Kino
Donnerstag, 12. Januar 2012
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
Mike und das alte Kapitel
Jutta Schütz
„Das System“ ist ein Politthriller um alte DDR- und Stasi-Seilschaften.
Die Kleingartenidylle unter Kiefern ist nur vorgetäuscht. Stasi-Rentner feiern hier, trinken Wodka und sinnieren über die DDR. Akten haben sie beiseite geschafft und bestens gesichert. Schließlich ist es das Kapital der alten Seilschaften. Da hinein gerät der vorbestrafte, arbeits- und orientierungslose Mike Hiller (Jacob Matschenz). Der schlaksige junge Mann mit dem sanften Blick ist auf der Suche nach seinen Wurzeln.
Wie „Das System“ über Vergangenes erzählt, ist weder lächerlich noch gruselig, sondern eher beklemmend. Der erste Spielfilm von Marc Bauder kommt auch nicht ganz ohne Klischees aus, doch er wird immer dichter und dramatischer. Bernhard Schütz brilliert als einstiger Stasi-Mann Konrad Böhm. Er hat es ins feine, gehobene Ambiente des neuen Deutschlands geschafft – mit Erpressung, Bestechung, freundlich und knallhart. Nun will der umtriebige, skrupellose Neu-Unternehmer am Bau der russischen Gaspipeline nach Europa kräftig mitverdienen. Dort an der Ostsee ist auch die Filmgeschichte angesiedelt. Parallel kommt immer mehr aus dem verborgenen Gestern ans Licht. Mike ist hin- und hergerissen, Mutter Elke (Jenny Schily) dagegen hilflos und ein Stück verbittert. Sie will die DDR-Zeit ausblenden. Zum Schluss sagt Frau Hiller, sie werde zur Polizei gehen und die Vergangenheit offenlegen. Und Mike bricht auf – vielleicht in die Zukunft.
„Das System“: Rundkino, DD
Wie „Das System“ über Vergangenes erzählt, ist weder lächerlich noch gruselig, sondern eher beklemmend. Der erste Spielfilm von Marc Bauder kommt auch nicht ganz ohne Klischees aus, doch er wird immer dichter und dramatischer. Bernhard Schütz brilliert als einstiger Stasi-Mann Konrad Böhm. Er hat es ins feine, gehobene Ambiente des neuen Deutschlands geschafft – mit Erpressung, Bestechung, freundlich und knallhart. Nun will der umtriebige, skrupellose Neu-Unternehmer am Bau der russischen Gaspipeline nach Europa kräftig mitverdienen. Dort an der Ostsee ist auch die Filmgeschichte angesiedelt. Parallel kommt immer mehr aus dem verborgenen Gestern ans Licht. Mike ist hin- und hergerissen, Mutter Elke (Jenny Schily) dagegen hilflos und ein Stück verbittert. Sie will die DDR-Zeit ausblenden. Zum Schluss sagt Frau Hiller, sie werde zur Polizei gehen und die Vergangenheit offenlegen. Und Mike bricht auf – vielleicht in die Zukunft.
„Das System“: Rundkino, DD








