warum? Traumatische Kindheit – etwa wegen eines verpassten Anrufs? So stapelt „Fame“ traurige Schicksale im Minutentakt, blendet passenderweise im Moment der Erleuchtung jedoch stets ab.
Eine Erklärung mag sein, dass alle Geschehnisse abseits der Bühne erschreckende Wahrheiten zum schauspielerischen Können des Dutzends Hauptdarsteller entblößen. Hüpfend und trällernd noch zu ertragen, scheitern sie beim romantischen Geplänkel außerhalb des Le(e)hrraums ebenso wie im Streitgespräch mit uneinsichtigen Vätern. Doch vielleicht ist das ja auch die Aussage dieser Chose: Sieh gut aus, rede wie ein Soap-Star und glänze mit passablen Leistungen auf der Karaoke-Bühne. Schon darfst du mitspielen in einem der überflüssigsten Neuverfilmungen des Jahres, schnieke Kleidung tragen, sogar eine Soundtrack-CD mit Titeln aufnehmen und damit sowohl das filmische Original (1980, Regie: Alan Parker), als auch die damals zweifach Oscar-prämierte Filmmusik von Michael Gore schänden. FAMos!
Fame - Cinemaxx, UCI, Ufa, DD; Freiberg
Was dieses Werk allerdings nahezu perfektioniert, ist die völlige Gleichgültigkeit gegenüber seinen Charakteren, allesamt hübsch anzusehende Jungs (Asher Book, Collins Pennié) und Mädchen (Kherington Payne, Kay Panabaker) und hochmotiviert, an der New York School of Performing Arts ihre „Talente“ zu professionalisieren. Die Kamera hetzt von einem Gesicht aufs nächste, hier wird gesungen, da wird getanzt, nirgendwo verweilt. Verkrampfte Unterhaltungen im Schulhaus versuchen erfolglos, familiären Hintergrund, naive Kindheitsträumerei und coole Posen zusammenzukleben und daraus etwas Greifbares, Menschliches zu formen. Rebellion gegenüber den strengen Eltern – ja, aber warum? Traumatische Kindheit – etwa wegen eines verpassten Anrufs? So stapelt „Fame“ traurige Schicksale im Minutentakt, blendet passenderweise im Moment der Erleuchtung jedoch stets ab.
Eine Erklärung mag sein, dass alle Geschehnisse abseits der Bühne erschreckende Wahrheiten zum schauspielerischen Können des Dutzends Hauptdarsteller entblößen. Hüpfend und trällernd noch zu ertragen, scheitern sie beim romantischen Geplänkel außerhalb des Le(e)hrraums ebenso wie im Streitgespräch mit uneinsichtigen Vätern. Doch vielleicht ist das ja auch die Aussage dieser Chose: Sieh gut aus, rede wie ein Soap-Star und glänze mit passablen Leistungen auf der Karaoke-Bühne. Schon darfst du mitspielen in einem der überflüssigsten Neuverfilmungen des Jahres, schnieke Kleidung tragen, sogar eine Soundtrack-CD mit Titeln aufnehmen und damit sowohl das filmische Original (1980, Regie: Alan Parker), als auch die damals zweifach Oscar-prämierte Filmmusik von Michael Gore schänden. FAMos!
Fame - Cinemaxx, UCI, Ufa, DD; Freiberg








