Kino
Donnerstag, 22. Juli 2010
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
Sprudel ohne Gas
Von Thomas Klein
Tom Cruise und Cameron Diaz hangeln sich durch die Actionfilm-Satire „Knight And Day“.
Machen rasend: Cameron Diaz und Tom Cruise. Foto: fox
In sz-online
Zunächst zum Geschäft: Es ist kein guter Sommer für das US-Kino, seit Mai sind fast alle der reichlich teuren Unterhaltungsprodukte hinter den Erwartungen zurückgeblieben, gefloppt, gescheitert, abgestürzt. Auch James Mangolds „Knight And Day“ gilt schon als Reinfall. Tom Cruise wollte mit dem komödiantischen Action-Film seine Karriere auffrischen, stattdessen wird lautstark gefragt, ob dessen Tage als Superstar und Kassen-König nicht doch vorbei sind. Sein Stauffenberg in „Operation Walküre“ ist (nicht nur) in Hollywood eher untergegangen, Cruises letzter kommerziell relevanter Filmauftritt war die Nebenrolle der Produzenten-Karikatur Les Grossman in „Tropic Thunder“. Doch nach den schwachen Zahlen von „Knight And Day“ wackelt jetzt sogar das ursprünglich als profitabler Selbstläufer gehandelte „Mission: Impossible 4“-Projekt. Die Kehrseite des einstigen Ruhms und der Rolle als Zugnummer: Jeder Flop wird Cruise persönlich angerechnet.
Man ahnt die Absicht der Filmemacher: Gedacht war „Knight And Day“ wohl als fidele „Bourne“- oder „Bond“-Satire mit einem Hauch Romantik, freundlich, zeitgemäß, zugänglich. Da stolpert eine junge Frau, June (Cameron Diaz), über den Flughafen in Wichita und stößt zweimal mit einem Mann zusammen. Dass ihr Roy (Cruise) ein Stück brisantes Schmuggelgut erst zugesteckt und nach den Sicherheitskontrollen wieder abgenommen hat, merkt sie nicht. Wenn sie nach einigem Hin und Her in das überraschend leere Flugzeug steigen darf, freut sie das. Doch kaum ist die Maschine in der Luft, beginnen die Probleme, denn Roy ist zwar charmant, aber eben auch ein gejagter Ex-Geheimdienstler, und alle an Bord sind getarnte Bösewichter und Mordbuben. Wenig später ist das Flugzeug voller Toter und Bewusstloser, dann als brennendes Wrack im nächtlichen Acker. Sie möge doch bitte leugnen, ihn je getroffen zu haben, erklärt Roy der erwartungsgemäß überforderten June, die Jungs würden sonst auch ihr nachstellen.
So kommt es dann auch. Undurchsichtige Agenten (Peter Sarsgaard) oder schmierige Waffenhändler wollen Roy und die von ihm entwendete Super-Batterie und deren schluffigen Erfinder (Paul Dano). June wird entführt, befreit, beschossen, von Roy unter Drogen gesetzt und wiederholt gerettet. Mit Logik hat das nichts zu tun und nichts mit schlüssiger Dramaturgie. Es wird geballert und gesprengt und gestorben, die Reise geht von den USA nach Europa und zurück, mehr als unebene Fragmente bietet der Film aber nicht. Allzu kokett stellt „Knight And Day“ seine durchaus imposanten Action-Sequenzen über das verbindende Element der unwahrscheinlichen Paar-Bindung.
Cameron Diaz nimmt man das nette Naivchen ebenso nicht ab wie die angebliche Romanze. Der Film ist wie Sprudel ohne Gas aus einem schwachen Jahrgang. Dass andere, ähnliche Filme (bald „Kiss & Kill“) noch viel schlechter sind, ist gar kein Trost.
Wertung: x x x x x x
Cinemaxx, Neues Rundkino, UCI, Ufa, DD
Freiberg; Freital; Gröditz; Großenhain; Meißen; Pirna; Riesa
Man ahnt die Absicht der Filmemacher: Gedacht war „Knight And Day“ wohl als fidele „Bourne“- oder „Bond“-Satire mit einem Hauch Romantik, freundlich, zeitgemäß, zugänglich. Da stolpert eine junge Frau, June (Cameron Diaz), über den Flughafen in Wichita und stößt zweimal mit einem Mann zusammen. Dass ihr Roy (Cruise) ein Stück brisantes Schmuggelgut erst zugesteckt und nach den Sicherheitskontrollen wieder abgenommen hat, merkt sie nicht. Wenn sie nach einigem Hin und Her in das überraschend leere Flugzeug steigen darf, freut sie das. Doch kaum ist die Maschine in der Luft, beginnen die Probleme, denn Roy ist zwar charmant, aber eben auch ein gejagter Ex-Geheimdienstler, und alle an Bord sind getarnte Bösewichter und Mordbuben. Wenig später ist das Flugzeug voller Toter und Bewusstloser, dann als brennendes Wrack im nächtlichen Acker. Sie möge doch bitte leugnen, ihn je getroffen zu haben, erklärt Roy der erwartungsgemäß überforderten June, die Jungs würden sonst auch ihr nachstellen.
So kommt es dann auch. Undurchsichtige Agenten (Peter Sarsgaard) oder schmierige Waffenhändler wollen Roy und die von ihm entwendete Super-Batterie und deren schluffigen Erfinder (Paul Dano). June wird entführt, befreit, beschossen, von Roy unter Drogen gesetzt und wiederholt gerettet. Mit Logik hat das nichts zu tun und nichts mit schlüssiger Dramaturgie. Es wird geballert und gesprengt und gestorben, die Reise geht von den USA nach Europa und zurück, mehr als unebene Fragmente bietet der Film aber nicht. Allzu kokett stellt „Knight And Day“ seine durchaus imposanten Action-Sequenzen über das verbindende Element der unwahrscheinlichen Paar-Bindung.
Cameron Diaz nimmt man das nette Naivchen ebenso nicht ab wie die angebliche Romanze. Der Film ist wie Sprudel ohne Gas aus einem schwachen Jahrgang. Dass andere, ähnliche Filme (bald „Kiss & Kill“) noch viel schlechter sind, ist gar kein Trost.
Wertung: x x x x x x
Cinemaxx, Neues Rundkino, UCI, Ufa, DD
Freiberg; Freital; Gröditz; Großenhain; Meißen; Pirna; Riesa







