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Kino

Donnerstag, 29. Juli 2010
(Sächsische Zeitung)

Spielzeug-Sympathien


„Toy Story 3“ setzt die Erfolgsgeschichte der Animationsfilmreihe souverän fort.

Auch dieses Spielzeug kommt langsam in die Jahre ... Foto: Disney

Spielzeug ist auch nicht mehr das, was es mal war. Zumindest aus der Sicht von Andy, dem Besitzer. Der ist inzwischen in der Pubertät angekommen und hat kein Auge mehr für seine ehemaligen besten Freunde, die Cowboypuppe Woody, den heldenhaften Space-Ranger Buzz Light-year und den Plastik-Dino Rex. Produzent John Lasseter sagt: „Ich habe in ,Toy Story' verarbeitet, wie es war, als ich meinen Sohn verabschiedet habe, als er aufs College ging. Nachdem meine Frau und ich ihn dorthin gebracht hatten, wollten wir wieder nach Hause fahren und dachten, er würde gleich in sein Zimmer gehen. Stattdessen blieb er einfach stehen, und als wir fuhren, winkte er zum Abschied. Ich brach sofort in Tränen aus.“

Mit 362 Millionen Dollar Einspielergebnis weltweit war der erste „Toy-Story“-Teil der erfolgreichste Film des Jahres 1995. Menschliche Gefühle in Spielfiguren zu wecken, das war auch in der grafischen Umsetzung revolutionär. Cowboy Woody hatte im ersten Teil Angst, zu Weihnachten oder zum Geburtstag durch ein neues Spielzeug ersetzt zu werden. In Teil zwei gehen die Spielsachen kaputt und verstauben. Und Teil drei spinnt die Geschichte zeitlich weiter und in eine Richtung, die man von einem Hollywood-Animationsfilm kaum erwarten würde: Andys Spielsachen landen aus Versehen in einem Kinderhort, eigentlich sollten sie auf den Dachboden. Zunächst froh, wieder Spielkameraden zu haben, merken Spielzeug-Cowboy Woody, Space-Ranger Buzz Lightyear und Co. schnell, dass sie fliehen müssen, wenn sie nicht durch Kinderhand sterben möchten. So planen sie gemeinsam mit den neuen Spielzeugfreunden ihren Ausbruch.

Die neuen Charaktere wissen zu überzeugen, wie das Einhorn Mäusezahn oder der eitle Kleiderständer Ken, der sich sofort in Barbie verliebt und in ständig wechselnden Outfits auftritt. Der nach Erdbeeren riechende Bär Lotso kann auf eine tragische Vergangenheit verweisen und verbreitet Allmachts-fantasien im vermeintlich harmlosen Kindergarten.

Optisch ist „Toy Story 3“ vor allem in 3-D ein wahrer Augenschmaus: Der Film wurde wieder im Maßstab der Spielzeuge gedreht, sodass Stühle, Tische und Autos überdimensional erscheinen und die Verletzlichkeit der Figuren herausstreichen. Die Zahlen sprechen für den immensen Aufwand: Für den Film mit 302 verschiedenen Charakteren wurden 92 854 Storyboards gezeichnet.

Das Einzige, was man dem Pixar Studio vorwerfen könnte, ist rücksichtsloses Sicherheitsdenken: Fortsetzungen aller Art lassen die Geldmaschine klingeln. Allerdings hat die Erfolgsfirma mit „Toy Story 3“ einen der besten dritten Teile eines Animationsfilms überhaupt geschaffen. Dafür sorgt die passable Story, die grafische Qualität und nicht zuletzt die gute Synchronisation mit dem Trio Michael „Bully“ Herbig (Woody), Rick Kavanian (Rex) und Georg Tramitz (Ken). Tom Vörös

Wertung: x x x x x x
Cinemaxx, Neues Rundkino, UCI, Ufa, DD; Bischofswerda; Freiberg Meißen; Pirna; Riesa



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