Kino
Mittwoch, 23. September 2009
Hinter Mauern
Csaba Lázár
Im Internet
„Ein bewegendes Porträt der faszinierendsten Frauenfigur des Mittelalters“ soll es sein, jener neue Film von Margarethe von Trotta, den die Regisseurin, Autorin und Fassbinder-Aktrice nun präsentiert. Da sind große Erwartungen tatsächlich gerechtfertigt, zumal die Biografie der Bingen (1098-1179) genug Potenzial für Einblicke zur Rolle der Frau im Mittelalter hergibt.
Mit acht zur religiösen Erziehung in ein Kloster gegeben, entscheidet sie sich für ein Leben als Nonne, wird Äbtissin, entdeckt die Heilkraft von Kräutern, komponiert eigene Musikstücke und bringt göttliche Visionen zu Papier. Ein Novum im 12. Jahrhundert, was heftige Widerstände innerhalb der Klostermauern bedingt. Nach päpstlicher Anerkennung ihrer Gabe gründet sie ein Frauenkloster bei Bingen, das als Wallfahrtsort landesweit Aufmerksamkeit erlangt.
Was womöglich als Rebellenstück gegen kirchliche Engstirnigkeit gedacht war, entpuppt sich als spannungsarmes Kammerspiel, dessen kühle, eindimensional aufspielende Hauptdarstellerin (Barbara Sukowa) enttäuscht, während das Drehbuch von Bingens soziale und gesellschaftliche Bedeutung völlig außer Acht lässt. Formal verärgern fehlende Untertitel für lateinische Phrasen, inhaltlich bleibt die naive Ergebenheit ihrer Schülerin (Hannah Herzsprung) wie so vieles unerklärt. „Vision“ hat kein Interesse, diese historische Figur einem Publikum abseits ihrer Verehrer nahe zu bringen und gleicht eher einer filmischen Heiligsprechung.
Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen - Programmkino Ost, DD
Mit acht zur religiösen Erziehung in ein Kloster gegeben, entscheidet sie sich für ein Leben als Nonne, wird Äbtissin, entdeckt die Heilkraft von Kräutern, komponiert eigene Musikstücke und bringt göttliche Visionen zu Papier. Ein Novum im 12. Jahrhundert, was heftige Widerstände innerhalb der Klostermauern bedingt. Nach päpstlicher Anerkennung ihrer Gabe gründet sie ein Frauenkloster bei Bingen, das als Wallfahrtsort landesweit Aufmerksamkeit erlangt.
Was womöglich als Rebellenstück gegen kirchliche Engstirnigkeit gedacht war, entpuppt sich als spannungsarmes Kammerspiel, dessen kühle, eindimensional aufspielende Hauptdarstellerin (Barbara Sukowa) enttäuscht, während das Drehbuch von Bingens soziale und gesellschaftliche Bedeutung völlig außer Acht lässt. Formal verärgern fehlende Untertitel für lateinische Phrasen, inhaltlich bleibt die naive Ergebenheit ihrer Schülerin (Hannah Herzsprung) wie so vieles unerklärt. „Vision“ hat kein Interesse, diese historische Figur einem Publikum abseits ihrer Verehrer nahe zu bringen und gleicht eher einer filmischen Heiligsprechung.
Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen - Programmkino Ost, DD








