Kino
Mittwoch, 7. Oktober 2009
Sand im Traumgetriebe
Tom Vörös
Mit „Lippels Traum“ zaubert Lars Büchel einen fantasievollen Familienfilm auf die Leinwand.
Richtig anwesend ist er eigentlich nie – der elfjährige Träumer Philipp, der von seinen Mitmenschen nur „Lippel“ genannt wird. Besonders intensive Träume bekommt der Sohn des viel beschäftigten Sterne-Kochs Otto Mattenheim (Moritz Bleibtreu), als dieser auf Dienstreise muss und den Kinderschreck Frau Jakob (Anke Engelke) als Haushälterin anstellt. Da positive chemische Reaktionen zwischen Lippel und der Küchenfurie ausbleiben, reist Lippel des nachts seinem Vater nach – in seinen imaginären Orient mitsamt Sultanspalast und Endloswüste. Zwar versandet seine Flucht jeden Morgen aufs Neue am Frühstückstisch, doch Lippels Traumwelt fühlt sich mit der Zeit zunehmend realer an, weil immer mehr seiner wichtigsten Mitmenschen darin vorkommen. Der Sterne-Koch wird hier zum hadernden König, Hausdrachen Frau Jakob zur intriganten Schwägerin und seine marokkanisch-„orientalischen“ Mitschüler Hamide (Amrita Cheema) und Arslan (Steve-Martin Dwumah) zum königlichen Geschwisterpaar.
Man hat bei „Lippels Traum“ eigentlich nie das Gefühl, die eine der anderen Welt vorziehen zu müssen. Regisseur Lars Büchel verwebt reale und traumbesetzte Bilder so geschickt in die Geschichte, dass man gar nicht erst zum Hinterfragen von Lippels orientalischem Traumsand kommt. Ein genialer Hauch „Unendliche Geschichte“ weht da durch die Wüste, in die Hamide und Arslan von der erträumten Haushälterin heimtückisch verbannt werden, um selbst den Thron zu besteigen. Von Comedy-Star Anke Engelke, in ihrer realen Rolle als Biederfrau, wird der Zuschauer derart verstört, dass man sich ständig fragen muss, wann denn endlich die Pointe kommt – ihre schablonenartige Humorlosigkeit wird mit der Zeit aber zunehmend komischer. Auch die Kurzauftritte von Uwe Ochsenknecht als Schuldirektor, der in Lippels Orient ein ebenso herzloser Herbergswirt ist, sorgen für Schmunzel-Momente. Lippel selbst könnte mit Karl Alexander Seidel hervorragender kaum besetzt sein.
Emotional ähnlich zwiegespalten wie Sebastian in Michael Endes Geschichte, erscheint der Tagträumer immer glaubwürdig. Man folgt ihm einfach gern, wenn er den mittelalterlichen Orient mit seiner Taschenlampe heimsucht und dort eine traumhafte Lösung für sein Alltagsproblem, Frau Jakob, findet. „Lippels Traum“ ist ein fantasievoller Höhepunkt des deutschen Kinderfilms, der in jede Kind gebliebene Altersgruppe passt.
Lippels Traum - Cinemaxx, Programmkino Ost, UCI, Ufa, DD; Freiberg; Meißen; Pirna; Riesa
Man hat bei „Lippels Traum“ eigentlich nie das Gefühl, die eine der anderen Welt vorziehen zu müssen. Regisseur Lars Büchel verwebt reale und traumbesetzte Bilder so geschickt in die Geschichte, dass man gar nicht erst zum Hinterfragen von Lippels orientalischem Traumsand kommt. Ein genialer Hauch „Unendliche Geschichte“ weht da durch die Wüste, in die Hamide und Arslan von der erträumten Haushälterin heimtückisch verbannt werden, um selbst den Thron zu besteigen. Von Comedy-Star Anke Engelke, in ihrer realen Rolle als Biederfrau, wird der Zuschauer derart verstört, dass man sich ständig fragen muss, wann denn endlich die Pointe kommt – ihre schablonenartige Humorlosigkeit wird mit der Zeit aber zunehmend komischer. Auch die Kurzauftritte von Uwe Ochsenknecht als Schuldirektor, der in Lippels Orient ein ebenso herzloser Herbergswirt ist, sorgen für Schmunzel-Momente. Lippel selbst könnte mit Karl Alexander Seidel hervorragender kaum besetzt sein.
Emotional ähnlich zwiegespalten wie Sebastian in Michael Endes Geschichte, erscheint der Tagträumer immer glaubwürdig. Man folgt ihm einfach gern, wenn er den mittelalterlichen Orient mit seiner Taschenlampe heimsucht und dort eine traumhafte Lösung für sein Alltagsproblem, Frau Jakob, findet. „Lippels Traum“ ist ein fantasievoller Höhepunkt des deutschen Kinderfilms, der in jede Kind gebliebene Altersgruppe passt.
Lippels Traum - Cinemaxx, Programmkino Ost, UCI, Ufa, DD; Freiberg; Meißen; Pirna; Riesa








