Kino
Donnerstag, 15. Juli 2010
Ohne Krachbumm
Thomas Klein
„Moon“ mit Sam Rockwell ist weit mehr als solides Weltraumkino.
In sz-online
Seit drei Jahren arbeitet Sam Bell (Sam Rockwell) in einer gottverlassenen Raumstation auf der abgewandten Seite des Mondes. Er überwacht die automatisierte Technik, mit der Helium-3 gewonnen wird, das man auf der Erde in billige Energie umwandelt. Sam ist allein, nur der Stations-Roboter GERTY leistet ihm Gesellschaft.
Jetzt, zwei Wochen vor seiner Rückkehr zu Frau und Kind, scheint die einsame Arbeit ihren Preis zu fordern: Sam beginnt, komische Dinge zu sehen, bei einem Wartungsausflug hat er einen Unfall. Und dann sind da plötzlich zwei Sams, ein schon übel ramponierter und ein anderer, der wie aus dem Ei gepellt gerade seine Dreijahres-Schicht beginnt. Weltraum-Koller? Sinistre Spielereien äußerer Mächte? Wenn denn beide wirklich Klone sind: Was ist mit dem Original geschehen?
Es gab auch im Kino mal eine Hoch-Zeit für intelligente Science Fiction und viele Filme, die ohne Krachbumm die Zukunft als Projektionsfläche für die Auseinandersetzung mit aktuellen und akuten Ängsten benutzt haben. Regisseur und Ko-Autor Duncan Jones (wie keiner wissen soll, aber alle wissen, Sohn von David Bowie) ist Ende dreißig, aber seine erkennbaren Vorlagen und Orientierungspunkte fallen eher klassisch aus: „Lautlos im Weltraum“, „2001“, etwas „Outland“, ein bisschen Philip K. Dick, ein Hauch Tarkowski. Jones beweist inszenatorisches Talent und Liebe zum hübschen Detail, sein intelligent und exakt erzähltes Kammerspiel stimmt melancholisch. Das liegt dann nicht zuletzt am Hauptdarsteller: Sam Rockwell ist ein toller Schauspieler, der absurderweise immer noch auf den ganz großen Durchbruch warten muss.
Moon - Schauburg, Ufa, DD
Jetzt, zwei Wochen vor seiner Rückkehr zu Frau und Kind, scheint die einsame Arbeit ihren Preis zu fordern: Sam beginnt, komische Dinge zu sehen, bei einem Wartungsausflug hat er einen Unfall. Und dann sind da plötzlich zwei Sams, ein schon übel ramponierter und ein anderer, der wie aus dem Ei gepellt gerade seine Dreijahres-Schicht beginnt. Weltraum-Koller? Sinistre Spielereien äußerer Mächte? Wenn denn beide wirklich Klone sind: Was ist mit dem Original geschehen?
Es gab auch im Kino mal eine Hoch-Zeit für intelligente Science Fiction und viele Filme, die ohne Krachbumm die Zukunft als Projektionsfläche für die Auseinandersetzung mit aktuellen und akuten Ängsten benutzt haben. Regisseur und Ko-Autor Duncan Jones (wie keiner wissen soll, aber alle wissen, Sohn von David Bowie) ist Ende dreißig, aber seine erkennbaren Vorlagen und Orientierungspunkte fallen eher klassisch aus: „Lautlos im Weltraum“, „2001“, etwas „Outland“, ein bisschen Philip K. Dick, ein Hauch Tarkowski. Jones beweist inszenatorisches Talent und Liebe zum hübschen Detail, sein intelligent und exakt erzähltes Kammerspiel stimmt melancholisch. Das liegt dann nicht zuletzt am Hauptdarsteller: Sam Rockwell ist ein toller Schauspieler, der absurderweise immer noch auf den ganz großen Durchbruch warten muss.
Moon - Schauburg, Ufa, DD








