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Kino

Donnerstag, 19. August 2010
(Sächsische Zeitung)

Let’s twist again


„Sixth Sense“-Regisseur Michael Night Shyamalan verfilmt die berühmte japanische Anime-Serie „Avatar“.

Sokka (Jackson Rathbone) und Katara (Nicola Peltz) suchen den Avatar. Foto: Universal

Michael Night Shyamalan sucht nach dem Twist. Vielleicht ist ihm langweilig. Vielleicht findet er es gerade selbst nicht mehr spannend, Filme zu drehen, in denen sich die Handlung kurz vor Ende noch einmal wendet, Rätsel gelöst und Wunder erklärt werden. Vielleicht ist „Die Legende von Aang“ für einen der letzten Autorenfilmer Hollywoods auch eine Art Ersatz für die verpasste Chance, auch mal eine Folge Harry Potter zu drehen.

Mit der Geschichte vom letzten Luftbändiger Aang hätte Shyalaman die Möglichkeit, seinem Portfolio endlich etwas Neues hinzuzufügen. Seit sechs Filmen schon wiederholt er ein bewährtes Rezept: Eine sowohl in der Bildsprache als auch in der Grundstimmung gelungene Kombination von unterschwelliger Bedrohung, der Psychologie von Angst und einem zumeist überraschenden, zugleich erlösenden Twist in der Geschichte, dem die Erklärung des Phänomens folgt. Denn Shyalaman lässt überlässt nichts der Fantasie. Seien es die Außerirdischen im Kornkreis-Thriller „Signs – Zeichen“, deren Anwesenheit zu filmischen Realität wird. Oder auch beim Mystery-Thriller „The Village – Das Dorf“, dessen plötzliche Wendung so ausführlich vorbereitet wie eingeleitet wird, dass er nicht wirklich überrascht.

Tatsächlich funktionierte die Wende-Fixierung des Autors und Regisseurs am überzeugendsten in „The sixth Sense“. Und bisher vermittelte der einstige Jungstar Shyalaman häufig den Eindruck, diesem Erfolg hinterherzudrehen. Die Chance, sich mit „Die Legende von Aang“ endlich weiter zu entwickeln, nutzt der Regisseur leider kaum.

Zwar fungiert er auch hier wieder als Drehbuchautor – jedoch ausschließlich um die bereits sehr erfolgreiche amerikanische Trickfilmserie „Avatar“ auf Kinoformat umzusetzen: In einer Welt, deren Völker den vier Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde angehören, gibt es einen Menschen, der alle vier Elemente bändigen kann. Dieser Avatar ist das ausgleichende Element. Doch eines Tages verschwindet er und die Feuernation überzieht die Welt mit Krieg. Die Geschwister Katara (Nicola Peltz) und Sokka (Jackson Rathbone) finden Aang (Noah Ringer), den Avatar 100 Jahre später – ein kleiner Junge, der damals vor seiner großen Aufgabe geflohen ist. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, die Ausbildung des Avatar zu vollenden und die Welt zu befrieden.

Mit viel Aufwand, überflüssigem 3D-Effekt und etwas lustlos handelt M. Night Shyamalan die Stationen dieser Reise ab. Die Figuren bleiben weitestgehend flach und scheinen darauf angelegt, das jugendliche Nickelodeon-Publikum nicht zu überfordern. Wirklich schade. Hier hätte es eine Wende gebraucht – in der Einstellung. Christina Wittich

Wertung: x x x x x x
Cinemaxx, Neues Rundkino, UCI, Ufa, DD; Freiberg; Pirna



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