Kino
Donnerstag, 26. August 2010
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
Frau in der Midlife-Crisis
„Die Liebe der Kinder“
Der Film passt ganz hervorragend ins Nachtprogramm der ARD: Ein bisschen sperrig ist „Die Liebe der Kinder“ von Franz Müller, ziemlich verkopft und auf seine Weise sehr, sehr deutsch.
Für die intellektuelle Bibliothekarin mit schriftstellerischen Ambitionen Maren (Marie-Lou Sellem) scheint der pragmatische Hintergrund ihres baumfällenden und weniger redegewandten Lebensgefährten Robert (Alex Brendemühl) ein Problem zu sein. Über eine Kontaktanzeige lernt die 40-Jährige den Mann kennen. Ziemlich schnell ziehen beide zusammen. Mit in die Patchwork-Kons-tellation bringt er einen 16-jährigen Sohn, sie eine 16-jährige Tochter. Die beiden verstehen sich ausgezeichnet. Eines Tages erwischt Maren das junge Paar im Bett und beginnt angesichts der ersten Liebe zu zweifeln an ihrer eigenen, erwachsenen Beziehung. Von nun an verhält sich Maren wie eine Frau in der Midlife-Crisis: Sie geht fremd und analysiert und diskutiert. Die Tochter wiederum ist ihrer Mutter Kind. Kurz – beide nerven gewaltig.
Das ist zugleich Stärke und Schwäche dieses Kammerspiels. Obwohl es nur die Skizze eines augenscheinlich normalen Beziehungsalltags ist zwischen Selbstverwirklichung und Geld verdienen, zwischen Oper und Karaoke, zeichnet Müller seine Figuren nicht unbedingt sympathisch, aber nachvollziehbar in ihren Wünschen. In seinen filmischen Mitteln bleibt er dabei so bieder wie es seine Maren im Grunde ihres Herzens schon lange ist. Ganz den Bedürfnissen des Fernsehens angepasst eben. Christina Wittich
Wertung: xxxxxx
Kino in der Fabrik, DD
Für die intellektuelle Bibliothekarin mit schriftstellerischen Ambitionen Maren (Marie-Lou Sellem) scheint der pragmatische Hintergrund ihres baumfällenden und weniger redegewandten Lebensgefährten Robert (Alex Brendemühl) ein Problem zu sein. Über eine Kontaktanzeige lernt die 40-Jährige den Mann kennen. Ziemlich schnell ziehen beide zusammen. Mit in die Patchwork-Kons-tellation bringt er einen 16-jährigen Sohn, sie eine 16-jährige Tochter. Die beiden verstehen sich ausgezeichnet. Eines Tages erwischt Maren das junge Paar im Bett und beginnt angesichts der ersten Liebe zu zweifeln an ihrer eigenen, erwachsenen Beziehung. Von nun an verhält sich Maren wie eine Frau in der Midlife-Crisis: Sie geht fremd und analysiert und diskutiert. Die Tochter wiederum ist ihrer Mutter Kind. Kurz – beide nerven gewaltig.
Das ist zugleich Stärke und Schwäche dieses Kammerspiels. Obwohl es nur die Skizze eines augenscheinlich normalen Beziehungsalltags ist zwischen Selbstverwirklichung und Geld verdienen, zwischen Oper und Karaoke, zeichnet Müller seine Figuren nicht unbedingt sympathisch, aber nachvollziehbar in ihren Wünschen. In seinen filmischen Mitteln bleibt er dabei so bieder wie es seine Maren im Grunde ihres Herzens schon lange ist. Ganz den Bedürfnissen des Fernsehens angepasst eben. Christina Wittich
Wertung: xxxxxx
Kino in der Fabrik, DD







