Kino
Mittwoch, 5. Mai 2010
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
Hummeln im Hintern
„Federicos Kirschen“
Der schottische Reisereporter Pol Ferguson (Gary Piquer) hängt mit seinem kaputten Wohnmobil im nördlichen Spanien fest. Könnte eine schöne Gegend sein dort im Tal, würde nicht ein Kohlekraftwerk stören, das die Luft verpestet, den Regen und die Menschen sauer macht. Während sich die meisten mit dem Schicksal und ihrem kaum brauchbaren Gartengemüse arrangieren, ist Federico (Celos Bugallo) Aktivist. Der alte Mann hängt seine Bäume mit Folien zu, kämpft um jedes Kalb, zieht bockig in die Behörden und hofft aufs Kyoto-Protokoll. Doch die Dreckschleuder, die er jeden Tag hört und sieht, steht nicht mit auf der Liste der zu schließenden Betriebe. Noch nicht.
„Federicos Kirschen“ schwankt in seiner naiven, manchmal gar einfältigen Sicht auf kernige Umweltprobleme zwischen Bemitleidungs- und Liebenswürdigkeit. Am besten ist er, wenn der Hintergrund siegt, wenn er den schrulligen Federico, der im Schotten Pol einen schnellen Freund und Versteher findet, nur beobachtet und aufs Maul schaut. „Hast wohl Hummeln im Hintern“, kommentiert Federico Pols Art zu leben. Zum Beispiel.
Für kleine Nebensächlichkeiten hat Regisseur José Antonio Quirós den rechten Blick, ebenso für die Dosierung der Komik. Allerdings sind einige dramaturgische Lücken regelrecht fatal, so die eher bieder angerissene Liebes- und Vater-Sohn-Geschichte, das Unerhebliche im Zeichnen der Kinderfiguren oder das Ringen eines Paares um Befruchtung. Da fehlt einfach der spanische Schwung. Schöne Menschen allein reichen diesmal nicht aus.
-dre
Programmkino Ost, DD
„Federicos Kirschen“ schwankt in seiner naiven, manchmal gar einfältigen Sicht auf kernige Umweltprobleme zwischen Bemitleidungs- und Liebenswürdigkeit. Am besten ist er, wenn der Hintergrund siegt, wenn er den schrulligen Federico, der im Schotten Pol einen schnellen Freund und Versteher findet, nur beobachtet und aufs Maul schaut. „Hast wohl Hummeln im Hintern“, kommentiert Federico Pols Art zu leben. Zum Beispiel.
Für kleine Nebensächlichkeiten hat Regisseur José Antonio Quirós den rechten Blick, ebenso für die Dosierung der Komik. Allerdings sind einige dramaturgische Lücken regelrecht fatal, so die eher bieder angerissene Liebes- und Vater-Sohn-Geschichte, das Unerhebliche im Zeichnen der Kinderfiguren oder das Ringen eines Paares um Befruchtung. Da fehlt einfach der spanische Schwung. Schöne Menschen allein reichen diesmal nicht aus.
-dre
Programmkino Ost, DD








