Kino
Donnerstag, 3. Juni 2010
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
Omas Abkürzung
„Wie weit noch? – Qué tan lejos“
Es dürfte der erste Film aus Ecuador sein, der hier seinen regulären Wochenstart erlebt. In der Anden-Republik war er 2006 ein Hit, was verwundert. Und dann doch wieder nicht. Denn selbst unter Beachtung der eingeschränkten Filmproduktion schaffen es die „Kleinen“ in ihren Ländern immer wieder zu besonderer Aufmerksamkeit. „Qué tan lejos“ ist nun wirklich klein. Ein Roadmovie, das mit unseren Augen flirtet.
Regisseurin Tania Hermida weiß genau, wie sie ihr Land in Szene setzt – den Nebel, die Berge, den Schnee, das Grün. Sie verstärkt das Ganze, indem sie zwei Frauen zu einer Zeit auf den Weg schickt, in der Ecuador bestreikt wird. Esperanza (Tania Martinez) landet aus Spanien kommend in der Hauptstadt Quito, Teresa (Cecilia Vallejo) lebt dort, studiert und hat Liebeskummer. Hunderte Kilometer weiter wird ihr Freund angeblich zwangsverheiratet. Sagt er am Telefon. Geladen macht sie sich auf den Weg, lügt sich einen neuen Namen zurecht (Tristeza = Traurigkeit) und sitzt neben Esperanza (= Hoffnung) im Bus. Stille trifft Quirl. Bald wird getrampt.
Was die beiden Frauen reden, taugt zur Lehrstunde über Land, Leute, Leben. Weisheiten streifen Klischees. Wenn sie schweigen, gewinnt der Film. Und als die zwei Männer des „Protokolls“ auftauchen – der Smartie Andrés mit schnellem Wagen, der skurrile Jesús mit Urne im Arm – zieht der Humor feine Striche. Herrlich, was Jesús sagt, als die Asche seiner Großmutter versehentlich im Meer landet: „Na, da hat sie eben abgekürzt.“ -dre
Wertung: x x x x x x
Thalia, DD
Regisseurin Tania Hermida weiß genau, wie sie ihr Land in Szene setzt – den Nebel, die Berge, den Schnee, das Grün. Sie verstärkt das Ganze, indem sie zwei Frauen zu einer Zeit auf den Weg schickt, in der Ecuador bestreikt wird. Esperanza (Tania Martinez) landet aus Spanien kommend in der Hauptstadt Quito, Teresa (Cecilia Vallejo) lebt dort, studiert und hat Liebeskummer. Hunderte Kilometer weiter wird ihr Freund angeblich zwangsverheiratet. Sagt er am Telefon. Geladen macht sie sich auf den Weg, lügt sich einen neuen Namen zurecht (Tristeza = Traurigkeit) und sitzt neben Esperanza (= Hoffnung) im Bus. Stille trifft Quirl. Bald wird getrampt.
Was die beiden Frauen reden, taugt zur Lehrstunde über Land, Leute, Leben. Weisheiten streifen Klischees. Wenn sie schweigen, gewinnt der Film. Und als die zwei Männer des „Protokolls“ auftauchen – der Smartie Andrés mit schnellem Wagen, der skurrile Jesús mit Urne im Arm – zieht der Humor feine Striche. Herrlich, was Jesús sagt, als die Asche seiner Großmutter versehentlich im Meer landet: „Na, da hat sie eben abgekürzt.“ -dre
Wertung: x x x x x x
Thalia, DD







